Ersatzhauptbahnhof Wiesbaden Ost

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Beschreibung des Vorschlags

Die Sperrung der Salzbachtalbrücke (A66) hat den Wiesbadener Eisenbahnverkehr zum Erliegen gebracht. Die nun einsturzgefährdete Brücke überquert Wiesbadens Haupt-Eisenbahn-Strecke und die B263 zwischen Wiesbaden und Mainz. Weil die Brücke jederzeit einstürzen oder ein größerer Brocken von ihr abbröckeln kann, darf sich kein Verkehrsteilnehmer der Brücke auf 50 m nähern. Die Folge: Wiesbadens Haupt-Eisenbahn-Strecke musste gesperrt werden. Das hat die sehr tragische Nebenwirkung, dass nun Wiesbaden Hauptbahnhof vom Eisenbahnverkehr abgeschnitten ist. Das ist natürlich doof für die Erreichbarkeit des Landeshauptstadt Wiesbaden, aber auch für Wiesbaden Hbf als Umsteigeknotenpunkt.

Wiesbaden hat aber streckentechnisch das Glück über einen weiteren Bahnhof südlich der Salzbachtalbrücke zu verfügen, der auch alle Eisenbahnstrecken (bis auf die RB21 und die SFS Wiesbaden Hbf – SFS Köln-Frankfurt) mit Personenverkehr vereint. Dieser Bahnhof ist der Bahnhof Wiesbaden Ost, der auch nur ein reiner S-Bahn-Halt im Industriegebiet ist. Wiesbaden Ost verfügt lagetechnisch dieselben Voraussetzungen zum Eisenbahnknoten wie Wiesbaden Hbf und bietet so die Möglichkeit sehr gut, den Hauptbahnhof zu vertreten, wenn er nicht angesteuert werden kann.

Deswegen möchte ich vorschlagen Wiesbaden Ost zum Ersatzhauptbahnhof auszubauen. Prinzipiell verfügt er schon über ausreichende Infrastruktur bis auf eine Sache: Es gibt keinen Bahnsteig an der Rechten Rheinstrecke. Das wird erklärbar, weil die Rechte Rheinstrecke planmäßig nur vom Güterverkehr (und vom RE9, der keinen Halt in Wiesbaden einlegt) befahren wird, weil doch die RB10 ja von Wiesbaden Ost erst zum Hauptbahnhof und dann zurück auf die Rechte Rheinstrecke nach Wiesbaden-Biebrich verkehrt. Im Moment nutzt aber auch die RB10 die Rechte Rheinstrecke innerhalb des Bahnhofs Wiesbaden Ost, da sie eben nicht die Stichfahrt über Wiesbaden Hbf fahren kann. So kann sie aber auch nicht ersatzweise für Wiesbaden Hbf in Wiesbaden Ost halten und so entsprechende Umsteigeverbindungen weder in Wiesbaden Hbf noch ersatzweise dafür in Wiesbaden Ost wahrnehmen. Deswegen sollte zusätzlich der Bahnsteig an der rechten Rheinstrecke errichtet werden. Der Bahnsteig würde dann auch der Linie RE9 einen Halt in Wiesbaden ohne größere Ausdehnung der Fahrzeit ermöglichen, welche knotenpunktsmäßig einem Halt in Wiesbaden Hbf gleichkäme.

Erschließungstechnisch liegt Wiesbaden Ost zwar nicht sehr günstig, nämlich in einem Chemie-Industriegebiet, aber lagetechnisch bezogen auf die Bahnstrecken bietet er schon sehr gut die Möglichkeit Wiesbaden Hbf als Eisenbahnknoten im Falle eines Falles zu vertreten, und das ist im Moment sicherlich von Nöten. Zwar kann der Zugverkehr nach Sprengung der Salzbachtalbrücke wieder normal verkehren, jedoch müsste die Strecke womöglich erneut gesperrt werden, wenn die neue Salzbachtalbrücke errichtet wird.

