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SFS Würzburg-Stuttgart?

Ohne einen konkret ausgearbeiteten Vorschlag zu präsentieren würde ich dazu gerne mal Meinungen hören.

Meine Meinung: Klingt nicht unspannend. Stuttgart-Fulda dauert heute mit Halt in Mannheim Hbf und Frankfurt Hbf 2:15 h. Mit SFS Hanau-Fulda (-10) und SFS Mannheim-Frankfurt (-10) sind es noch 1:55 h.

Eine Fahrt von Fulda nach Würzburg dauert 30 Minuten (ICE 1228). Eine SFS von Würzburg nach Stuttgart wäre etwa 130-140 km lang, Fahrzeit bei Vmax=250 km/h also ca. 50 Minuten. Macht zusammen für Fulda-Stuttgart 1:20 h, also 35 Minuten schneller als via Frankfurt Hbf und ca. 25 Minuten schneller als via Frankfurt Süd. Was ich noch interessanter fände: In Zusammenhang mit der SFS Stuttgart-Ulm, der geplanten ABS Ulm-Friedrichshafen, einer "Friedrichshafener Gegenkurve" und Lindau 21 hätte man eine echte und sinnvolle Alternative zum Rheintal, was den Weg in die Schweiz anbelangt.

Ich fände das eigentlich eine spannende Überlegung.

Durchaus eine interessante Überlegung die Nord-Süd-SFS nach Süden zu verlängern, hab mir da auch immer wieder schon mal Gedanken drum gemacht. Allerdings bin ich zu dem Schluss gekommen, dass sich dies kaum volkswirtschaftlich rechtfertigen lässt, da die neuzubauende Strecke schon vergleichsweise lang bei mäßigen Nutzen wäre. Denn außer einer Fahrzeitersparnis wird nichts erreicht, bis auf Heilbronn wird nichts oder kaum etwas neu erschlossen, während dagegen die Ballungsräume Rhein/Main und Rhein/Neckar umfahren werden. Auch könnte die Einbindung östlich Würzburgs entweder teuer oder langsam werden. Ich denke für weitaus weniger Geld ließe sich mit einer Umgehung von Fulda, Hanau und Mannheim vsl. fast die gleiche Fahrzeit erreichen.

Und nicht zuletzt steht eine SFS Würzburg - Stuttgart in einer gewissen Konkurrenz zu einer SFS Nürnberg - Ulm/Stuttgart, welche ich für sinnvoller halte. Denn die Relation Berlin - Stuttgart ist tatsächlich eine, welche aktuell und auch in absehbarer Zukunft im Luftverkehr konkurrenzfähig bleibt. Hierzu hatte ich schon mal ein anderes Thema aufgemacht, wo ich verschiedene Varianten und Lösungsmöglichkeiten dargestellt habe.

Zu der "Alternative zum Rheintal" gebe ich dir vollkommen Recht, allerdings sehe ich diese Route als eher für den Güterverkehr relevant an, da die Ballungsräume umgangen werden. Zusätzlich könnte man sicher auch den ein oder anderen IC fahren lassen, auch wenn der mal angedachte IC auf eben dieser Strecke (Stuttgart - Würzburg - Bamberg) im D-Takt nicht mehr zu finden ist. Auch über eine ABS mit gewissen NBS-Anteilen zur Umgehung der langsamsten Abschnitte könnte man meiner Meinung nachdenken, aber davon diese Route zur A-Verbindung für die Anbindung Stuttgarts gen Norden zu machen, halte ich nicht so viel. Andere Meinungen akzeptiere ich aber natürlich auch gerne.

 während dagegen die Ballungsräume Rhein/Main und Rhein/Neckar umfahren werden.

Halte ich für völlig irrelevant. Diese beiden Ballungsräume müssen sich sicher nicht vor einer zu schlechten Anbindung nach Norden fürchten, und den Reisenden von Stuttgart, BaWü südlich davon, Bodenseeraum und der Schweiz in Richtung Norden (nö. von F) ist es herzlich egal, ob sie an Mannheim und F vorbei kommen oder nicht. Im Gegenteil könnte man so die sehr mauen Verbindungen von Stuttgart nach Norden (Stu-HH und Stu-BER gibts beides nur zweistündlich!) ausbauen, ohne in den beiden genannten Ballungsräumen Strecken und v.a. Knotenpunkte zusätzlich zu belasten.

 

 Auch könnte die Einbindung östlich Würzburgs entweder teuer oder langsam werden.

Ausfädelung bei Gerbrunn aus der Strecke Würzburg-Rottendorf, anschl. ca. ~4 km langer Tunnel in Richtung Randersacker, und schon ist man weder langsam noch umwerfend teuer an Würzburg vorbei. Ein 4 km-Tunnel ist nun wirklich nichts besonderes für deutsche Neubaustrecken. Und man kann ggf. bis Goßmannsdorf im Maintal bleiben und sich an der recht geradlinig trassierten Bestandsstrecke zumindest orientieren. Wenns in dem Bereich dann (kurvengeschuldet) nur mit 200 km/h vorangeht und erst danach auf 250 hoch, who cares ...

 

Ich denke für weitaus weniger Geld ließe sich mit einer Umgehung von Fulda, Hanau und Mannheim vsl. fast die gleiche Fahrzeit erreichen.

Fulda vom Fernverkehr abzuhängen ist ja eine Herzensangelegenheit von dir, was ich davon halte, habe ich unter dem guten Dutzend Vorschläge, die du dazu erstellt hast, schon ausführlich erklärt, und du hattest am Ende auch nichts mehr entgegenzusetzen, wie du selbst festgestellt hast. Hanau bringt Fahrzeittechnisch nicht viel, Mannheim ist politisch undurchsetzbar, wie man gesehen hat.

