(Köln) Stadtbahn-Anbindung von Widdersdorf und Niederaußem

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Beschreibung des Vorschlags

Hallo, ich bin auf der Seite der Stadt Köln auf eine „Mitmachaktion“ gestoßen und möchte diese an die Community weitergeben. Auf der Homepage der Stadt Köln ist momentan eine Vorstudie für eine Stadtbahnanbindung von Niederaußen veröffentlicht. Ladet Euch hier bitte die Vorstudie herunter, die Kurzfassung reicht zur Übersicht, in der Gesamtfassung steht natürlich mehr drin. Ich werde dieses aber auch noch kurz zusammenfassen. Das hier wäre meine Vorzugsvariante.

Zuerst danke ich unter Anderem alex8055, totti50189, C.Schmitz, le Fileppex, b_hoepfner, Nanika (und allen anderen Autoren älterer Beiträge) für die Vorarbeit, es könnte sein, dass einige dieser Vorschläge die Politik beflügelt haben.

Es geht um die Verlängerung von Bocklemünd aus (Varianten A, Stadtbahnlinie 4 Hochflur) und von Weiden West aus (Varianten B, Stadtbahnlinie 1 Niederflur). Jeweils drei unterschiedlich lange Strecken, 1 ist dabei nur die Anbindung von Widdersdorf, 2 bis an den Ortsrand von Glessen (hinter Brauweiler) und 3 bis Oberaußem – auf letzteres komme ich später zurück. Bei Variante 3 gibt es bezüglich der Anbindung von Glessen selbst mehrere Möglichkeiten, zum einen südlich oder nördlich außen herum oder auf direktem Weg mitten durch den Ort, untersucht werden auch die Anbindungen von Fliesteden und Büsdorf nördlich von Glessen. Die Variante mitten durch Glessen hindurch dürfte das Optimale sein, man erreicht auf kürzestem Weg – gleich geringste Kosten – die meisten Anwohner. So weit, so gut. Was mir auffällt ist dass die Stadt bezüglich Variante B – Verlängerung ab Weiden West – schon einmal einen grundsätzlichen Denkfehler begeht. Die Strecke soll sich gabeln – nach der Unterquerung der Bahnstrecke Köln-Aachen einmal auf direkten Wege nach Brauweiler, ein zweiter Ast würde entlang des Ortsrands von Lövenich nach Widdersdorf verlaufen. Mal ganz abgesehen vom Bedienungskonzept – bei einem 20-Minuten-Takt nach Niederaußem und alle 10 Minuten nach Widdersdorf könnten nicht alle Fahrten in die Kölner Innenstadt führen – übersieht die Stadt Köln, dass die Linie 4 auf jeden Fall auch verlängert werden müsste. Nach Grevenbroich soll in absehbarer Zeit eine S-Bahn verkehren, dann wäre es suboptimal wenn die Linie 4 in Bocklemünd bereits vorher in Sichtweite der S-Bahn-Station endet, vor allem wo die Anbindung der Stadtbahn nur mit einer (teuren)Tunnelhaltestelle erfolgen kann – schon aufgrund des Geländeprofils. Die S-Bahn-Trasse liegt mehrere Meter höher als der Militärring. Der Militärring soll zusätzlich auf einer Brücke überquert werden, auch dazu meine Meinung später.

Obwohl dieser Vorschlag aus der Politik stammt, habe ich meine Vorzugsvariante der Streckenführung oben komplett gezeichnet, sonst würde es unübersichtlich. Ich fände es grundsätzlich besser, wenn man Widdersdorf von Bocklemünd aus anbinden würde, denn damit würden erheblich mehr Anwohner erreicht. Zur Verlängerung nach Brauweiler/Glessen/Niederaußem würde ich die Linie 1 präferieren, aus zwei Gründen:

In den Ortslagen von Brauweiler/Glessen/Ober-/Niederaußem ist eine Niederflurlinie einfach besser für das Stadtbild. Zusätzlich sind in einer Ortsdurchfahrt niedrigere Bahnsteige leichter (und kostengünstiger) zu realisieren als Hochbahnsteige.

