B: 101er als Straßenbahn Charlottenburg – Schmargendorf

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Beschreibung des Vorschlags

Der Vorschlag ist inspiriert von diesen beiden Vorschlägen von Zarreta (https://extern.linieplus.de/proposal/berlin-tramifizierter-m27-verlaengert-bis-roseneck/) und 103612 (https://extern.linieplus.de/proposal/berlin-strassenbahn-turmstrasse-grunewald/). Ich finde den Grundsatz einer Querverbindung mit vielen Verknüpfungspunkten zwischen Charlottenburg, Wilmersdorf und Schmargendorf gut und sinnvoll und übernehme deswegen weite Teile beider Ideen, insbesondere die Führung im südlichen Teil ab Fehrbelliner Platz. Wo ich einen Unterschied mache ist vor allem, dass ich zwischen Ernst-Reuter-Platz und Fehrbelliner Platz nicht dem Straßenzug Schlüterstraße/Württembergische Straße folge, sondern stattdessen dem Straßenzug Leibnizstraße/Konstanzer Straße. Dafür gibt es zwei Gründe: der eine ist, dass ich insbesondere auf der Konstanzer Straße eine Tram als sehr viel verträglicher einstufe. Hier könnte m.E. ein eigener Gleiskörper sein, der auf dem gesamten parallelen Straßenzug nicht denkbar ist. Die Entfernung eines Streifens des MIV für die Tram ist außerdem im Sinne des Berliner Mobilitätsgesetzes. Zugegebenermaßen wird das gleiche nicht in der Leibnizstraße machbar sein, aber auch hier ist deutlich mehr Platz als in der parallelen Schlüterstraße. (Ich hab unter der Stadtbahn eine Gleisverschlingung eingezeichnet, weil es dort für mich enger aussieht. Die wäre natürlich wenn möglich zu vermeiden.) Insbesondere die Württembergische Straße ist außerdem eine reine Wohnstraße. Hier wäre der Widerstand der Anwohner erheblich und das ehrlich gesagt mit Recht, wenn man sich die hübsche Allee anguckt. Das zweite Argument ist aus meiner Sicht das Timing: die Umstellung des 101er auf Straßenbahn wäre ein später Schritt in der Schaffung eines Tramnetzes in der City West und würde zum Beispiel nach den Verbindungen auf Otto-Suhr-Allee, Marchstraße, Hardenbergstraße, Kantstraße und eventuell Ku’Damm anstehen, d.h. diese (in der Karte als Pfeile angedeutet) sind mit einzuplanen. Dabei fällt auf, dass sowohl auf der Kantstraße, als auch auf dem Ku’Damm die wahrscheinlichen Tram-Haltestellen Leibnizstraße/Kantstraße und Olivaer Platz bei einer Führung entlang der Schlüterstraße verpasst würden. Die Führung durch die Leibnizstraße erreicht beide Haltestellen. Eine Straßenbahnhaltestelle Schlüterstraße/Kantstraße scheint mir hingegen eher unwahrscheinlich, wegen des geringen Abstandes zur Station Savignyplatz, die gesetzt sein dürfte. Als wichtigstes Argument für die Führung in der Schlüterstraße gilt die Anbindung an die Stadtbahn am S-Savignyplatz sowie an eine Erweiterung der U1 unter dem Ku’damm. Tatsächlich würde erstere bei meiner Variante knapp verpasst. Das ist aber auch heute beim 101er schon so, in diesem Bereich gibt es viele fußläufige und parallele Verbindungen zum Zoo, wo die S-Bahn besser erreicht wird, die neue Tram hätte eher die Aufgabe Menschen zur Kantstraße und zum Ku’Damm zu bringen, selbst wichtige Zentren. Die U-Bahn an der möglichen Station Wielandstraße wäre kurz fußläufig von der Tramstation Olivaer Platz entfernt, in meiner Vorstellung würde es, solte die U1-Verlängerung realisiert werden, ohnehin im östlichen Platzbereich einen U-Bahnzugang geben, weil hier die wichtigsten Zielorte eines solchen U-Bahnhofes liegen. Der Umstieg wäre also unter Umständen nicht ganz bequem aber auf jeden Fall möglich. Noch ein Wort zur Endstelle: ich hab hier mit dem Zoo eine von zig verschiedenen, zum Bauzeitpunkt dann vorhandenen Endhaltestellen eingezeichnet. Neben dem Zoo wären das etwa Hauptbahnhof über Marchstraße und Turmstraße, Virchow-Klinikum über Marchstraße und Beusselstraße oder Jungfernheide über Otto-Suhr-Allee und Tegeler Weg (oder irgendeine Zwischenendhaltestelle). Je nach Bedarf könnte eine davon flexibel angefahren werden, eventuell auch verschiedene von unterschiedlichen Linien.

edit: Ein letztes: In der Leibnizstraße gab es außerdem zu Charlottenburger Zeiten schonmal eine tram, in der Schlüterstraße hingegen, bis auf den Stummel bis zur Grolmannstraße nie.

edit2: Ich hab jetzt mal den Endpunkt statt am Zoo an der Turmstraße gewählt, um der Kritik der umwegigen Führung auszuweichen. Wie gesagt war der Zoo immer nur als EINE mögliche Endstelle von vielen gedacht gewesen. Der 245 kann vom Zoo über Bismarckstraße und die nördliche Leibnizstraße fahren und hier das letzte Teilstück 101er ersetzen.

