[HH – Tram] E: Alsterhalbringe

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Beschreibung des Vorschlags

Dieser Vorschlag ist Teil einer Serie zum Wiederaufbau eines Straßenbahnnetzes in Hamburg. Zur Übersicht mit allen anderen Strecken samt Liniennetzvorschlag gehts hier.

 

Hamburg kann getrost als ÖPNV-Entwicklungsland bezeichnet werden, zumindest für mitteleuropäische Verhältnisse. Hauptaspekt ist eine wenig erklärliche Aversion gegen Oberflächenschienenverkehr, seit Einstellung der letzten Tramlinie 1978 (eines noch in den 50er Jahren ausgebauten Netzes) herrscht in Hamburg vor allem eines: chronischer Mangel. Fast größenwahnsinnige U-Bahn-Pläne aus der Zeit wurden zu großen Teilen nicht umgesetzt, eine Straßenbahn fehlt, Doppelgelenkbusse mögen Doppelgelenkbusse sein – doch ein Bus ist am Ende immer noch das Verkehrsmittel niederster Ordnung. Ohne Tram und überlastetem Busnetz muss die U-Bahn teilweise auch Feinverteilerrollen übernehmen, was dem Sinn einer Schnellbahn fundamental widerspricht.

(Eine ausführliche Beschreibung gibt es in den Vorschlägen A-D und der Übersicht).

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Die Idee eines Nordhalbringes ist im Hamburg nichts neues, als U-Bahn sehe ich dafür für die nächstenn Jahrzehnte aber nur wenig Chancen. Da hier eh nur sekundäre Verkehrswege genutzt werden, bietet sich die Tram eher an.

Die Alsterhalbringstrechen setzen sich aus drei Einzelstrecken zusammen, die vor allem tangentiales Potenzial erschließen und die Ring-U-Bahn entlasten sollen. Mit dem Winterhuder Markt entsteht ein neuer Knotenpunkt im ÖPNV, an dem auch die Nordtangente Lurup – Farmsen anschließt. Zwischen Uhlenhorst und Borgfelde werden erstmals wieder die parallel auf die City zulaufenden Schnellbahnlinien, die zukünftige U5 ist dabei berücksichtigt, tangential miteinander verbunden.

Die Strecken

  • Hauptring: Altona Rathaus – Holstenstraße – Gärtnerstraße – Winterhude Markt – Sierichstraße  – Goldbekplatz – Mundsburg – Landwehr – Burgstraße
  • Innerer Westring: Altona Rathaus – Schulterblatt – Schlump – Hallerstraße – Alsterchaussee
  • Groß Borstel-Ast: Winterhude Markt – Lattenkamp – Rosenbrook – Spreenende

Der innere Halbring ist die Wiederbelebung der alten Tramlinie 27, und sollte für die westlichen Stadtviertel eine attraktive Querverbindung darstellen. Der Hauptring trägt Hamburgs besondere Stadtstruktur um die Alster herum Tribut, und fördert mit Altona und Winterhude Sekundärzentren, auch am Bf Mundsburg kann eine Hubentwicklung stattfinden. Mit Groß Borstel wird dann ein vergleichsweise großers Wohngebiet wieder neu angeschlossen, aus Netzgründen (Umwege) aber an die Alsterringe, und nicht die Grindellachse. Diese wird dafür am Schlump und Siemersplatz erreicht, gerade ersterer könnte ein interessanter Umstieg aus Richtung Wedel/Altona als Alternative zum Bahnhof Dammtor sein. Zudem stellt Altona einen Umsteigeknoten zur Linie nach Othmarschen da. An der Alsterchaussee wird das Tennisstadion in Rothenbaum erreicht.

Die Kreuzung Trapenbekstraße / Breitenfelder Straße am Eppendorfer Park (sehr verkehrsreich) wird mit einem kurzem Tunnel überwunden.

Im Süden werden mit einer Strecke den Elbberg hinunter die Fährterminals in Altona und Neumühlen angeschlossen, dies ist z.b. für Pendler aus Finkenwerder interessant.

