Frankfurt: Tieferlegung U5 unter Friedberger Lstr

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Beschreibung des Vorschlags

Die U5 fährt derzeit im Nordend de facto als Straßenbahn, was erhebliche betriebliche Nachteile mit sich bringt: Höchstgeschwindigkeit ist limitiert auf 30km/h mit entsprechenden Auswirkungen auf die Fahrzeiten, die Zuglängen sind limitiert auf 75 Meter womit hier keine 4Wagen-Züge eingesetzt werden können. Durch die Gleislage komplett im Straßenraum kommt eine erhebliche Störanfälligkeit hinzu, was auch direkt Auswirkungen auf den gemeinsam mit der U4 genutzten Tunnelabschnitt hat. Diese Probleme können nur durch eine Verlegung der Linie in einen Tunnel gelöst werden, der somit langfristig unausweichlich bleibt.
Anstatt aber einfach wie ursprünglich geplant die bestehende Trasse tieferzulegen, plädiere ich für einen Trassentausch mit der Straßenbahn, und folglich Errichtung des U5-Tunnels unter der Friedberger Landstraße. Die derzeit durch die südliche Friedberger Landstraße fahrenden Straßenbahnen würden entsprechend in die deutlich weniger stark befahrene und weniger stauanfällige Eckenheimer Landstraße verlagert, was auch die Zuverlässigkeit der Tram etwas erhöht. Außerdem entfallen für die U5 die beiden engen 90Grad-Kurven am Marbachweg.

Maßnahmenumfang: Tunnel unter Friedberger bis Ostseite Hauptfriedhof mit Stationen Friedberger Platz + Nibelungenplatz + Wasserpark, letztere eventuell schon oberirdisch. Rampe Höhe Wasserpark und ab dort oberirdisch entlang der Gießener Straße bis zur Bestandsstrecke am Marbachweg. Die gesamte Neubautrasse ist damit etwa 3km lang (davon etwa die Hälfte unterirdisch) und komplett unabhängig vom übrigen Verkehr. Die Gießener Straße ist soweit breit genug um den oberirdischen Abschnitt ohne großartige Eingriffe in den Hauptfriedhof realisieren zu können.
Für die Straßenbahn Schaffung einer Gleisverbindung vom Friedberger Tor zur Eckenheimer Landstraße entlang der Eschenheimer Anlage, die Tunnelrampe mitten in den Wallanlagen kann dann endlich entfallen. Die Straßenbahngleise in der südlichen Friedberger Landstraße zwischen Glauburgstraße und Friedberger Tor sind damit obsolet, können aber für Bedarfsumleitungen betriebsfähig gehalten werden, bis zu einer kompletten Neugestaltung des dortigen Straßenraums. Zukünftige Routenführung der Straßenbahnen zur besseren Veranschaulichung im Vorschlag Straßenbahn in der Eckenheimer Landstraße.
Die Haltestellendichte bleibt genau gleich (nur Hessendenkmal wird durch eine neue Tramhaltestelle etwas weiter westlich am Scheffeleck ersetzt). Auch das Liniennetz kann grundsätzlich so beibehalten werden wie derzeit, wenn zwischen Glauburgstraße und Marbachweg eine adäquate Bedienung sowohl der Eckenheimer als auch der Friedberger Landstraße durch die Tram sichergestellt ist. Zusätzlich ist für den Erhalt der Relation Konsti – Nationalbibliothek eine neue Tramlinie vom Börneplatz durch die gesamte Eckenheimer Landstraße und nördlich anschließend auf neuen Gleisen entlang der Jean-Monnet-Straße denkbar.

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13 Kommentare zu “Frankfurt: Tieferlegung U5 unter Friedberger Lstr

  1. Von wo bis wo soll dann zukünftig die Straßenbahn fahren? Das wird mir irgendwie nicht so ganz klar. Und in einer oder zwei Linien? Vielleicht kannst du für die Straßenbahn nochmal einen eigenen Vorschlag erstellen, wo du das zeichnest. Kannst du ja dann mit diesem hier verlinken.

    Allgemein hab ich die Befürchtung, dass die Verbesserungen (etwas höhere Geschwindigkeit und Pünktlichkeit) nicht ausreichen, um den Bau eines zusätzlichen 3 km langen Tunnels zu rechtfertigen. Das Geld könnte meines Erachtens nach besser in Projekte gesteckt werden, welche noch keine attraktive ÖPNV-Anbindung (S-, U- oder Straßenbahn) haben.

    1. Es ist einfach eine kurze Neubaustrecke für die Straßenbahn zwischen Friedberger Tor (Straßenbahngleise von der Konsti) und Scheffeleck zu errichten, um die Straßenbahnen statt durch die Friedberger durch die Eckenheimer (12+18 und alles was man sonst so gerne da hätte, die Linienverläufe ändern sich in den letzten Jahren ja ständig, weswegen ich da keine genauen Tram-Linienverläufe aufgeführt habe) fahren zu lassen. Ab der Glauburgstraße kann dann wieder in die vor einigen Jahren errichtete neue Strecke in der nördlichen Friedberger gewechselt werden.

