ABS/NBS Dresden – Kulmbach

Zu dem Thema einer Beschleunigung der Franken-Sachsen-Magistrale wurde schon viel diskutiert, dennoch stelle ich hier eine eigene Variante vor, die insbesondere für die Region einen enormen Vorteil bietet. Ziel ist nämlich weniger die Schaffung einer HGV-SFS, sondern eher eine schnelle Verbindung der Oberzentren, wobei die Schwachstellen der bisherigen Strecke ersetzt werden, aber vorhandene, ausreichend schnelle Infrastrukturen weitestgehend weitergenutzt werden. Somit kann die Fahrzeit mit Hilfe von weniger als 120 NBS-Kilometern zwischen den 260 km Luftlinie entfernten Großstädten Dresden und Nürnberg um 1:20 h (Berechnung s.u.) beschleunigt werden.

Zielgeschwindigkeit der NBS-Abschnitte ist 230 km/h.

Der Vorschlag besteht aus drei Teilprojekten:

  1. NBS Dresden – Chemnitz:
    Parallele Führung zur BAB A4. Neben einer deutlichen Beschleunigung Dresden – Chemnitz bietet diese NBS insbesondere für die Relation Dresden – Döbeln – Leipzig einen enormen Vorteil, da der große und kaum genutzte Umweg über Meißen entfällt. Zudem erhält Wilsdruff einen Bahnanschluss. Weiterhin erhalten Hainchen, Frankenberg und Nossen einen Haltepunkt an der NBS, wodurch diese Städte eine sehr schnelle Anbindung an die Landeshauptstadt erhalten.
  2. Neutrassierung Plauen – Hof:
    Verkürzung der Bahnstrecke von 50 auf 32 Kilometer. Die Idee ist nicht neu, Planungen und teilweise Vorarbeiten fanden vor den beiden Weltkriegen und in den 90er Jahren statt. Siehe Wikipedia-Link. Hier von würden auch  Züge der Relation (Leipzig -) Gera – Hof profitieren, die aktuell über eine Nebenbahn via Zeulenroda verkehren (müssen). Eine parallele Führung zur Autobahn vermindert die Eingriffe in das Landschaftsbild.
  3. NBS Hof – Untersteinach:
    Anbindung an die ABS Ebensfeld – Nürnberg und dadurch trotz Umweg schneller als via Pegnitz. Ermöglicht wird außerdem eine schnelle Verbindung von/nach Helmbrecht durch einen neuen Bahnhof an der NBS.

Hinzu kommt eine Elektrifizierung der verbleibenden Lücken bei Kulmbach, Plauen und Hof und es sollte untersucht werden, inwiefern die Bestandsstrecken für höhere Geschwindigkeiten ertüchtigt werden können.

Mögliches Zielkonzept:

IC(E) einzelne Züge: Hamburg – Berlin – Dresden – Chemnitz

IC stündlich: Dresden – Chemnitz – Zwickau – Plauen – Hof – Lichtenfels – Bamberg – Nürnberg (-… – Stuttgart)

IRE stündlich: Dresden – Nossen Süd – Hainchen – Frankenberg – Chemnitz – Hohenstein-Ernstthal – Glauchau – Zwickau – Reichenbach – Plauen – Hof – Helmbrechts – Kulmbach – Kunstadt – Lichtenfels – Bamberg (Anschluss an nachfolgenden IR(E) nach Nürnberg/München) – Schweinfurt – Würzburg

IRE/alex stündlich: Leipzig – Zeitz – Gera – Greiz – Plauen – Hof [Zugteilung oder alternierend] – Helmbrechts – Bayreuth – Pegnitz – Nürnberg bzw. Marktredwitz – Weiden – Schwandorf – Regensburg – München

RE stündlich: Dresden – Freital – Tharandt – Freiberg – Oederan – Flöha – Chemnitz

RB stündlich: Dresden – Wildsdruff – Obereula – Nossen – (…) – Döbeln (…) – Leipzig mit bimodalen Fahrzeugen

Angestrebte Kantenfahrzeiten IC im Vergleich mit dem aktuellen Fahrzeiten RE Dresden – Hof:

  • Dresden – Chemnitz (neu ca. 70 km): 30 min (aktuell 62 min)
  • Chemnitz – Zwickau: 30 min (aktuell 31 min)
  • Zwickau – Plauen: 30 min (aktuell 31 min)
  • Plauen – Hof (neu ca. 32 km): 20 min (aktuell 32 min)
  • Hof – Lichtenfels (neu ca. 75 km): 40 min (vielleicht noch ein paar Minuten verschieben, auf jeden Fall Plauen -Lichtenfels: 60 min
  • Lichtenfels – Nürnberg: 40 min (IC aktuell 51 min)

=> Gesamtfahrzeit IC: 3:10 (aktuell 4:30).

Fahrzeitersparnis 1:20 h mit nur 120 NBS-Kilometern und zahlreichen Vorteilen für die Region.

Streckendaten als GeoJSON-Datei herunterladen (Beta)

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