IC-Achse Ludwigslust – Halle (S)

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Beschreibung des Vorschlags

Wer derzeit zwischen den Metropolregionen Mitteldeutschland und Hamburg fahren möchte, und dabei auf stundenlanges Sitzen in Regionalzügen oder in den Zügen der S-Bahn Mittelelbe verzichten möchte, der wird zu Umwegen entweder über Hannover oder über Berlin gezwungen, was sich deutlich negativ auf den Fahrpreis auswirkt. Zudem kommt man um die Nutzung der Zuggattung ICE kaum herum, was den verhältnismäßig hohen Fahrpreis auch eher negativ beeinflusst. Doch eigentlich gibt es eine relativ direkte, zweigleisige, elektrifizierte Strecke zwischen den beiden Regionen, die so viel kürzer ist, dass man auch mit einem IC attraktive Fahrzeiten erreicht, und die sich auf Grund der Geschwindigkeit, mit der sie befahrbar ist, auch gut als IC-Strecke eignet. Zusätzlich zur überregionalen Funktion kann so auf der Städterelation Wittenberge – Stendal – Magdeburg schnellerer Verkehr etabliert werden.

Die Idee ist, die Kernachse Ludwigslust – Halle (S) im 2-Stunden-Takt zu befahren. Anschließend an diese Kernachse sollen unterschiedliche Ziele bedient werden. Im Norden ist das Hauptziel Hamburg-Altona, je ein Zug fährt ab Ludwigslust abweichend dazu weiter nach Lübeck und nach Rostock. Im Süden ist das Hauptziel Leipzig Hbf, je ein Zug fährt ab Halle (S) abweichend dazu weiter nach Erfurt und nach Jena-Göschwitz.

So ergibt sich folgendes Fahrtenangebot:

3 Zugpaare:

Hamburg-Altona – Leipzig Hbf

 

Je 1 Zugpaar:

Hamburg-Altona – Jena-Göschwitz

Hamburg-Altona – Erfurt

Lübeck Hbf – Leipzig Hbf

Rostock Hbf – Leipzig Hbf

 

Die Züge sollen mit 200 km/h fahren. Die DB hat vor kurzem 23 200 km/h schnelle Züge bei Talgo bestellt, mit einem Rahmenvertrag für bis zu 100 Züge. Dieser Rahmenvertrag könnte für diese Achse genutzt, beziehungsweise erweitert werden.

Die Züge sollen im Abschnitt Ludwigslust – Wittenberge zusammen mit der ebenfalls 2-stündlich fahrenden EC-Linie 27 (Hamburg – Prag/Budapest) einen Stundentakt ergeben. So ergibt sich zwischen Hamburg-Altona und Wittenberge ein Stundentakt mit 2 Taktlücken. Auf diese Weise, also mit der Einfügung in einen bestehenden Takt, sollten sich zudem im Raum Hamburg die meisten Trassenkonflikte vermeiden lassen.

 

In einer graphischen Darstellung sieht meine Idee folgendermaßen aus:

Zugpaar 1

Zugpaar 2

Zugpaar 3

Zugpaar 4

Zugpaar 5

Zugpaar 6

Zugpaar 7

Rostock Hbf

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Bützow

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Bad Kleinen

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Lübeck Hbf

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Schwerin Hbf

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Hamburg-Altona

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Hamburg-Dammtor

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Hamburg Hbf

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Hamburg-Bergedorf

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Büchen

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Ludwigslust

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Wittenberge

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Stendal

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Magdeburg Hbf

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Köthen

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Halle (Saale) Hbf

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Leipzig/Halle Flughafen

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Leipzig Hbf

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Weißenfels

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Naumburg (Saale) Hbf

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Apolda

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Weimar

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Erfurt Hbf

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Jena Paradies

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Jena-Göschwitz

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Metadaten zu diesem Vorschlag

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20 Kommentare zu “IC-Achse Ludwigslust – Halle (S)

  1. Ein Zugpaar gibt es auf der Achse ja schon (oder sind es zwei?), und ich konnte mich davon überzeugen: Ja, es sitzen auch Leute drin. Von daher find ich die Sache ausgesprochen gut und man muss meinetwegen nichtmal warten, bis die neuen Talgozüge oder wasauchimmer da sind. Ist ne prima Auslauflinie für die altehrwürdigen IC-Garnituren (das Reisen im deklassierten Apmz mit seinen Omasesseln ist jedenfalls grandios! 😉 ), und wenn die endgültig rum sind kann man immer noch gucken.
    Mit gefällt der Gedanke auch gut, von Hamburg aus mal woandershin zu fahren als immer nur nach Berlin, Berlin, Berlin.

    Ich würds aallerdings etwas schlanker gestalten:
    Im Norden im Wechsel nach Hamburg und Rostock (einzelne nach Warnemünde). Lübeck wär mit nem Regio-Anschluss ab Schwerin oder Bad Kleinen ausreichend abgedeckt.
    Im Süden würd ich mich auf Leipzig beschränken und einzelne nach Chemnitz oder ganz verwegen bis ins tiefste Erzgebirge durchbinden, getreu dem Motto „Von den Bergen an die See – mit dem Urlauber-IC“. Die Altstrecke nach Erfurt ist in meinen Augen mehr so MDV, Jena was für nen IC *-Nürnberg-Saaletal-*. Und zwar beides mit Neigetechnik, wegen der bogenreichen Strecken.

