Forum

Du musst dich anmelden um Beiträge und Themen zu erstellen.

2,50 m neben Eisenbahnstrecken

12

Ich sehe öfters auf Google Maps, dass immer mindestens ca. 2,00 m zwischen Schotter und der Bebauung, die an die Bahn grenzt, liegen. Hat das seine Gründe. Gut, ich weiß, wenn ich 2,50 m Platz zwischen dem Bahnschotter und den angrenzenden Grundstücken habe, dann reicht der Platz aus, um dort einen  Seitenbahnsteig unterzubringen, aber das ist sicherlich nicht der Grund, oder?

Das ist u. A. Licht- und Gefahrenbereich.

Ah okay, aber könnte man da theoretisch einen Bahnsteig unterbringen. Ich meine, wenn man 2,50 m neben dem lichtraum der Bahn Platz hat, dann passt das ja.

Das hängt noch von einigen anderen Faktoren ab (Zugang, Anwohnende, etc)

Anwohnerende heißt im Klartext, dass es etwas schwierig würde, wenn das Nachbargrundstück mit Garten direkt an den Bahnsteig angrenzt, wie hier etwa? Wobei der Grünstreifen da zwischen Markierung und Schotterende tatsächlich 2,50 m breit ist. Jeweils östlich und westlich der grauen Fläche ist der Grünstreifen zwischen den Wohngrundstücken und dem Schotter aber deutlich breiter als 2,50 m, nämlich mindestens 4,00 m.

Tramfreund94: "Anwohnerende heißt im Klartext, dass es etwas schwierig würde, wenn das Nachbargrundstück mit Garten direkt an den Bahnsteig angrenzt, wie hier etwa? Wobei der Grünstreifen da zwischen Markierung und Schotterende tatsächlich 2,50 m breit ist."

Hier solltest du aber dreidimensional denken. Der Grünstreifen hat nicht nur eine Breite, sondern auch ein Gefälle. Die Bahnstrecke liegt auf einem Damm, wie man an den benachbarten Unterführungen leicht erkennen kann. Würde man dort einen Bahnsteig errichten, könnte man den benachbarten Anwohnern wohl auch gleich ide Fenster zumauern. Der Effekt wäre vergleichbar! Daher wird das nicht gehen.

Es gibt übrigens neben all den Eisenbahnparagraphen auch noch andere Gesetze im Baurecht. So müssen z. B. in Siedlungen immer mindestens 5 m Abstand  zwischen den Häusern eingehalten werden, damit keiner allzu dicht seinem Nachbarn auf die Pelle rückt. Daher darf niemand näher als 2,5 m am Gartenzaun bauen. Vermutlich gilt das auch für die Bahn. Zumindest wäre das eine Erklärung für diese Abstände.

Eine Quelle kann ich dafür aber nicht nennen, da ich das aus der Erinnerung schreibe. Mein Vater hatte das mal erzählt, der hatte als Statiker beruflich mit der Baubranche zu tun.

Hallo Ulrich, ich weiß, dass die Bahn dort auf einem Damm verläuft, ich war da schon ein paar Mal auf Ortsbegehung. Schließlich habe ich das ja auch selbst vorgeschlagen, den Bahnhof Kettwig dorthin zu versetzen. Also Fenster zumauern wäre das ja nicht. Man würde ja lediglich eine gerade Stützwand an den Damm legen, damit darauf der Bahnsteig verlaufen kann, ohne dass der Damm dadurch breiter wird, da die Stützmauer nun orthogonal vertikal an das Nachbargrundstück anschließt. Außerdem, wenn ich schon mein Haus neben der Bahn baue, lasse ich mich ja irgendwie darauf ein, dass ich einen Blick auf den Bahndamm oder eine Stützmauer habe. Vom Erdgeschoss hast du da nur Blick auf die Wände des Bahndamms. Vom Obergeschoss kann man aber auf die Gleise blicken. Gut aus Gründen der Privatsphäre kämen dann noch ein Sichtschutz dazu, aber 2,50 m lägen auf jeden Fall zwischen Bahnsteig und angrenzender Häuserwand. Mir ging es nur einfach herauszufinden, ob sich neben diesem Erker dort, technisch ein Bahnsteig ohne weiteres unterbringen lässt. Nur ich interpretiere diesen Erker ja nicht mehr als Teil der Bahnfläche, sondern als Teil des Hofs der Adresse. Du Ulrich, beim Ausbau der Bahnstrecke Oberhausen-Arnhem kommen ja auch Lärmschutzwände neben die Bahn und diese verlaufen dann auch zum Teil neben Wohnbebauung und solange da immer noch 2,50 m zwischen lägen würde es ja gehen.

Ich habe in Dormund-Sölde übrigens ein Gebäude gefunden, was nur 1,50 m von der Bahntrasse entfernt steht.

Ausnahmen bestätigen die Regel, um ein altbekanntes Sprichwort zu zitieren.

Zitat von Tramfreund94 am 20. April 2019, 13:22 Uhr

Ich habe in Dormund-Sölde übrigens ein Gebäude gefunden, was nur 1,50 m von der Bahntrasse entfernt steht.

Das gibt es in Berlin auch. Sowas hat dann Bestandsschutz, wäre aber kaum noch zulässig.

12