    2. Es war schon immer vorgesehen die U5 im Nordend im Tunnel fahren zu lassen (nur in den ursprünglichen Plänen halt in der Eckenheimer, während ich hier die Friedberger vorgeschlagen hab, die eigentlich die deutlich sinnvollere Route darstellt). Das Problem ist, dass man in Frankfurt viel zu oft miese Provisiorien errichtet hat, und sich danach nie mehr drum gekümmert hat, den vorgesehenen Endzustand herzustellen. Mit allen negativen Folgen. Die U5 ist im Nordend ja defacto eine Straßenbahn, die durch die Eckenheimer schleicht. Für eine U-Bahn absolut inakzeptables Tempo 30 sowie die Beschränkung auf 75Meter-Züge habe ich schon genannt. Ebenso die enorme Störanfälligkeit, weswegen der gemeinsam mit der U4 genutzte B-Tunnel ausgerechnet im innerstädtischen Abschnitt mangels Zuverlässigkeit eben der U5 nicht voll ausgelastet werden kann. Langfristig ist daher eine Herausnahme der U5 aus dem Straßenraum der Eckenheimer unumgänglich. Bevor man sich daran macht, das Netz in alle möglichen Richtungen zu erweitern, muss überhaupt erstmal das bereits bestehende Grundnetz für die zu bewältigenden Verkehrsmengen fit gemacht werden – was oberirdisch in der Eckenheimer aber nie zu erreichen sein wird.
      Anderes berüchtigtes Beispiel für die unsäglichen Frankfurter Provisorien ist ja der oberirdische Teil der A-Strecke in der Eschersheimer, der ja eigentlich auch immer in den Tunnel verlegt werden sollte.

      1. Allgemein finde ich die Idee wirklich nicht schlecht. Ich denke, wenn man wirklich einen Tunnel für die U5 braucht, dann wäre dies wahrscheinlich tatsächlich eine bessere Option als ein Tunnel unter der Eschersheimer Straße.
        Insgesamt wäre ein Tunnel aber eher langfristig zu sehen, da – wie erwähnt – es dringendere Projekte gibt, dort wo die ÖPNV-Anbindung noch sehr viel mangelhafter ist. Hinzu kommt, dass erst vor kurzem beschlossen wurde, eben die U5 nicht tiefer zu legen, sondern Hochbahnsteige an der oberirdischen Strecke zu errichten. Daher sollte man zunächst überlegen, inwiefern nicht weitere punktuelle Maßnahmen für eine Beschleunigung der U5 auf Straßenniveau für Verbesserungen sorgen können.

  2. Die U5 war tatsächlich früher mit einem deutlich längeren unterirdischen Abschnitt geplant. Aus Kostengründen verzichtete aber darauf, der längere Tunnelabschnitt sollte liebe bei einer Strecke mit mehr Nachfrage (U6/U7 durch Bockenheim) realisiert werden.
    Grundsätzlich begrüße ich den Vorschlag, auch wenn ich Intertrains Bedenken teile. Um den Nutzen zu erhöhen, könnte man aber die Linie 18 auf U-Bahn-Wagen umstellen, damit sie den Tunnel mitnutzen könnte. Für die Besiedlung rund um den Gravensteiner Platz wäre das sicher eine enorme Attraktivitätssteigerung.
    Die Strecke über den Hauptfriedhof würde ich aber keinesfalls ungenutzt lassen, hier könnte die Linie 12 ohne Streckenneubauten als Tangentiallinie bis nach Dornbusch (und weiter) fahren.

    1. „Um den Nutzen zu erhöhen, könnte man aber die Linie 18 auf U-Bahn-Wagen umstellen“

      Und was soll mit dem Südteil der Linie 18 geschehen? Oder willst du den dann auch auf U-Bahn-Betrieb umstellen? Bedenk bitte, dass die U-Bahn Hochbahnsteige benötigt und damit auch kein Mischbetrieb möglich ist.

      1. Nun hier sehe ich kein Problem. Am einfachsten wäre es natürlich die Linie an der Konsti enden zu lassen. Aber auch eine Weiterführung durch die Stadt oder über die Ostendstraße wäre denkbar. Die Führungen der südlichen Straßenbahnlinien ändern sich in den letzten Jahren ohnehin recht häufig 😉
        Noch ein Vortail wäre übrigens, dass es endlich mal mehr U-Bahnen auf der B-Strecke gibt und so der Anreiz höher wäre vom Hbf U-Bahn statt S-Bahn in die City zu nehmen.

  3. Gegen eine Straßenbahn entlang der Jean-Monnet-Straße häte ich nichts einzuwenden.

    Nach deiner Beschreibung siehst du aber eine Stilllegung der Straßenbahn in der Friedberger Landstraße vor. Okay, eine Verlegung der 12 in die Eckenheimer Landstraße wäre noch denkbar, aber ein Verzicht auf die noch recht neue 18 zum Gravensteiner Platz ist völlig indiskutabel. Von daher ist der Vorschlag abzulehnen.

