[Konzept!] Komplette Neuordnung des Fernverkehrs

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Dieser Vorschlag ist noch in Arbeit, aber der Autor wird ihn in Kürze fertigstellen.

Beschreibung des Vorschlags

Hey!

 

Erstmal vorab: Ich weiss, dass dieses Konzept in absolut keinerlei Hinsicht ausgearbeitet ist, es handelt sich nur um eine Idee oder „Vision“. Wer einen klaren, strukturierten Text erwartet, der wird wohl eher nicht fündig sein, es ist viel mehr eine „Argumentation“ oder „Diskussion“ als ein „Konzeptbericht“

 

Ich persönlich finde, dass der Fernverkehr Deutschlands viel zu kompliziert aufgebaut ist. Was meine ich damit? Es gibt aktuell (laut Wikipedia…) 30 ICE Linien (excl. Sprinter), die gefühlt alle Kombinationen durchfahren. Wir haben vier Linien zwischen Berlin und Frankfurt, davon 2 über Braunschweig / Kassel, die die gleiche Strecke fahren und nur mal mehr und mal weniger Halte haben. Es gibt vier Linien, die die Strecke Frankfurt – Stuttgart bedienen und zwischen Hamburg und München kann man realistischerweise auf 3 verschiedenen Strecken mit 10 verschiedenen Linien fahren…

Ich gebe zu, zum Ende hin habe ich etwas übertrieben und war sehr polemisch, aber mein Kernpunkt sollte klar sein, oder?

Ich sage nicht, dass das Netz schlecht sei, sondern nur, dass es zu kompliziert ist. Und die ganzen IC Linien und alle anderen Zugklassen eben vom ICE bis zur Bimmelbahn kommen noch dazu und machen es nicht einfacher. Was genau ist ein ICE in einem Schienennetz, wo jeder Halt durchschnittlich 70 km vom nächsten entfernt ist und eben teilweise Ortschaften mit wenigen zehntausend Einwohnern schon ICE halte bekommen? Und was wäre die Rolle eines ICs oder eines IREs?

 

Die Schweiz hat vor ein zwei Jahren den Fernverkehr „S-Bahnisiert“, heisst, die grossen IC Linien (bei uns wären es die ICE Linien) zusammengefasst und einfache Nummerierungen gegeben, es gibt nunmehr nur noch „den IC 1“ beispielsweise, der eben jede Stunde fährt, aber immer der IC 1 bleibt – er folgt übrigens relativ genau der Strecke der Autobahn A1, diese Benennung ist kein Zufall… nun, das sei mal dahin gestellt.

 

Mein Konzept wäre folgendes in Ahnlehnung an das Schweizer Konzept: Man baut das ICE Netz insofern zurück, als dass man nur noch 8 bis 12 Linien hat, welche nur die grösseren Bahnhofe anfahren. Dadurch lässt sich ein schnelles und entspanntes „Sprinter-Netz“ schaffen. Diese Züge könnten dann alle stündlich fahren, sodass es sich auf den bedeutendsten Strecken auf ein halbstündliches Netz verdichten kann.

Dies hätte den Vorteil, dass man es im grossen Rahmen besser in einen einheitlichen Taktfahrplan integrieren könnte, da man nur einige wenige andere Bahnen ähnlicher „Priorität“ beachten müsste. Die mittelgrossen Halte können durch ICs bedient werden, die die ICE Strecken abfahren und mittelgrosse Ortschaften bedienen. Die kleineren Ortschaften könnten eben durch Regionalzüge abgewickelt werden, dies kann dann in einem lokalen Taktfahrplan geordnet werden, welcher ohnehin in den meisten Metropolregionen existiert.

 

In der obigen Karte habe ich mal die wichtigen Strecken mit geeigneten Bahnhöfen abgesteckt. Es sei an dieser Stelle erwähnt, dass die wichtigen Strecken nicht verändert werden, aber eben nur eine Linie pro „Strecke“ fährt und es keine Linie mehr gibt, die alle Möglichkeiten ausreizt und sich doppelt und dreifach aufgabelt.

