[H] Stadtbahn nach Ronnenberg und Gehrden

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Beschreibung des Vorschlags

Es gibt bereits einige Vorschläge, um Ronnenberg und Gehrden an das Netz der Stadtbahn Hannover anzubinden. Diese Vorschläge sehen alle eine Anbindung an die Linie 9 in Empelde vor. Ich möchte nun vorschlagen, die Orte stattdessen an die geplante Linie 13 in Wettbergen anzubinden.

Streckenverlauf

Die Linienführung soll zunächst der B217 folgen. An der Ampelkreuzung B217/Im Hellerloh soll eine neue Haltestelle entstehen, um die südlichen Wohngebiete Wettbergens an die Stadtbahn anzubinden. Die Bahn schwenkt dann nach Westen fort von der B217, erschließt den Nordosten von Ronnenberg mit einer kurzen Tunnelstrecke, in deren Verlauf auch die B217 unterquert wird. Für die Führung im Tunnel habe ich mich entschieden, weil an dieser Straße die Feuerwehrtechnische Zentrale und die Polizei Ronnenberg liegen, deren Einsatzfahrzeuge nicht durch Stadtbahnfahrzeuge behindert werden sollten. Außerdem ist der Bau von Hochbahnsteigen in einer so schmalen Straße nicht ohne Weiteres möglich und nicht zuletzt wird so die vierstreifige B217 ohne einen langgezogenen Bahnübergang gequert. Auf die Südseite der B217 muss die Strecke so oder so verlegt werden, denn anders ist die enge Kreuzung am Ihmer Tor nicht zu bewältigen. Dort entsteht eine weitere Haltestelle Einer Anregung von Georg folgend führt die Strecke dann Richtung Ronnenberg und durch die Empelder Straße. Dort entsteht eine neue Haltestelle sowie noch zwei weitere im Ortsgebiet von Ronnenberg: im Ortszentrum nahe dem ZOB „Lange Reihe“ und eine am neuen Bahnhof, sofern dieser Vorschlag von Tramfreund94 umgesetzt wird.

Außerhalb des Ronnenberger Ortsgebiets wird die Trasse auf die Nordseite der Gehrdener Straße verlegt, wo die Bahnen mal ihr volles Tempo ausfahren dürfen. Die erste Haltestelle in Gehrden wird, genau wie heute bei der Linie 500, auf Höhe der Ronnenberger Straße liegen. Dann quert die Trasse ein Kleingartengelände und erreicht das Stadtzentrum mit den Haltestellen Katholische Kirche und Steintor. Die Endhaltestelle Nordfeld soll jenseits der Umgehungsstraße liegen, um genügend Platz für eine Bahn-/Bus-Umsteigeanlage und einen P&R-Platz zu haben.

Linie 13

Die neue Stadtbahnlinie soll an die Linie 13 angebunden werden, die es noch nicht gibt. Darum ein kurzer Abriss über die anstehenden Veränderungen im Lindener und Ricklinger Stadtbahnnetz: Die Linie 7 soll zukünftig nicht mehr nach Wettbergen fahren, sondern an der Wallensteinstraße nach Süden abbiegen und bis Hemmingen verkehren. Als Ausgleich soll die bestehende Linie 17 bis Wettbergen verlängert werden und in 13 umbenannt werden, um den Fünfminutentakt für Wettbergen und Mühlenberg aufrechtzuerhalten. Diese Linie 13 möchte ich nach Gehrden verlängern. Bewusst die 13 und nicht die 3, weil diese schon Richtung Nordosten einen sehr langen Linienweg aufweist. Außerdem würde die verlängerte Linie 13 ziemlich genau dem Linienweg der heutigen sprintH-Linie 500 folgen, die alle zehn Minuten vom hannöverschen ZOB nach Gehrden verkehrt, mit der einzigen Abweichung, dass der Linienweg nicht mehr über den Deisterplatz und die Bornumer Straße, sondern über die Ritter-Brüning-Straße und den Ricklinger Stadtweg führen würde. Für die Anbindung des Großmarktgeländes dürfte ein Stadtteilbus ähnlich der alten Linie 254 mit guten Anschlüssen am Mühlenberger Markt und der Wallensteinstraße ausreichend sein.