In Weiden West würden die Fahrgäste aus Brauweiler und dahinter die Kölner Innenstadt viel schneller mit dem Umstieg auf die S-Bahn erreichen, damit ginge es jedenfalls erheblich schneller als mit der Linie 1, vor allem wo mit dieser Richtung Kölner Hbf. nochmals umgestiegen werden müsste. Zudem verkehren in Weiden West die S-Bahnen im dichteren Takt, alle 10 Minuten durch die zwei Linien. Zusätzlich würde Weiden West erheblich schneller erreicht als Bocklemünd.

Bei der Linienführung in Brauweiler (durch die Helmholtzstraße) habe ich mich an der Vorlage orientiert, ebenfalls an der Führung in Glessen mitten durch der Ort hindurch.

Noch etwas zur Verlängerung Richtung Niederaußem: Nicht ganz einverstanden bin ich mit der Endhaltestelle in Oberaußem in einem Neubaugebiet. Es kann natürlich sein dass sich die dort geplanten neuen Häuser mit Bahnanschluss besser vermarkten lassen – aber die Anwohner in Niederaußem sollten auch etwas von der Stadtbahn haben. Ich plane mit einer Endhaltestelle mitten im Ort – in der Nähe der Kirche. Und dann frage ich mich, ob die Brücke der Stadtbahn über den Militärring in Bocklemünd unbedingt erforderlich ist. Die autoaffinen Politiker werden jetzt zwar alle „Ja!“ schreien, ich gebe aber zu bedenken, dass an dieser Stelle auch die Bundesstraße nach Pulheim den Militärring kreuzt, und diese Fahrzeuge müssen ja wohl auch den Militärring kreuzen. Man könnte in diesem Fall die Bahnen ggf. etwas länger an den beiden Haltestellen (Bocklemünd/Militärring und Bocklemünd S-Bahn) stehen und zeitgleich mit dem PKW-Verkehr kreuzen lassen, dann ergäben sich für die Autofahrer auf dem Militärring keine längeren Wartezeiten. Man kann die Situation nicht mit der Kreuzung der Linie 18 an der Luxemburger Straße vergleichen, diese wird nach EBO betrieben und daher ist ein Bahnübergang mit entsprechend langen Schließzeiten der Schranken an dieser Stelle Pflicht. Wenn ein Bahnübergang stört und den Verkehr behindert, dann ist es derjenige der Linie 3 nach Görlinger Zentrum. Diesen Fehler hatte man aber bereits vor knapp 20 Jahren begangen. Zu guter Letzt könnte bei dieser oberirdischen Führung die jetzige Haltestelle „Bocklemünd“ ohne Umbau weiterhin genutzt werden.

Und jetzt eine Bitte ans Team, diesem Vorschlag hier keine Rüge zu erteilen. Denn was in der Vorlage der Politik eine Strecke ist, sind bei mir – zumindest in dieser Vorzugsvariante – zwei. Ich habe mich auf die Planung der Politik bezogen und beide Strecken als Straßenbahn eingezeichnet, da ich die Aufteilung der Stadtbahn in Hoch- und Niederflur für Unsinn halte. Die Anbindung von Widdersdorf wäre Hochflur, die von Niederaußem Niederflur. Allerdings ist diese Einteilung speziell den Kölner Verhältnissen geschuldet, denn eine echte Niederflurstadtbahn mit ausgedehnten Tunnelstrecken und ansonsten weitgehender Führung auf eigenem Gleiskörper – z.B. auf den Vorortstrecken vom Anfang des 20. Jahrhunderts – gibt es halt in dieser Form in keiner anderen deutschen Stadt.