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7 Kommentare zu “Ersatzhauptbahnhof Wiesbaden Ost

  1. Schau doch mal auf Openrailwaymap, für deinen Bahnsteig müsste man den halben (zumindest teilweise noch aktiven) Güterbahnhof überbauen. Klären müsste man außerdem die Frage der Wendekapazitäten, mW ist das der Grund, weshalb S9 und RB75 den Ostbhf derzeit nicht erreichen.

    Ungeachtet dessen sollte man aber erstmal versuchen, den Ostbhf überhaupt im Stadtverkehr sinnvoller anzusteuern. Aus richtung Biebrich kommt man nachwievor nur mit dem Fahrrad auf vernünftige Fahrzeiten.

    Längerfristig (sprich: falls die Aartalbahn mal reaktiviert wird) sehe ich einen Umbau übrigens durchaus als sinnvoll an. Das hat aber nichts mit der Sperrung zu tun, und würde wohl eh länger dauern.

  2. Der Sinn dieses Vorschlags in Bezug auf die aktuelle Sperrung ist nicht gegeben. Denn bis dieser neue komplette Not-Hbf mit allem drum und dran genehmigt und gebaut wäre, hat man die Salzbachtalbrücke längst gesprengt und wieder neu aufgebaut. Einen kompletten Not-Hbf baut man eben nicht mal so eben in ein paar Tagen.

    Darüber hinaus gibt es in Extremsituationen wie jetzt immer noch die Möglichkeit, mit entsprechend angepassten Zugläufen in Mainz Hbf ein-/auszusteigen und Wiesbaden ganz normal per Busse zu bedienen. Das ist deutlich einfacher, flexibler und günstiger als einen Not-Hbf zu bauen, der wie gesehen eh nicht schnell genug fertig würde.

    1. „Ganz normal“ können die Busse derzeit auch nicht fahren, dafür ist der Umleiterverkehr einfach zu stark. Bin daher letztens einfach mit dem Fahrrad zum Mainzer Hbf, das geht zu vielen Uhrzeiten tatsächlich schneller.

      Aber prinzipiell Zustimmung.

  3. Ich verstehe nicht ganz den Sinn hinter diesem Ersatz-Hbf, du sagst selber, dass FWO mitten im Industriegebiet liegt und möchtest für genau eine (bzw zwei, wenn man den RE9 noch mitnimmt) Linie demGbf sämtliche Kapazitäten rauben, was längerfristig zu großen Problemen führt. Darüber hinaus ist Kastel oder Biebrich für Passagiere um einiges einfacher zu erreichen, weshalb wahrscheinlich kaum jemand von dort aus die RB10 benutzen würde.

    1. Sicherlich sind Wiesbaden-Biebrich oder Mainz-Kastel für Passagiere besser zu erreichen, als Wiesbaden Ost – Wiesbaden-Biebrich wäre sogar besser erreichbar und könnte auch als kommunaler Nahverkehrsknoten funktionieren, wenn man ihn zur Biebricher Allee verlegen würde – das streite ich nicht ab. Mir geht’s aber darum, dass Wiesbaden Ost als einziger Bahnhof neben dem Wiesbadener Hauptbahnhof die Möglichkeit bietet, auch Eisenbahnknotenpunkt zu sein, denn beidseitig von Wiesbaden Ost verzweigen sich die Strecken: Nach Norden in Richtung Wiesbaden Hbf oder Wiesbaden-Biebrich, die beide über eine Verbindungskurve noch verbunden sind; nach Süden verzweigen sie sich nach Mainz Hbf oder Mainz-Kastel. Diese liegen aber beide bahntechnisch richtig unterschiedlich. Sie erlauben zwar beide einen sehr guten Anschluss der Mainzer Innenstadt an die Eisenbahn, jedoch ist Mainz Hbf selber Eisenbahnknoten und erreicht noch viele weitere Verbindungen wie die RB75 von Wiesbaden über Mainz und Darmstadt nach Aschaffenburg, aber auch noch viele weitere Züge nach Boppard, Bad Kreuznach, Kaiserslautern, Alzey oder Saarbrücken. Das sind alles Ziele, die von Wiesbaden-Biebrich oder Mainz-Kastel nicht erreicht werden. Von Mainz-Kastel nach Mainz Hbf gibt es auch keine Zugverbindung. Von den vielen Zügen in Mainz, ist die RB75 noch eine weitere die Wiesbaden erreicht. Wer von Eltville oder Rüdesheim nach Darmstadt will kann von der Linie RB10 in Wiesbaden Hbf in die Linie RB75 umsteigen, nicht aber vom RE9 in die Linie RB75. Das wäre aber mit Halt in Wiesbaden Ost möglich. Auch kann Mainz Hbf so halbwegs direkt (mit einem Umstieg) an die Linie RE9 angeschlossen werden.

