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Unterschied RB und S-Bahn

Ich wollte mal fragen, ob wir einmal genau klären sollten, was der Unterschied zwischen einer Regionalbahn und einer S-Bahn ist. Die Sache ist nämlich, die:

  • Die Ortenau-S-Bahn heißt zwar S-Bahn, ist aber eigentlich eine Regionalbahn
  • Die RB46 von Bochum nach Gelsenkirchen wird zwar als RB gefahren, verbindet aber nur zwei benachbarte Städte in einem Ballungsraum, der wie eine große Großstadt wirkt, sodass sie wie eine Eine Eisenbahnlinie innerhalb einer großen Großstadt wirkt und sie fährt im 30-Minuten-Takt, der ab Dezember 2019 Grundtakt der S-Bahn Rhein-Ruhr ist.
  • Ich habe den Munich-Airport-Express zunächst als RB vorgeschlagen, da zumindest in NRW gilt, eine RB unterscheidet sich von der S-Bahn unteranderem durch die höhere Reisegeschwindigkeit. Zeru meinte dann aber zu mir, ich solle den Munich-Airport-Express als S-Bahn vorschlagen, da es ja doch eine Express-S-Bahn ist.
  • Die S-Bahnen München und Rhein-Ruhr (VRR) legen teilweise mit einzelnen Linien sehr lange Wege zurück. Im VRR verbinden sie sogar mehrere Großstädte. Aber auch RB-Linien nehmen diese Aufgabe wahr. Und auf Strecken wo RB und Regionalexpress fahren halten RBs häufiger als REs, aber auch S-Bahnen halten häufiger als REs, wobei zumindest zwischen Düsseldorf und Neuss, aber auch zwischen Haan-Gruiten und Wuppertal-Oberbarmen RB und S-Bahn parallel fahren und die S-Bahn auch häufiger als die RB hält.

Da es doch also ein wenig verwirrend ist, wo genau der Unterschied zwischen RB und S-Bahn liegt, dachte ich mir, wir könnten diesen einmal besprechen. Vielleicht ist es auch einfach nur die Ettikettierung?

Die Diskussion gab es doch hier in diversen Vorschlägen schon häufig, da der Begriff tatsächlich immer öfter aufgeweicht wird. Aber nochmal für dich zusammengefasst, was eine S-Bahn ausmacht:

  • Zusammenhängendes Netz, i.d.R. mit einem Knotenpunkt und/oder Stammstrecke
  • Dichter Takt, (ggf. dünner auf den Außenästen)
  • Geringer Haltestellenabstand, übernimmt Verbindungen innerhalb des Stadtgebiets/Ballungsraums
  • Anstreben eines vom Fernverkehr unabhängiges Netz, mindestens auf Stammstrecken also eigene Gleise
  • Unterste Zugkategorie, "hält überall", Ausnahme Express-S-Bahn
  • Barrierefreiheit
  • weitere...?

Das sind alles Punkte, die angestrebt werden, jedoch nicht ausnahmslos dem entsprechen müssen. Jedoch je mehr es dies tut, desto mehr ist es eine S-Bahn. Eine klare Schnittstelle, ab wann es eine S-Bahn ist, gibt es dagegen nicht.

Eine einfache Unterscheidung ist halt vor allem da möglich, wo es S-Bahn und RB parallel zueinander gibt.

Das Wort S-Bahn ist nicht geschützt, also kann jeder S-Bahn nennen, was er will.

Zitat von Martin T. am 3. Juni 2019, 1:48 Uhr

Das Wort S-Bahn ist nicht geschützt, also kann jeder S-Bahn nennen, was er will.

Ich glaub nicht dass das die Antwort war die Tramfreund erwartet hat.

 

Grundsätzlich sind S-Bahnen als Nahverkehrsmittel für den Transport innerhalb von Metropolregionen undoder Ballungsräumen zu verstehen. Das ist denke ich mal klar.