 

Um ein konkretes Beispiel zu liefern habe ich ein „S-Bahn Deutschland“ Netz entworfen, dessen Linien wie folgt aussehen:

 

1 Hamburg – Berlin – Halle – Erfurt – Nürnberg – München

2 Hamburg – Bremen – Dortmund – Köln – Frankfurt Flughafen – Frankfurt Hbf

3 Köln – Frankfurt Flughafen – Frankfurt Hbf – Mannheim – Stuttgart – München

Diese drei (Tangential-)Linien bilden einen Ring, die sich in Frankfurt treffen.

 

4 Hamburg – Hannover – Göttingen – Kassel – Fulda – Frankfurt Hbf

5 Basel Bad. – Freiburg – Karlsruhe – Frankfurt Hbf

6 München – Ingolstadt – Nürnberg – Würzburg – Frankfurt Hbf

7 Berlin – Leipzig – Erfurt – Fulda – Frankfurt Hbf.

(10 Zürich – […] – Stuttgart Filderbahnhof – Stuttgart – Mannheim – Frankfurt)

Wir hätten hier vier (fünf) Radiallinien, die jeweils in Frankfurt zusammentreffen, was Frankfurts Stellung im deutschen Fernverkehrsnetz unterstreicht; mit Anbindungen in Richtung Norden, Nordosten, Südosten und Südwesten (sowie ggf. Süden)

(Nach Abschluss des Projektes S21 sowie eines allfälligen und von allen Seiten geforderten Ausbaus der Gäubahn zwischen Stuttgart und Singen nach Zürich wäre eine weitere radiale Anbindung nach/aus Süden geschaffen und ein zweiter Korridor in die Schweiz)

 

8 Berlin – Wolfsburg – Hannover – Dortmund – Essen – Bochum – Duisburg – Düsseldorf – Köln

9 Bremen – Hannover – Braunschweig – Magdeburg – Halle – Leipzig – Dresden

Zudem noch zwei Linien, welche zwei Korridore in Nord- und Mitteldeutschland durchziehen und sich in Hannover kreuzen.

 

Wenn man sich das veranschaulichen würde, hätte man ein Verkehrsnetz mit einem Ringschluss, welche jeweils Sprinterverbindungen mit wenigen Zwischenhalten und den schnellstmöglichen Reiserouten zwischen Grössstädten bieten würden. In Addition dazu hätte man mehrere Linien, welche radiär nach innen gehen mit einem primären (4 bis 5 Linien) und einem sekundären (3 Linien) Zentrum in den Standorten Frankfurt und Hannover.

Alle Strecken sind mindestens einstündlich, wobei man den Deutschlandtakt um Frankfurt als Schrittmacher aufbauen kann. Die ohnehin schon oft gefahrenen Strecken München – (Ingolstadt) – Nürnberg, Köln (Ruhrgebiet) Dortmund, Frankfurt – Mannheim – Stuttgart, Frankfurt – Fulda sowie Köln – Frankfurt Flughafen – Frankfurt Hbf wären (im Mittel) halbstündig, wobei es für erstere beiden Strecken „schnelle“ und „langsame“ ICEs gäbe.

Es werden keine neuen Strecken geschaffen, vielmehr geht es wie gesagt darum, Klarheit und Ordnung zu schaffen. Die Hauptkorridore des deutschen Fernverkehrs bleiben, jedoch werden vor allem die Nord-Süd Korridore je unter eine Linie gestellt, die in Frankfurt zusammentreffen. Viele direkte Fahrten würden dann entfallen, jedoch bräuchte man fast nie mehr als zwei Umstiege.

Von Hamburg nach München kann man sich dann besser orientieren und man kann entweder den „Ringzug“ nehmen, oder man fährt über Frankfurt „mit dem 4er und dem 6er“ (Was nach aktuellem Streckenstand etwas länger dauern würde).