Wie sieht Eure Meinung zu diesem Vorschlag aus? Ich weiß, dass die Stadt Köln sich auf eine durchgehende Variante festgelegt hat. Wenn mein Vorschlag keine Aussicht auf einen NKI >= 1 erreichen sollte, dann sollte natürlich derjenige der Verwaltung übernommen werden, meine Gründe für die Aufteilung in zwei Linien habe ich zuvor dargelegt. Zudem beabsichtige ich, zum Schluss diesen Post per Email an die Verwaltung zu verlinken, also bitte die Nettiquette beachten. 😊 Und die grundsätzliche Förderfähigkeit, also das Erreichen eines NKI von mindestens 1, sollte auch beachtet werden. Bitte also keine milliardenteuren Tunnelbauten vorsehen.

Metadaten zu diesem Vorschlag

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4 Kommentare zu “(Köln) Stadtbahn-Anbindung von Widdersdorf und Niederaußem

  1. Dein Vorschlag finde ich erstmal sehr gut ausgearbeitet und gefällt mir wesentlich besser. Die Vorteile durch die Aufteilung bei deinem Vorschlag finde nun im Nachhinein vorteilhafter als bei meinem. Wäre eine Verlängerung der Linie 4 von Widdersdorf dennoch möglich? Zb. Über Lövenich nach Weiden-West

    Auf der anderen Seite wäre bei der Variante mit der Aufteilung bei Weiden West auch möglich, wenn der 5 Minuten Takt bis dorthin gelegt wird. So könnte man beide Äste in 10/20-Takt bedienen.

     

  2. Mir gefällt diese Variante weniger gut:
    Die Querung der Bahnstrecke in Weiden West sowie die Querung der Bahnstrecke + Autobahn in Bocklemünd sind extreme Kostentreiber.
    Ich weiß nicht, ob es so schlau ist, alle drei Querungen zu bauen.
    Außerdem gibt es bei dieser Variante für alles westlich von Widdersdorf keine Direktverbindung nach Ehrenfeld.

    1. Wie bereits beschrieben, die (teure) Tunnelanbindung der S-Bahn-Station in Bocklemünd müsste auf jeden Fall gebaut werden, auch wenn Widdersdorf von Weiden West her angebunden würde. Oder macht es Sinn, die Stadtbahn 600 m vorher enden zu lassen? Beziehungsweise, wenn man dieses Stück schon bauen muss, dann kann man auch gleich bis nach Widdersdorf weiterbauen. Der Rest der Strecke wäre im Verhältnis nicht mehr so teuer.

      Denn bezüglich der Autobahnunterführung in Widdersdorf (Freimersdorfer Weg), diese ist vor ein paar Jahren im Rahmen des 6-spurigen Autobahnausbaus neu gebaut worden. Es passt auf jeden Fall ein Gleis neben die Straße. Dort bräuchte also keine neue Unterführung gebaut werden. Beziehungsweise könnte man diese Vorleistung zweckentfremden, denn an die Stadtbahn hatte damals mit Sicherheit niemand gedacht, diese sollte wohl einer – an dieser Stelle völlig überflüssigen – Verbreiterung der Straße dienen.

      Bliebe natürlich die Eisenbahnunterführung in Weiden West. Da hätte man eigentlich beim Bau der S-Bahn-Station (und der damit verbundenen Verbreiterung des Bahndamms) seinerzeit bereits entsprechende Vorleistungen treffen müssen, da damals schon der Anschluss von Widdersdorf im Gespräch war. Ein Teil diese Kosten dafür müsste meiner Meinung nach aus der Wirtschaftlichkeitsberechnung herausgerechnet werden.

      Die Direktverbindung von Brauweiler nach Widdersdorf könnte man natürlich herstellen, wenn die 4 weiter verlängert würde. Es wäre möglich, an der Kreuzung Bonn-/Donatusstraße in Brauweiler (westlich des Gewerbegebiets) eine gemeinsame Haltestelle zu bauen und die 4 dann – teilweise auf einem vorhandenen Anschlussgleis von der Bahnstrecke Köln-Grevenbroich zur RWE-Umspannanlage Brauweiler – weiter nach Pulheim zu führen. Ich bezweifele bloß, dass diese Variante den nötigen NKI erreichen würde, deswegen habe ich diese nicht präsentiert.

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