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19 Kommentare zu “B: 101er als Straßenbahn Charlottenburg – Schmargendorf

  1. Es wäre schön, wenn du uns auch verraten würdest, was dann mit dem restlichen 101er passieren soll. Immerhin fährt der vom U-Bf. Turmstraße bis zur Sachtlebenstraße und würde mit dieser Straßenbahn nur im mittleren Teil ersetzt werden.

    Abgesehen davon, halte ich den Straßenzug Leibniz- / Konstanzer Straße für denkbar ungeeignet. Nicht nur weil der Anschluss zur Stadtbahn verfehlt wird, sondern auch weil dieser Straßenzug jetzt schon vom Verkehr reichlich überlastet ist. In der Schlüter- und Württembergischen Straße ist dagegen kaum Verkehr, die Stadtbahn wird am Bahnhof Savignyplatz berührt, Haltestellen in der Kantstraße und am Ku’damm lassen sich an den entsprechenden Ecken genausogut einrichten und wären auch zu erwarten und außerdem würde das Gebiet zwischen Uhlandstraße (Da sollte auch eine Straßenbahn entstehen, wie bis 1954) und Brandenburgischer Straße (dort fährt die U7) am zentralsten bedient werden, wenn man durch die Württembergische Straße fährt. Den 101er würde ich gar nicht ändern, der hat sich seit der unmittelbaren Nachkriegszeit gut bewährt.

    Die einst vorhandene Straßenbahn in der Leibnizstraße ist schon eiun lustiges Argument. Erstens fuhr sie nur zwischen Bismarck- und Kantstraße, was keineswegs die ganze Leibnizstraße ist, und das auch nur von 1905 bis 1921. Seit über hundert Jahren ist sie stillgelegt, weil sie sich nicht bewäht hatte! Im heutigen Autoverkehr würde sie hoffnubgslos stecken bleiben, da dort kein Platz für einen eigenen Bahnkörper ist und sich der Autoverkehr auch kaum woanders hin verdrängen ließe. Die Konstanzer Straße ist ein Autobahnzubringer!

    1. Da ich wie gesagt diese Strecke zeitlich weit in der Zukunft sehe, gehe ich davon aus, dass zu dem Zeitpunkt bereits das Moabiter Kreuz und die Verbindung Moabit-Ernst-Reuter-Platz-Zoo realisiert sind. Ob dann der verstraßenbahnte M27 oder der verlängerte M13 den Nordteil des 101er übernimmt ist mir egal, aber das wäre hier auf jeden Fall vorausgesetzt. Wenn es der Bedarf hergibt, kann man außerdem meine Tram nach Moabit umlegen. Das hab ich ja bewusst offen gelassen.
      Der Grund das in der Württembergischen kein Verkehr ist, ist dass das ne winzige Wohnstraße ist. Die Entscheidung wäre also in real nie: Württembergische oder Konstanzer, sondern Konstanzer oder keine Tram. Du sagst einerseits, dass die Leibnizstraße der wichtigste Nord-Süd-Korridor dort in der Ecke ist und der Verkehr nicht von dort verdrängt werden kann, aber andererseits, willst du genau das mit der Tram machen. Ergibt für mich keinen Sinn, außer man findet halt den MIV an dieser Stelle wichtiger.
      Ich glaube dein Vorschlag 101er+Tram ist komplett unrealistisch und auch zu viel für den Bedarf. Man wird sich schon entscheiden müssen.
      Den Autobahnzubringer lasse ich nicht gelten, das würde nämlich sonst für nen ganzen Haufen an Straßen gelten, die eine Tram haben oder haben sollen (ich nenne mal aus dem Stegreif Seestraße, Sonnenallee, Tegeler Weg) und den Teil direkt an der Autobahn berühre ich ja nicht mal mit meiner Trasse.

      1. Die Württembergische Straße als winzige Wohnstraße darzustellen, mag für dich rhetorisch sinnvoll sein, ist aber falsch. Sie ist eine Vorfahrtsstraße und mit zwei Spuren zum Fahren und zweien zum Parken ist sie genauso breit, wie die Leibnizstraße, hat aber wesentlich weniger Verkehr, was eine Integration der Straßenbahn leichter machen wird. Außerdem liegt sie zentraler zwischen den Einzugsbereichen der Uhland- und der Brandenburgischen Straße, wodurch auch ihre Erschließungsfunktion besser wäre.