 

Um das Konzept regional anzuwenden, ein zwei kurze Aspekte:

Ein IC könnte mehrere Halte auf der Strecke zwischen Köln und Frankfurt bedienen, während der ICE durchrauscht. Es kommt also zu einer klareren Klassifizierung der jeweiligen Zugtypen. Und die grossen Intercityhalte besitzen eine regionale Zentralstellung

So kann es eine genauere und eindeutigere Abgrenzung zwischen den verschiedenen Stufen geben und an den ICEs / dem Fernverkehr kann durch die klarere Strukturierung expliziter angesetzt werden, gleichzeitig wird ein transparenteres und einfacheres System geschaffen. Es wäre ähnlich wie das Hub-System, welches sich im internationalen Flugverkehr entwickelt hat.

 

Um noch mal abschliessend etwas zu sagen: Es wäre in dem Sinne keine Neuerung… aber so gesehen eben doch eine gewaltige Neuerung. Durch das Etablieren eines einfachen und strukturierten Fernverkehrsystems mit einer Sprinter-Ringbahn sowie mehreren Radiallinien, welche in zwei Zentren zusammenkommen, ist ein effizienter Bahnverkehr möglich. Und mit Frankfurt als Schrittmacher ist ein deutschlandweiter, einheitlicher und koordinierter (!) Taktfahrplan zu realisieren, indem man aus der polyzentrischen Struktur Deutschlandes heraus ein (künstliches) Zentrum hervorhebt.

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11 Kommentare zu “[Konzept!] Komplette Neuordnung des Fernverkehrs

  1. Für meine Verhältnisse viel zu Frankfurt lastig. Due Linie München-Hamburg über Kassel kannst du nicht auslassen. Das ist eine fer beduetendensten Realtionen Deutschlands. Dann lieber nicht 20 minütig München-Frankfurt

  2. Ganz ohne Neubauten geht das nicht, wenn du Frankfurt noch mehr überlastest als es ketzt schon ist. Und München Berlin? Bleibt das stündlich? Im Duetschland Takt soll ein Halbstundentakt geplant sein. Also eine ddutliche Verschlechterunh. Öassen wir hakt alle 15 Minuten Minuten Münchn-Frankfirt fahren und die schnellen Verbindungen München-Hamburg strechen wir. Kann man ja in Frankfurt umsteigen. Kopfschütteln.

  3. Bauen wir um Deutschland eine Mauer – nur eine Linie führt ins Ausland?
    Kleine Stationen sollten nicht gehalten werden – aber in Halle und Magdeburg schon?
    Alles andere wurde schon gesagt – Frankfurt platzt dann aus allen Nähten und auf einigen Strecken wird der Halbstundentakt boykottiert… Ungünstig!

  4. Mir fällt es wirklich schwer, etwas dazu zu schreiben, weil ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll.
    Ihc kann eigentlich nicht einen Satz von dem, was Du schreiben hast, teilen.

    Ich persönlich finde, dass der Fernverkehr Deutschlands viel zu kompliziert aufgebaut ist. Was meine ich damit? Es gibt aktuell (laut Wikipedia…) 30 ICE Linien (excl. Sprinter), die gefühlt alle Kombinationen durchfahren.
    Viel zu kompliziert…
    Ich übersetzt das mal ins Deutsche. Es gibt für Dich viel zu viele Städte, die ins FV-Netz eingebunden sind. Regio-FV braucht niemand.
    Frankfurt ist der Bauchnabel der Welt, etwas anderes gibt es nicht. Deshalb soll alles, was von Süddeutschland nach Norddeutschland will mindestens einmal im ICE umsteigen, damit man in Bewegung bleibt, aber eigentlich gibt es ja niemanden, der über Frankfurt hinaus fahren will. Da passt das ja wieder. 🙂

    Es sei an dieser Stelle erwähnt, dass die wichtigen Strecken nicht verändert werden, aber eben nur eine Linie pro „Strecke“ fährt und es keine Linie mehr gibt, die alle Möglichkeiten ausreizt und sich doppelt und dreifach aufgabelt.
    Bei Deiner Variante (die verblüffende Ähnlichkeiten mit dem TGV-Netz hat) geibt es für jeden ICE-Bahnhof dann so 5 Fahrtziele, die man im FV ohne Umstieg erreichen kann. Für alles andere hat man Pech. Das kann nicht die Zielsetzung im FV der DB sein.