Diskussion

Die Fahrzeiten der Linien 13 und 500 von Wettbergen zum Hauptbahnhof sind ungefähr dieselben. Der größte Zugewinn für die Fahrgäste aus Ronnenberg und Gehrden bestünde also (neben etwas zusätzlichem Komfort durch die laufruhigeren Bahnen) in der deutlichen Kapazitätsausweitung, indem die bisher eingesetzten Busse durch Stadtbahnen in Doppeltraktion ersetzt würden. Dreifachtraktionen sind auf der Linie 13 aufgrund der kurzen Bahnsteige nicht möglich – sollten sie nötig werden, müsste wohl doch die Linie 3 statt der 13 nach Gehrden verlängert werden. Die Stadtbahnanbindung ermöglicht außerdem bahnsteiggleiche Umstiege, wo bisher von der Bushaltestelle zur Stadtbahn gelaufen werden muss.

Eine Herausforderung wird die Führung durch die engen Straßen in Ronnenberg und Gehrden. Hochbahnsteige an der Langen Reihe in Ronnenberg sowie am Steintor in Gehrden dürften schwierig zu realisieren sein. Gegebenenfalls müssten der Edeka in Ronnenberg und der Rewe in Gehrden Federn bzw. ein paar PKW-Stellplätze lassen.

Großes Potenzial bietet die Verlängerung für P&R-Pendler aus dem Süden der Region, die bisher auf der B217 ins Zentrum fahren. Für diese könnte am südlichen Stadtrand, an der neuen Station „Im Hellerloh“ eine großzügige P&R-Anlage entstehen – denn die Anlage in Wettbergen ist hoffnungslos unterdimensioniert – sodass der Umstieg auf den ÖPNV attraktiver wird.

Metadaten zu diesem Vorschlag

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11 Kommentare zu “[H] Stadtbahn nach Ronnenberg und Gehrden

      1. Sorry, saß im Zug…^^

        Ich finde die Trassenführung viel zu Kurvenreich. Speziell der Tunnelbahnhof eignet sich für die paar Häuser nicht wirklich, zumal diese auch im Einzugsbereich der Hauptstraße liegen würden.
        Ich habe mich mit diesem Kapitel noch nicht so ausführlich beschäftigt, es ist mir aber direkt ins Auge gestochen, ich denke, da gibt es bessere Alternativen. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Führung nördlich und am bestehenden Bahnhof Ronnenberg vorbei?

        1. Dann will ich nichts gesagt haben 🙂

          Eine nördliche Variante hatte ich auch in Erwägung gezogen, aber der Siedlungsschwerpunkt in Ronnenberg ist eindeutig die Ost-West-Achse Gehrdener Straße–Über den Beeken–Ihmer Tor. Dort liegen die Geschäfte, Ärzte, Schulen und das Kulturzentrum Lütt Jever Scheune. Eine Linienführung am nördlichen Ortsrand würde Ronnenberg nur extrem peripher erschließen, darum würde ich auch, wie Tramfreund vorgeschlagen hat, den Bahnhof an die Gehrdener Straße ziehen.

          Die Kurven sehe ich ein Stück weit als nötiges Übel an, weil die Kreuzung B217/Ihmer Tor einfach zu eng ist, um von der B217 direkt ins Ihmer Tor abzubiegen.
          Dasselbe gilt für die Kurven zur Empelder Straße und zum Stadträr, da kann man auch keine 25-Meter-Radien einrichten, ohne die Eckhäuser abzureißen.
          Bleibt nur, die Bahn auf die Südseite der B217 zu schwenken und einen größeren Bogen zu fahren. Dazu hatte ich verschiedene Varianten erwogen, z.B. eine geradlinige Streckenführung vom Hellerloh aus, die dann die B217 in einem extrem spitzen Winkel schneiden würde. Dort würde dann entweder ein sehr langgezogener BÜ mit ebenso langen Rotphasen fällig, der sich schnell zum Unfallschwerpunkt entwickeln würde, eine lange Brücke oder ein langer Tunnel.
          Man könnte die Bahn auch in einem Schlenker die B217 queren lassen und dort einen kurzen BÜ oder eine kleine Unterführung einrichten. Damit würde man aber den Nordosten Ronnenbergs sehr weit umfahren und Potenzial verschenken. Darum habe ich mich für diese Streckenführung entschieden, um dieses Gebiet mit anzubinden. Das macht den Standort auch für künftige Neubaugebiete attraktiver.