    1. Es wird doch keine einzige Straßenbahnlinie eingestellt. Die bleiben allesamt erhalten, nur dass sie zukünftig auf dem Abschnitt zwischen Wallanlagen und Glauburgstraße nicht mehr durch die Friedberger (dort fährt nach meinem Vorschlag stattdessen die U5 unter der Erde) sondern durch die Eckenheimer fahren, deren Gleise dann eben nicht mehr der U5 dienen sondern der Tram. Es ist einfach nur ein Trassentausch zwischen Straßenbahn und U-Bahn. Wobei aber nördlich der Glauburgstraße sogar alle Straßenbahnstrecken wie vorhanden und geplant (zukünftige Ringlinie) erhalten bleiben, sich also am Hauptfriedhof gar nix ändert, außer dass die U5 am Ostrand entlang fährt, während in der Eckenheimer Straßenbahnen verkehren.

      1. Ich suche noch immer die Stelle, wo du in der Beschreibung die Linie 18 erwähnst. Du schreibst, dass die U5 die oberirdische Strecke ersetzen soll, da diese aber bis zum Wasserpark parallel läuft, dort aber kein Ausweichen auf die Eckenheimer Landstraße möglich ist, muss man davon ausgehen dürfen, dass du die 18 stilllegen willst. Wenn das nicht so ist, solltest du deine Beschreibung entsprechend überarbeiten.

        1. In dem Vorschlag gehts doch auch überhaupt nicht um das Straßenbahnnetz, sondern um die U5. Und ich meine dass ich sehr deutlich herausgestellt hätte, wie die Straßenbahnen stattdessen geführt werden, und welche kurzen Verbindungsstücke dafür nötig sind. Sogar noch extra einen Straßenbahnvorschlag verlinkt, der eigentlich alle Unklarheiten beseitigen sollte. Aber ums nochmal explizit hinzuschreiben: die 18 biegt dann am Friedberger Tor übers Scheffeleck (neue kurze Verbindungsspange) in die Eckenheimer Landstraße ab, folgt dieser bis zur Glauburgstraße, dann durch die Glauburgstraße zurück zur Friedberger und ab da den aktuellen Linienweg weiter nach Norden. Wobei da natürlich auch andere Linienwege möglich sind (zB der Eckenheimer bis zum Marbachweg zu folgen), der Fantasie sind da kaum Grenzen gesetzt.

          1. Wenn dein Vorschlag dazu dienen soll eine Straßenbahnstrecke stillzulegen, geht es eben doch auch um die Straßenbahn. Dann sollte man wenigstens die betroffenen Linien in der Beschreibung (nicht in irgendeiner Antwort auf eine  Kommentar) erwähnen.

            Es bleibt aber festzustellen, dass dein Vorschlag für Nutzer der Linie 18 eine deutlich längere Fahrzeit verursachen würde, was diese Leute als Verschlechterung empfinden würden.

            1. Nein, eben nicht! Der Vorschlag dient klar nicht dazu irgendeine Straßenbahnstrecke stillzulegen, sondern die U5 endlich schneller und zuverlässiger zu machen. Oberirdisch eh nicht möglich, sondern nur unterirdisch, und generell ist halt die Friedberger in meinen Augen eindeutig der besser geeignete U-Bahn-Korridor als die Eckenheimer (kürzer und vermeidet die Kurven am Marbachweg). Die Verlegung der Straßenbahn in die südliche Eckenheimer dient dem Erhalt der dortigen Strecke mit ihren Haltestellen. Dass damit der Abschnitt in der südlichen Friedberger obsolet wird, ist nur eine Folge, wobei selbst das noch nicht zwangsläufig heißen muss, dass sie auch wirklich abgebaut wird. Steht aber auch alles so in der Vorschlagsbeschreibung.
              Der Umweg ist etwa ein halber Kilometer, das sind gerade mal 2 Minuten längere Fahrzeit – für eine Straßenbahn, wo es eh eher um Feinerschließung als um Fahrzeiten geht, durchaus noch akzeptabel. Demgegenüber steht die ganz erhebliche Beschleunigung der deutlich (letzter mir bekannter Stand war ca Faktor 4 gegenüber der 18) stärker genutzten U5 – einer U-Bahn wo es dann tatsächlich darum geht große Fahrgastströme über längere Strecken mit möglichst niedrigen Fahrzeiten zu befördern (projektierte Verlängerungen zum Frankfurter Berg und auch ca zum Feldbahnmuseum sind bekannt?). Durch die zudem erhebliche Erhöhung der Zuverlässigkeit und die Möglichkeit dann endlich 100m-Züge einsetzen zu können, profitiert davon dann auch der sich anschließende B-Stammstreckentunnel zwischen Konsti und Hauptbahnhof und damit die ebenfalls dort verkehrende U4 (Entlastung durch bessere Ausnutzung der Kapazitäten, außerdem sind dichtere Takte möglich).

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