      Und im Moment, wo Wiesbaden Hbf abgeschnitten ist, böte der Halt sämtlicher Züge in Wiesbaden Ost die Möglichkeit untereinander umzusteigen.

      Eine Führung der Linie RE9 über Wiesbaden Hbf wird ja absichtlich vermieden, weil sie die Fahrzeit der Linie RE9 mal eben um bestimmt 10 Minuten ausdehnen würde.

      Mir geht’s nicht darum, durch die zusätzlichen Bahnhalte das Umfeld des Bahnhof Wiesbaden Ost durch mehr Bahnverkehr zu erschließen, sondern vielmehr darum mit Wiesbaden Ost einen zweiten großen Eisenbahnknotenpunkt in Wiesbaden zu schaffen, welcher dem Wiesbadener Hauptbahnhof als Knotenpunkt gleichkommt, was gerade, wenn der Wiesbadener Hauptbahnhof mal abgeschnitten sein sollte, nur marginale Auswirkungen auf den Eisenbahnknoten Wiesbaden hätte.

      1. Es mag ja sein, dass zB für die Verbindung Rheingau-Darmstadt ein bequemerer Umstieg möglich wäre, jedoch wäre dies auch der einzige Grund, einen weiteren Mittelbahnsteig zu bauen. Allerdings gibt es auch jetzt schon einige Fahrten der HLB über Kastel, wo der Umstieg dann gewährleistet ist und wenn gerade keine RB75 über Kastel fährt, kann man mit der S9 nach Bischofsheim und dort dann umsteigen. Du vergisst allerdings, dass diese eine Verbesserung bei weitem nicht ausreicht, die Nachteile zu überbieten.

        Durch den zusätzlichen Bahnsteig werden viele Kapazitäten für den Güterverkehr zerstört, was längerfristig zu großen Problemen führen wird, da man schließlich nicht einfach den Bahnsteig wieder wegzaubern kann, wenn der Hbf wieder frei ist. Darüber hinaus lassen sich (bis auf die Rhein-Main-Bahn, wobei ich dies auch nicht als allzu umständlich ansehe) alle anderen Richtungen sehr einfach auch ohne Ersatzhauptbahnhof erreichen. Dazu kommt, dass durch die verkürzte Fahrzeit ohne Umweg über FW (Wiesbaden Hbf/ Anmerkung der Redaktion) neue Fahrpläne geschrieben und mittelfristig auch montiert werden müssen (und nach Freigabe des Hbfs wieder ausgetauscht werden müssen). Diese Fahrzeitverkürzung würde außerdem den Taktknoten in Koblenz verfehlen bzw für Blockaden sorgen, vom Güterengpass FWO G (Wiesbaden Ost Güterbahnhof/ Anmerkung der Redaktion) ganz zu schweigen.

        1. Wann fährt die RB75 denn über Kastel? Das habe ich bei einer Störung schonmal erlebt, im Regelbetrieb finde ich da aber nichts.

          Ansonsten Zustimmung. Ich will nur noch anmerken, dass man mit etwas mehr Kreativität im Ostbhf prinzipiell auch ohne wirkliche Beeinträchtigungen des Güterverkehrs Bahnsteige für die rechte Rheinstrecke (und Aartalbahn) errichten könnte, notfalls ließe der sich durch Reaktivierungen von diversen Gleisen sogar vergrößern. Sinnvoll erscheint beides vorerst nicht.

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