        1. Touché. Habs jetzt nachgemessen, und Leibnizstraße und Württembergische kommen tatsächlich Hauswand zu Hauswand beide auf rund 25m. Der Unterschied und der Grund warum ich darauf gekommen bin, die Straße sei weiter, liegt in der deutlich engeren Fahrbahn und insbesondere dem geringen Abstand der Bäume voneinander im Straßenzug Württembergische/Schlüterstraße.
          Meine Erfahrung mit unseren lieben Mitmenschen ist , dass man auf einer weniger befahrenen Straße leichter ein zusätzliches ÖPNV-Angebot untergebracht bekommt, als auf einer stärker befahrenen Straße. Dazu kommt, dass die gefühlte Verschlechterung für Bürger vor deren Haustür bisher kein ÖPNV fuhr, der Verbesserung für Bürger vor deren Haustür vorher ein Bus fuhr gegenübersteht (Stichwort Schienenbonus). Das scheinst du aber anders zu sehen.
          Die Erschließung stimmt natürlich, wobei man auch aus dem absolutem Zentrum des Kiezes (Sächsische Straße) nur 500m zur Haltestelle entfernt ist, was jetzt eher keine Unterversorgung darstellt.

  2. Warum denn so eine umwegige Führung zwischen S Hohenzollerndamm und Zoo? Das ist für Direktfahrten meiner Aufassung nach zu unattraktiv. Ich würde lieber über Hochmeisterplatz und U Adenauerplatz direkt zum Zoo fahren.

      1. Ich meinte über die Nestorstraße. Ich halte die schon für breit genug für eine Straßenbahn. Notfalls besteht dort auch noch Potential für eine Verbreiterung, wenn man mindestens auf einer Seite das Querparken durch Längsparken ersetzt.

        1. Dann würde man aber U Fehrbelliner Platz verpassen, wo Bezirksrathaus und andere Behörden residieren.
          Die Leibnizstr., mit je 1 Fahrspur und fast durchgängig beidseitig Geschäften, ist – nach der Oranienstr. – wahrscheinlich die am wenigsten geeignete Straße Berlins für eine Tram.

          1. Okay, über den Fehrbelliner Platz kann man durchaus noch diskutieren. Aber von dort über die Leibnizstr. und Ernst-Reutter-Platz ist einfach viel zu umwegig. Wie wäre es denn mit der Uhlandstraße dem 249er folgend? Oder notfalls eben oberhalb U3 und U9.

            1. Der Grund ist, dass ich im Bereich südlich der Stadtbahn bewusst nicht zum Zoo will, weil es da schon zig verschiedene Verbindungen hin gibt und m.E. in der City West nicht alles auf den Zoo ausgerichtet sein sollte.

              1. Es sollte definitiv schon eine Linie aus der Ecke Richtung Zoo geben, weil man mit der U1 nicht richtig und U3 überhaupt nicht zum Zoo kommt. Der Bereich zwischen U9 und Stadtbahn verspricht da doch ein hohes Potential.

                Es muss ja nicht unbedingt diese Linie sein, die jetzt angepasste Führung gefällt mir schon gut. Mindestens eine Linie aus dem Bereich sollte es aber schon sein.

  3. Also grundsätzlich finde ich es schon mal positiv in der Relation eine Straßenbahn einzuführen. Allerdings würde ich sie aber ab dem Olivaer Platz den Hohenzollerndamm runter zum Bahnhof Zoo und Gedächtniskirche ins Zentrum der City West führen. Dort könnte man eine Wendeschleife anlegen und dort die Tram wenden oder sie bei Bedarf sofern gebaut weiter Richtung Ernst Reuter Platz, Turmstraße oder Potsdamer Platz führen.

     

    Wichtig ist meiner Meinung nach das du die Ortszentren miteinander verbindest (sofern die Bevölkerungszahl hoch genug ist), Berlin ist dezentral aufgebaut; im Grunde sind das sehr viele kleine Kieze. Wenn man aber aus Schmargendorf kommt will man meist in die City West und von da an kann man entweder umsteigen oder über Kurven weiterfahren weil bis dahin ziemlich sicher die Schienen verlegt werden.

     

     

    1. Von Schmargendorf in die City West fahre ich 249er. Mit meiner Tram komme ich zum Fehrbelliner Platz (wie heute 115er) und zusätzlich zum Ku’Damm und zur Kantstraße (jeweils ohne Umstieg).

    1. Man kann durchaus eine Nord-Süd-Achse als Straßenbahn etablieren, dann aber z.B. vom Ernst-Reutter-Platz weiter nach Nord(ost)en, ein Umweg zum Zoo ist einfach absolut nicht den verkehrlichen Bedürfnissen entsprechend.

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