          Der Tunnel muss nicht unbedingt sein, ist aber vielleicht in Anbetracht der angrenzenden Standorte von Polizei und Feuerwehr vernünftig. Ansonsten kann man die Strecke natürlich auch oberirdisch führen und eine eventuelle neue Haltestelle jenseits des Karl-Krause-Wegs errichten, falls dort die Bebauung verdichtet werden sollte.

  1. Also ganz grundsätzlich erstmal finde ich die Variante, Gehrden über Wettbergen und Ronnenberg anzubinden, deutlich besser als jene über Empelde. Im Bezug auf die Trassenführung in Ronnenberg stimme ich jedoch rororororo zu: Sie gefällt mir nicht wirklich gut. Denn der Tunnel ist ziemlich teuer für ein Dorf wie Ronnenberg. Ich würde eine Trasse über die K234 (Empelder Straße) in Ronnenberg bevorzugen, da sie auch mehr Potential erschließt. Am Ende der Straße könnte man dann auf deine Trasse abbiegen. Die Kurve ist zugegebenermaßen recht eng, aber günstiger als der Tunnel und der Umweg allemal.

    Aber auch in Gehrden finde ich deine Trasse nicht gut, denn du bedienst nur die Nordstadt, nicht aber die Innenstadt und die Südstadt. Sicherlich ist Gehrden insgesamt nur schwer durch eine schienengebundene Bahn zu erschließen (man gucke sich den Weg der 500 an), aber ich denke etwas besser geht es durchaus. Dazu würde ich die Trasse an der katholischen Kirche nach links auf die Schulstraße und dann über das Dammtor zum Krankenhaus. Damit würde zwar das Steintor nicht bedient, dafür würdest du aber die Innen- und die Südstadt anbinden.

    1. Die Trasse durch die Empelder Straße hatte ich auch im Visier, aber schau dir die Kreuzung Empelder Straße/Über den Beeken an. Ich habe es nicht exakt vermessen, aber über den Dauen gepeilt sieht das zu eng für eine stadtbahntaugliche Kurve aus. Meinst du, dass das passt?

      Was Gehrden betrifft, stimme ich dir in allen Punkten zu: die wichtigen Ziele wie die Schulen und das Krankenhaus nimmt mein Vorschlag nicht mit. Ich habe den Fokus auch auf Barrierefreiheit gelegt, die ab 2022 gesetzlich vorgeschrieben ist. Im Gehrdener Süden liegen ausgedehnte Wohnviertel mit schmalen Straßen und vielen Grundstückszufahrten, wo sich nur schwer Hochbahnsteige einrichten lassen. Darum habe ich mich bewusst gegen eine Führung durch die Lange-Feld- und Franzburger Straße entschieden. Das wird ein leistungsstarker Stadtbus übernehmen müssen.

      1. Die Trasse durch die Empelder Straße hatte ich auch im Visier, aber schau dir die Kreuzung Empelder Straße/Über den Beeken an. Ich habe es nicht exakt vermessen, aber über den Dauen gepeilt sieht das zu eng für eine stadtbahntaugliche Kurve aus. Meinst du, dass das passt?

        Knapp 30m Empelder Straße/Über den Beeken. Sollte also möglich sein.

        Ich habe den Fokus auch auf Barrierefreiheit gelegt, die ab 2022 gesetzlich vorgeschrieben ist. Im Gehrdener Süden liegen ausgedehnte Wohnviertel mit schmalen Straßen und vielen Grundstückszufahrten, wo sich nur schwer Hochbahnsteige einrichten lassen. Darum habe ich mich bewusst gegen eine Führung durch die Lange-Feld- und Franzburger Straße entschieden. Das wird ein leistungsstarker Stadtbus übernehmen müssen.