    Infrastrukturmäßig seh ich eher die 160 auf dem Tacho: Es ist eben ne klassische B-Linie, die nicht ganz so viel Zuspruch finden wird wie die großen Achsen. Da muss man schon ein bisschen auf die Kosten gucken, und die gehen genau ab 160km/h _dramatisch_ in die Höhe.

    1. Hallo Richard Vogler

      es gibt ein Zugpaar auf der Strecke, welches von Leipzig nach Rostock fährt, fährt aber leider noch nicht mal täglich, sondern unregelmäßig.

      Im Wechsel nach Rostock und nach Hamburg finde ich persönlich etwas unglücklich, da ich mir sicher bin, dass Hamburg das deutlich größere Fahrgastpotential bietet, entsprechend sollte dort meiner Meinung nach auch die Mehrzahl der Züge hin fahren, und nicht nur die Hälfte.

      Du schreibst, die Altstrecke nach Erfurt sei eher etwas für die MDV, Jena eher etwas für den Saaletal-IC. Das Problem dabei ist, dass damit die nördlichste Stadt, zu der es von Jena, Weimar, Naumburg etc. eine Direktverbindung gibt, Leipzig ist. Ich glaube nicht, dass dies den Kundenwünschen gerecht wird, die auch mal weiter nach Norden als nach Leipzig wollen. Es gibt ja heute schon einen ICE, der von Hamburg über Berlin und Leipzig nach Jena-Paradies fährt, dieser fährt abends nach Jena und morgens wieder nach Hamburg. Dieses IC-Zugpaar wäre für Jena eine zweite, für den Endkunden deutlich günstigere aber ähnlich schnelle, Verbindung nach Hamburg, die genau entgegengesetzt fährt, Vormittags nach Jena und Nachmittags wieder nach Hamburg.

      Die 200 km/h habe ich vor allem angesetzt, da ich ja in der Beschreibug geschrieben habe, die Züge zwischen Wittenberge und Hamburg in den Takt der 2-stündlich fahrenden EC Hamburg-Prag/Budapest einzufügen, die nun eben mit dieser Geschwindigkeit unterwegs sind.

      1. > Das Problem dabei ist, dass damit die nördlichste Stadt, zu der es von Jena, Weimar, Naumburg etc. eine Direktverbindung gibt, Leipzig ist.

        Des Problems Lösung lautet: Einmal umsteigen, bitte! Ist schon mal zuzumuten, wenn der Anschluss passt. Oder, um Phrasenschwein Rudi mit weiteren 5 Euro zu füttern: Die Eisenbahn kann halt nicht jeden von Haustür zu Haustür bringen.

        1. Umsteigen, nur wo? In Weißenfels und Halle, dazwischen Regionalverkehr? Oder Weißenfels – Halle via Leipzig, umwegiger wirds nicht, und dort umsteigen? Ich glaube schon, dass es von diesen Städten aus Potenzial in Richtung Norden gibt, daher erachte ich es als sinnvoll, diesem Potenzial mit bedarfsgerechten Verbindungen gerecht zu werden. Es geht je nur um jeweils ein tägliches Zugpaar nach Erfurt und Jena, nicht um einen Stundentakt.

    2. Lübeck hat übrigens auch Probleme, weil die vorgeschlagene Route den Neubau einer Verbindungskurve bei Bad Kleinen erfordert. Ob man für eine solche Linie den Aufwand auf sich nimmt, ist halt eher fraglich.

      1. Ist offiziell geplant und im D-Takt sind ja sogar ICEs Kopenhagen – Lübeck – Schwerin – Berlin vorgesehen. Aber gerade deswegen braucht es m.M. nicht noch diese zusätzlichen ICs nach Lübeck.

        1. Meiner Meinung nach hat das eine mit dem anderen wenig zu tun. Der vorgesehene Zug aus Kopenhagen fährt ja nach Berlin, und zwar zwischen Schwerin und Spandau ohne Zwischenhalt. Klar kann ich dann in Berlin in Richtung Mitteldeutschland umsteigen, aber erstens ist das keine Direktverbindung mehr, und zweitens ist das genau das, was ich in der Beschreibung am aktuellen Sachstand kritisiere: Man wird zu Umwegen gezwungen, die sich auch im Fahrpreis niederschlagen, obwohl es eine viel direktere Strecke gibt.

          Und hey, ich rede hier nur von einem Zugpaar am Tag!

        2. Wenn man in Schwerin einen hübschen Anschluss herstellt, kann man meines Erachtens vielleicht auch so eine gute Verbindung Lübeck–Magdeburg herstellen. Am Ende würde Sachsen-Anhalt davon insofern noch viel mehr profitieren, als dass man damit ja auch eine hervorragende Verbindung Dänemark–Sachsen-Anhalt herstellt.