    Wie willst Du im Übrigen eine Stadt wie Heidelberg bedienen, wenn sich nichts „aufgabelt“. Was ist mit den übrigen Städten in NRW außerhalb von Köln-Duisburg-Essen-Dortmund-Hamm?

    Also zusammengefasst:
    Du hast weniger Städte im FV-Netz. Es gibt weniger Direktverbindungen. Man muss häufiger umsteigen.

  5. Ein IC könnte mehrere Halte auf der Strecke zwischen Köln und Frankfurt bedienen, während der ICE durchrauscht. Es kommt also zu einer klareren Klassifizierung der jeweiligen Zugtypen. Und die grossen Intercityhalte besitzen eine regionale Zentralstellung
    Auch das kann man nicht generell so stehen lassen. Der Unterschied IC-ICE kommt alleinig durch den Zugtyp und dieser durch die Streckengeschwindigkeit/Fahrplan. Es gibt A-Linien die IC sind und B-Linien, bzw. Regio-FV die ICE sind (weil es der Fahrplan fordert).
    Der Regio-FV (der bei Dir ja scheinbar dem IC gleichgesetzt ist), sollte auch Pendlerverkehre bedienen und da ist es nicht ratsam, wenn man auf die letzten 100km vor dem Metropolzentren (z.B. MAnnheim/Heidelberg-Stuttgart über die Altstrecke) alle Käffer abklappert. Da musst Du Dich (wie eigentlich überall, das scheint dir aber ziemlich egal zu sein, wie in Frankreich auch) an den Bedürfnissen der Reisenden orientieren, die dieses Angebot mit ihrem Geld tragen. In dem Bereich sollte auch über die Schnellfahrabschnitte gefahren werden, um diese Pendlerrelationen attraktiv bedienen zu können. Die von Dir geforderte „klare Abgrenzung“ zwischen schnellem und langsamen FV ist da völlig kontraproduktiv, weil auf so ein Angebot in den ländlicheren Gegenden nicht zurückgegriffen wird.

  6. Größtes Problem ist der Wegfall von vielen heute bestehenden und/oder im D-Takt geplanten Direktverbindungen. Nur um mal ein paar Beispiele zu nennen:
    – Leipzig – Nürnberg/München
    – Keine Direktverbindungen in die Schweiz über Frankfurt hinaus
    – Südlich von Frankfurt (u.a. Freiburg, Karlsruhe, Stuttgart) zu den nördlichen Landesteilen (u.a. Berlin, Hamburg)

    Fulda – Würzburg soll stillgelegt werden?

    Also deine Intention kann ich verstehen, aber die Schweiz ist eben deutlich kleiner als Deutschland, da ist klar, dass das Bahnsystem auch weniger komplex ist. Allein die Länge der zurückgelegten Fahrwege ist deutlich geringer und es gibt diverse Verzweigungen der Reisewege, sodass es z.B. sinnvoll ist, von Hamburg über Frankfurt alternierend nach Stuttgart und Basel zu fahren. Ob man nun die das Nummernsystem der Linien vereinfacht, lässt sich drüber diskutieren, ich denke aber nicht, dass dies eine weltbewegende Verbesserung für die Reisenden darstellt. Ob man nun mit der Linie 20 oder 22 zwischen Frankfurt und Hamburg unterwegs ist, merken die wenigsten so lange die Linien sich zu einem Stundentakt ergänzen.

  7. Wie kommst du auf den Käse? Hattest du einen Albtraum? Wirst du erpresst, so einen Mist hier zu schreiben?

    Rein sachlich gesehen: Das deutsche ICE-Netz istein Verästelungsnetz, welches aufgrund seiner Direltverbindungen alle 30 ICE-Linien benötigt. Wenn du daraus ein Achsennetz machen willst, bei welchem auch neuere Schnellstrecken entfallen, entfallen auch Direktverbindungen.
    Das Ziel des Deutschlandtaktes ist es, einheitliche Takte zwischen benachbarten Städten herzustellen. Danach verästeln sich die Linien wieder und binden verschiedene Städte an, sodass die Direktvernindungen erhalten bleiben.

    Dieses Netz ist genauso wenig ausgereift wie holländische Gurken…

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