 

Und nicht zuletzt steht eine SFS Würzburg - Stuttgart in einer gewissen Konkurrenz zu einer SFS Nürnberg - Ulm/Stuttgart, welche ich für sinnvoller halte. Denn die Relation Berlin - Stuttgart ist tatsächlich eine, welche aktuell und auch in absehbarer Zukunft im Luftverkehr konkurrenzfähig bleibt.

Das verstehe ich nu gar nicht. Fulda-Erfurt wird doch sowieso auf Tempo gebracht, weils im Korridor Frankfurt-Berlin drin hängt, und Stuttgart-Berlin geht dann über Würzburg-Fulda-Erfurt-Halle. Eine SFS Stuttgart-Nürnberg wäre auch für keine andere Relation gut, und würde im Zweifel nur von einem stündlichen Zug befahren werden (Stuttgart-Nürnberg-Berlin Stundentakt), während man beim Weg über Würzburg dasselbe mit Stuttgart-Norddeutschland bündeln kann.

Naja es geht ja darum, ob sich eine solche SFS lohnt, die die beiden Ballungsräume umgeht und demnach auch zusätzliche Linien/Fahrzeuge erfordert, die gut ausgelastet sein müssen. Die Nachfrage lässt sich mit einer solchen zweiten Strecke eben nicht bündeln. Und das es HH-S und B-S je nur zweistündlich gibt, zeigt ja eben auch, dass die Nachfrage nicht so unendlich groß ist.

Mir geht es nicht darum Fulda oder andere Städte vom Fernverkehr abzuhängen. Ich halte es nur für sinniger, die bestehenden SFS zu nutzen und ggf. die verbleibenden "Langsamfahrstellen" auszumerzen um so ohne eine über 100 km lange SFS ähnliche Fahrzeiteffekte zu erreichen. Übrigens wird so manches durchsetzbarer, wenn eine Umfahrung auch der Entlastung durch den Güterverkehr dient. Dann muss die Stadt in einen der sauen Äpfel beißen: Entweder Lärmentlastung und den ein oder anderen vorbeifahrenden Sprinter oder alles durch die Stadt. Eine reine Güterumfahrung lässt sich seltenst wirtschaftlich rechtfertigen.

Ja, ich halte Würzburg - Stuttgart auch durchaus für eine machbare Alternative zu Nürnberg - Ulm/Stuttgart, nur halte ich letzteres für sinnvoller, weil es eine geringere Parallelität zu bestehenden Strecken aufweist und Stuttgart - Nürnberg z.B. auch schon eine wichtige Verbindung darstellt. Zudem lässt sich Norddeutschland auch über Berlin anbinden, wenn auch natürlich langsamer.

Aber gut so hat jeder seine Meinung, ich kann deine auch gut nachvollziehen und habe ja auch wie gesagt schon selbst drüber nachgedacht. Halte sie also keinesfalls für undenkbar, nur gibt es meiner Meinung nach halt bessere Alternativen.

Nur noch kurz zu SFS Nürnberg Stuttgart:

 

Ich glaube irgendwie, dass da nicht mehr als 1 -1,5 Züge pro Stunde zusammenkommt, was du im Falle von Fulda-Würzburg SEHR heftig kritisierst.

und Stuttgart - Nürnberg z.B. auch schon eine wichtige Verbindung darstellt.

Derzeit zweistündlicher IC, der erst jetzt geade auf den billiger zu betreibenden IC2 ohne Bistro umsgestellt wurde, und der zwischen Stuttgart und Crailsheim auch noch der Erschließung halber die langsamere von 2 möglichen Strecken nutzt. Das ist für dich eine "wichtige Verbindung" ? Sehr bemerkenswerte Auslegung.

Zudem lässt sich Norddeutschland auch über Berlin anbinden, wenn auch natürlich langsamer.

Norddeutschland  Hamburg !!

 

Immerhin wird Nürnberg - Stuttgart aktuell im FV bedient, während Würzburg - Stuttgart nur als RE-Linie taugt. Zukünftig sollen zwar auf beiden Routen laut D-Takt FR-Linien mit Vmax 160 betrieben werden, nach Nürnberg aber immerhin alternierend auch eine "echte" FV-Linie mit Vmax 230, also nicht mehr nur "Billig-ICs"

Ich glaube irgendwie, dass da nicht mehr als 1 -1,5 Züge pro Stunde zusammenkommt, was du im Falle von Fulda-Würzburg SEHR heftig kritisierst.

Und mehr Potential sehe ich auf Würzburg - Stuttgart auch nicht. Insgesamt bin ich auch bei allen Varianten dafür keine Voll-SFS zu errichten, sondern eher eine ABS mit einzelnen NBS-Abschnitten. Egal, ob jetzt über Frankfurt oder Würzburg oder Nürnberg und ob nach Ulm oder nach Stuttgart. Vielleicht auch eine Kombination aus mehreren Lösungen. Nur für eine weitere Voll-SFS sehe ich mindestens in den nächsten 50 Jahren zu wenig Potential bei zu hohen Kosten. Insgesamt erscheint mir am ehesten an einer Art Kreuz Nürnberg - Ulm und Würzburg - Augsburg sinnvoll, wobei man eventuell (nicht zwingend) auf Baumaßnahmen aus diesem und/oder diesem Vorschlag zurückgreifen könnte.

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