    3. Tatsächlich gibt es etwas, was für mich gegen Leipzig als Ziel spricht. Und zwar: Möchte man in Magdeburg auch einigermaßen den Taktknoten mitnehmen, führe man so ziemlich parallel zu den IC Hannover–Leipzig. Gut, diese würde ich in so einem Fall unbedingt über Dessau–Bitterfeld führen, um diese anzubinden, sodass man von Hannover nach Halle dann in Magdeburg in den Touri–IC umsteigen müsste. Aber Leipzig als Ziel bliebe trotzdem doppelt. Das würde in meinen Augen für eine Fortbindung ab Halle anderswo hin sprechen.

  2. Sehe ich ähnlich wie Richard, wobei ich durchaus auch höherwertiges Potential auf der Strecke sehe, vor allem für die Relation Magdeburg – Hamburg. Daher würde ich sagen, dass es hier zwei mögliche Richtungen gibt, die man hier einschlagen könnte: Entweder den im D-Takt als „IC-light“ titulierten Fernverkehr von Chemnitz – Leipzig – Magdeburg – Schwerin – Rostock, welcher durchaus auch in das NV-Angebot eingebunden werden könnte (immerhin dürften die Länder S-A und M-V ein gewisse Interesse an der Stärkung ihrer Landeshauptstädte haben). Oder höherwertiger Reiseverkehr mit Talgo und Vmax 230 auf der Strecke Hamburg – Magdeburg – Halle – Süddeutschland/Österreich wie ich auch schon einmal vorgeschlagen hatte.

    1. Halle Intertrain,

      ich kann die von dir angesprochene „IC light“-Linie in den Download-Dokumenten des Deutschlandtaktes nicht finden. Vielleicht könntest du da nähere Informationen dazu geben. Aus dem wie du es beschreibst, kann ich zudem keinen wirklich Vorteil gegenüber meinem Vorschlag erkennen, aber, dass es eben gar keine Direktverbindungen nach Hamburg gibt, obwohl dies meiner Vermutung nach Ausgangs- und Zielpunkt der Mehrzahl der Reisenden ist.

      Auch was an deinem Vorschlag genau besser sein soll als an meinem, wird mir nicht so recht klar. Ich denke eher, es gibt von Nürnberg aus schon mehr als genug Verbindungen nach Halle, mit der Aufstockung der ICE-Sprinter werden es eher noch mehr. Da braucht man eine solche Linie nicht auch noch zusätzlich, meiner Meinung nach.

          1. Nee, wie gesagt ich meinte nur das Konzept der im D-Takt als „FR-Linien“ bezeichneten Zugläufe. Schon das „FR“(Fern- und Regional-… vermute ich mal) deutet ja irgendwie auf etwas Gemischtes hin.

      1. Nein, eine solche Linie ist im D-Takt nicht vorgesehen, das stimmt.

        Nebeninfo: Übrigens im Gegensatz zu dem etwas älteren Fernverkehrsoffensive von DB Fernverkehr, was darauf hindeuten könnte, dass die Linie doch nicht mehr favorisiert wird.

        Ich meinte mit „FV-light“ eher das Konzept, welches vermutlich auf IC2-Garnituren, Anbindung von Mittelstädten und teilweiser Nahverkehrsfreigabe beruht.

        Was ich damit sagen wollte, ist, dass ich an beiden Seiten Potential auf dieser Relation sehe. Entweder zur An- und Verbindung der Mittelstädte oder auch als schnelle Verbindung, zwischen den Großstädten mit schnelleren Fahrzeugen und nachfragestarken Endpunkten. Nur das Mittelding, welches hier teilweise zum Tragen kommt, sehe ich als suboptimal an. 230 km/h-Züge zur Anbindung von Naumburg? Also wenn man welche übrig hat, okay… aber das sollte auch nur ein Gedanke von mir sein, ich stempel damit ja nicht deinen Vorschlag als schlecht ab.

        Habe ich das irgendwo geschrieben, dass mein Vorschlag besser sei? Ich habe lediglich auf ihn verwiesen, da er ja gewisse Ähnlichkeiten aufweist. Als einen Vorteil sehe ich aber ein starkes Ende im Süden, welches bei dir nur Leipzig (- Chemnitz) bieten kann. Halle – Nürnberg soll übrigens sowohl aktuell als auch in Zukunft (D-Takt) nicht über einen Stundentakt hinausgehen.

        1. was darauf hindeuten könnte, dass die Linie doch nicht mehr favorisiert wird

           

          „Fernverkehrsoffensive“ stammt von der DB, „Deutschlandtakt“ vom Ministerium. Nur mal so. Dieser Schluss ist ziemlich … konstruiert.

          1. Schon klar, daher schreibe ich ja auch „hindeuten könnte“. Eine mögliche Schlussfolgerung sehe ich hier nämlich allemal. Zudem saßen beim Entwurf des D-Takts auch einige Vertreter der DB mit am Tisch. Aber sei’s drum…

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