Metadaten zu diesem Vorschlag

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8 Kommentare zu “[HH – Tram] E: Alsterhalbringe

  1. Wenn ich das so sehe fällt mir ein Vorschlag ein, der mir schon seit längerem im Kopf herumschwirrt. Dieser ließe sich  auch gut mit den hier vorgeschlagenen Strecken realisieren. Nur von der Linienführung würde ich etwas anpassen und zwar würde ich abweichend zu deinen Vorschlägen eine Linie von (…-) Hamburg Hbf – Mundsburger Brücke – Winterhude empfehlen. Diese könnte dann in etwa die Hauptverkehrsströme Buslinie 6 aufnehmen (die ja trotzdem zur Erschließung der Parallelstraßen ausgedünnt verkehren kann). Die Linie kann ja – wie hier angedeutet – auch meinetwegen wieder runter bis Altona durchgebunden werden oder sogar als Rundkurs mit der Grindellinie.

    Den Abschnitt Mundsburg – Burgstraße sehe ich ein wenig kritisch, da er zwar eine Verbindung zwischen den ganzen Radiallinien der U- und S-Bahnen herstellt, aber diese verlaufen schon so eng nebeneinander das so gut wie gar kein neues Potential erschlossen wird und als ausschließlich von Umsteigern zwischen den Linien genutzte Verbindung sehe ich da zu wenig Potential. Daher würde ich den Abschnitt entfallen lassen.

    Insgesamt aber auf jeden Fall sinnvoll so ein Straßenbahnnetz für Hamburg. Ansonsten: Mach erstmal fertig, dann schreibe ich nochmal weiteres.

    1. Ist fertig. Nordtangente folgt sogleich, nur südlich der Elbe wird sichs noch etwas ziehen – aber das ist ja eh eher seperat. Was ich hier allgemein zeichne, korrespondiert nicht unbedingt mit dem Liniennetz, dass mir im Kopf herumschwebt – da kommt noch ein seperater Übersichtsbeitrag mit Netzvorschlag. Aber schön, wenn es dir gefällt.

      Der Metrobus 6 ist so ein Thema, ja. Da mir die Osttangente (der U-Bahn-Ring zählt eigentlich nicht, da auf die City ausgerichtet) aber für aber ein zentrales Anliegen und die Achse Hbf – St. Georg – Mundsburg bei mir eh schon doppelt belegt ist (U5, die ich im Osten nicht ignoriere und meine Radiale nach Farmsen) wurde mir der Abschnitt Mühlenkamp – Mundsburger Brücke etwas zu viel. Aber seinen Reiz hat das, ich denk da nochmal drüber nach. Ist ja ein vergleichsweise kurzes Stück, wo Schienen dann noch fehlen.

      Was aber auch heißt: Mundsburg – Burgstraße mag wenig neues Potenzial erschließen (das stimmt), aber es entlastet bestehende Umsteigeknoten und erlaubt eine Direktverbindung in den Norden der Stadt. Würde ich gerne behalten.

        1. Ich möchte sie jetzt nicht auf ein besonderes Podest heben, aber zumindest im Ostast (wo es in einigen Jahren losgehen könnte) auch nicht komplett ausblenen – sonst hätte ich zb. auch noch eine direkte Linie City – Mundsburg – Bramfeld gezeichnet.

          (Falls es an der U5 losgeht, ist für mich auch spätestens am Hauptbahnhof Schluss. U4-Vorleistungsröhren am Hauptbahnhof aktivieren, zwei neue Röhren zur Jungfernheide, die Stadtrundfahrt in die HafenCity (wer hat diesen Schwachsinn eigentlich geplant) etwas sinnvoller machen.) Im Westen blende ich mögliche U5-Trassen dafür komplett aus – da muss sich der ÖPNV jetzt verbessern, nicht im 15 Jahren.

           

  2. Hi Zeru,

    wenige hundert Meter hinter dem von dir gezeichneten Endpunkt „Alsterchaussee“ befindet sich die Hochschule für Musik und Theater. Ich würde die Strecke bis dorthin weiter führen, denn wenn die Strecke für die dort Studierenden und Lehrenden attraktiv nutzbar ist, könnte das den Nutzen der ganzen Strecke gewiss merklich steigern.

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