Dann machen wir weiter: Wo fahren normalerweise Regios/RB? Exakt, das sind meist aufkommensschwache Strecken in der Region. Wohlgemerkt, das muss nicht so sein. Als Beispiel ist hier München zu nennen wo die RB als eine Art Verlängerte Express-S-Bahn gilt.

Was haben S-Bahnen noch?

Erstens verkehren sie - meist - im dichteren Takt und mit anderem - spurtstärkeren - Wagenmaterial, andererseits haben sie, geschuldet durch den dichteren Takt meist zumindest auf zentralen Abschnitten eigene Streckengleise (->Stammstrecke).

Davon ausgenommen sind natürlich S-Bahnen ähnlich der 'Ortenau-S-Bahn', welche zwar auch eigene Fahrzeuge haben (gern auch spurtstark, daran mangelt es bei den RS1 wahrlich nicht), sie besitzen jedoch kein allzu dichtes Taktnetz. Als Faustregel gilt bei mir die Stundenregel: Ein Zug pro Stunde ist (meines Erachtens nach) keine tatsächliche S-Bahn sondern Marketinggeschrei. Meist kann man jedoch auch anhand von Wagenmaterial herausfinden ob das ein halbwegs ernstzunehmendes Netz ist. Und nicht zuletzt kann man sich mit Blick auf die Karte die Frage beantworten: Bin ich in der Nähe eines Ballungsraumes (ja) und dabei ausserhalb von Deutschland oder Grossraum Zürich bzw Wien (nein) dann kann man sich schon recht sicher sein dass das was einem hier als S-Bahn angeboten wird, auch eine ist. Grundsätzlich - und da hat Martin T allerdings schon recht sind solche Unterscheidungen recht schwierig zu machen, da jede Stadt - durch individuelle Anforderungen - ein anderes S-Bahn-Netz hat. Das beginnt bei Berlin mit der Gleichstrom-S-Bahn und geht über Hamburg, welches ebenfalls eine Gleichstrom-S-Bahn hat, allerdings mit Wechselstromaussenstrecke über Frankfurt mit Stammstrecke und der polyzentrischen S-Bahn Rhein-Ruhr und der S-Bahn Rhein Neckar und endet dann bei umbezeichneten RB. Bis wann was als S-Bahn gilt ist meines Erachtens auch Ermessenssache, da sieht jeder anderen Spielraum.

Zitat von Julian Aberl am 3. Juni 2019, 6:38 Uhr
Zitat von Martin T. am 3. Juni 2019, 1:48 Uhr

Das Wort S-Bahn ist nicht geschützt, also kann jeder S-Bahn nennen, was er will.

Ich glaub nicht dass das die Antwort war die Tramfreund erwartet hat.

 

Was möchte er denn lesen?

Tatsache ist, jeder kann S-Bahn nennen, was er will.

 

Oder hat vielleicht nur Berlin eine S-Bahn? Der Begriff wurde in Berlin erfunden. S-Bahnen müssen also eine seitliche Stromschiene haben und rot-gelb lackiert sein.

Was möchte er denn lesen?

Eine sinnvolle Antwort. Klar kann jeder alles S-Bahn nennen, wie er will. Jedoch gibt's schon gewisse Systemgrenzen, welche hier berücksichtigt werden können. Es gibt ja auch ne Definition auf der entsprechenden Wikiseite.

Da man hier aber nicht mehr von weiteren, zum Thema passenden, Kommentaren ausgehen kann, nehm ich mir das Recht und mach hier mal eben zu. Die Frage ist (meines Erachtes) soweit technisch als auch betrieblich geklärt. Weiters möcht' ich Dich darauf hinweisen, dass Dein Verhalten nicht gerade diplomatisch ist. Klar, musst ihn nicht mögen aber gewisser Grundrespekt wär schon durchaus gut.

 

Damit verabschied' ich mal - zumindest auf Zeit - und sag leise servus.