        Dann die Frage, was der Vorteil der Stadtbahn gegenüber dem Bus ist? Umstiegszwang in Gehrden, durch die Verlängerung der Goetheplatz-Linie nur eine minimale Fahrzeitersparnis in Hannover. Das dürfte Fahrzeittechnisch letztendlich also ein Nullsummenspiel werden. Und die Kapazität der Busse könnte man notfalls in der HVZ auch noch weiter erhöhen. Und da du in der Beschreibung den Komfort angesprochen hast: Ich hatte neulich das Vergnügen, dass ich mit der 4 im TW3000 bis nach Garbsen fahren durfte. Als ich an der Schönebecker Allee dann in den 404er umgestiegen bin glich das einer Erlösung. Die Stadtbahnen sind vielleicht im Stadtverkehr komfortabler als Busse, bei längeren Überlandstrecken (auf denen der Bus mit einigermaßen konstanter Geschwindigkeit fährt) finde ich persönlich die Regiobusse komfortabler. Das liegt insbesondere auch daran, dass die Sitze gepolstert und nicht spiegelglatte Holzoberflächen sind.

        1. Okay, wenn das passt, dann ist die Führung durch die Empelder Straße natürlich vernünftiger. Ich habe den Vorschlag entsprechend angepasst. Nur aus Neugier: womit misst du die Radien aus? Ich habe nur Augenmaß und Google Maps zur Verfügung und das Gefühl, dass das doch besser gehen muss. Darum wäre ich für jeden Tipp dankbar.

          Der Umstiegszwang in Gehrden ist natürlich unschön und ich bin mir bewusst, dass der Trend gerade anscheinend wieder weg vom gebrochenen Verkehr geht; jedenfalls werden für einige sprintH-Linien Verlängerungen in die Innenstadt von Hannover geplant. Ich glaube, dass die Reisezeitverkürzung auf dem Papier zwar nur sehr gering ausfallen wird, aber in der Realität dadurch größer sein wird, dass die Bahn nicht mehr wie weiland die 500 auf der Bornumer Straße im Stau steckt, sondern zügig und mit Ampelbevorzugung die Wallensteinstraße langpesen kann. Ja, die Sitze mögen härter sein, aber dafür sind die Bahnen laufruhiger und insgesamt leiser unterwegs, sodass man entspannter Zeitung lesen oder schon was arbeiten kann. Dazu gehört auch, dass die ständigen Rechts-Links-Schlenker beim Heranfahren an Haltestellen entfallen. Die Regiobus setzt außerdem primär Regionalbusse mit winzigen Mehrzweckbereichen ein, sodass auch Fahrgäste mit Kinderwägen, Rollatoren usw. von den in dieser Hinsicht großzügiger bemessenen Bahnen profitieren würden – und zwar deutlich mehr als von mehr oder größeren Bussen.

          1. Nur aus Neugier: womit misst du die Radien aus? Ich habe nur Augenmaß und Google Maps zur Verfügung und das Gefühl, dass das doch besser gehen muss. Darum wäre ich für jeden Tipp dankbar.

            Da gibt es verschiedene Tools, entweder, du installierst dir Google Earth und misst damit oder du nutzt Online-Tools mit schlechteren Karten/Satellitenbildern. Anzuführen wäre hier z.B. Calcmaps.

            Mit der Umfahrung der Staus hast du natürlich recht, da würde tatsächlich ein gewisser Vorteil entstehen. Die Frage ist halt, für welchen Preis man diesen Vorteil im Busverkehr erhalten könnte (Busspuren in Hannover, etc.) – und der Rest ist letztendlich Ansichtssache.

  2. Ach ja, eine Anmerkung noch. Ich würde definitiv die 3 nach Gehrden verlängern und nicht die 13. Denn die 17 braucht aktuell 17 Minuten vom ZOB zur Wallensteinstraße, die 3 hingegen nur 12. Eine 5 Minuten längere Fahrtzeit wäre sicherlich für viele Fahrgäste eher unattraktiv. Der 500er braucht aktuell übrigens 24 Minuten nach Wettbergen, bei der 3 sind es 18. Die Fahrtzeit der 13 bis Wettbergen wäre also nahezu identisch mit der des 500er Busses, wohingegen die 3 definitiv einen Gewinn für Gehrden darstellen würde.

    1. Darüber habe ich lange nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass das etwas ist, was ich nicht hier am Reißbrett entscheiden möchte. Dafür müsste man eine Befragung in Gehrden, Ronnenberg und in der 500 durchführen und herausbekommen, was die Hauptziele der Pendler sind. Nur auf der Basis dieser Daten würde ich eine finale Entscheidung treffen wollen. Einstweilen habe ich die 13 ausgewählt, damit fürs erste alles ein Stück weit so bleibt, wie es war.

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