Leipzig-Halle: Engpassbeseitigung S3

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Beschreibung des Vorschlags

Die S3 Halle-Schkeuditz-Leipzig ist seit ihrem Start die am stärksten frequentierte Linie und regelmäßig wegen fehlender Kapazitäten in den lokalen Nachrichten. Dies würde sich bei einer perspektivischen Verdichtung des Takts auf 15min zwar fahrzeugseitig regulieren (vorausgesetzt, es stehen genügend Züge zur Verfügung), aber das Kapazitätsproblem würde sich wegen der abschnittsweisen Eingleisigkeit der Strecke auf die Trasse verlagern und so nicht wirklich gelöst werden. Dies gilt erst recht, wenn auf dieser Relation eine zweite Linie etabliert wird, wie es kürzlich von der Leipziger SPD vorgeschlagen wurde.

Daher schlage ich hier, um die Taktverdichtung und Einführung eines Verstärkers infrastrukturseitig zu ermöglichen, die Erweiterung der Abschnitte Citytunnel, Nordwestportal – Olbrichtstraße, Großkugel – Gröbers und Dieskau – Halle, Dieselstraße um ein zweites Gleis vor. Dies würde eine konfliktfreie Zugbegegnung entlang der gesamten Strecke erlauben und die allgemeine Kapazität selbiger enorm erhöhen. Mit in diesen Ausbau eingeschlossen ist eine Weiche östlich von Dieskau, um die S5 im Hallenser Bereich nicht mehr an allen Halten vorbeirauschen zu lassen. Ebenso soll in Schkeuditz das vorhandene dritte Gleis zu einem Bahnsteig ausgebaut werden, an welchem verkürzte Linien wenden können – sei es zurück nach Halle oder nach Leipzig.

Im Zuge dieser Maßnahmen würden die Haltepunkt Halle-Messe und Leipzig-Gohlis um je einen Bahnsteig erweitert. Der Hochbahnsteig in Gohlis wird etwas östlich versetzt, um einerseits besser zum Tiefbahnsteig wechseln zu können und andererseits einen Haltepunkt Coppiplatz-Süd zu ermöglichen. Um den Einbau des zweiten Gleises zu ermöglichen, muss das Planum der vorhandenen Trasse vermutlich erweitert werden – bestenfalls ist dies im Bestand möglich, ansonsten sollte dies im Rahmen einer grundsätzlichen Ertüchtigung der Hochgleise samt der zugehörigen Überführungen erfolgen. Als allgemeine netzergänzende Maßnahme ist auch, speziell mit Blick auf das benachbarte großflächige Entwicklungsgebiet, über einen S-Bahnhof Leipzig Freiladebahnhof nachzudenken, welcher dann per Fußgänger-/Radbrücke östlich und westlich angebunden werden sollte. Für Halle kann man im selben Zug auch über die Einrichtung eines Haltepunktes an der Dieselstraße nachdenken, wodurch das dortige Gebiet einen S-Bahnanschluss erhält.

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4 Kommentare zu “Leipzig-Halle: Engpassbeseitigung S3

  1. 15-Minuten-Takt bis mindestens Schkeuditz und mehr Kapazität für die S3? Sehr gerne. Insofern sehe ich die zweigleisigen Abschnitte und das Wendegleis in Schkeuditz als sinnvoll an, letzteres hatte ich in der Idee zur S1 nach Schkeuditz auch drin.
    Nur sehe ich in Gohlis nicht die Möglichkeit zur von dir beschriebenen Maßnahme. Einerseits ist es schwierig, das Viadukt zu erweitern (mit viel Mühe kriegt man vielleicht zwei Gleise drauf), andererseits kann man die Blochmannstraße auch nicht überbauen, und für zwei Gleise und einen Mittelbahnsteig ist unmittelbar südlich von Bahnsteig 1/2 nun wirklich kein Platz. Daher finde ich den Bahnsteig 3 in Gohlis so wie er derzeit liegt ganz gut.
    Leider liegt die Hallenser Strecke auch nicht so hoch über der Großkorbethaer, als dass man das zweite Gleis ersterer „über“ Gleis 2 und das Dach von Bahnsteig 1/2 bauen könnte. Wäre wahrscheinlich auch technisch nicht machbar.

    Ansonsten sieht der Vorschlag ganz gut aus. Ob es die zusätzlichen Halte zwischen Halle(S) und Gröbers auf der S5 braucht, weiß ich nicht, aber das kann man schon gerne machen, wenn es die Fahrzeiten nur unwesentlich verlängert und gut ins Takt- / Anschlussgefüge passt. Eine Direktverbindung der Orte zum Flughafen L/HAl ist sicher nicht verkehrt.

    Schlägst du den 15-Minuten-Takt für die ganze Strecke der S3 oder nur für Leipzig – Schkeuditz vor? Das habe ich nicht eindeutig aus der Beschreibung herauslesen können, liegt aber vielleicht an mir.

    Eine Sache noch: Der Freiladebahnhof Leipzig scheint etwas isoliert zu liegen, stünde andererseits, so wie vorgeschlagen, exakt auf dem Überwerfungsbauwerk der Hallenser über die Großkorbethaer Strecke. Wenn das Areal in Zentrum-Nord für die Stadtentwicklung relevant ist, könnte sich ein solcher Halt gewiss rentieren, ich schlage aber trotzdem vor, ihn nach Süden an die Berliner Straße zu verlegen, sodass mit der Haltestelle Wittenberger Straße Anschluss an die Linie 9 bestünde.

    1. Bis Schkeuditz sollten es auf jeden Fall 15 Minuten sein, ich würde da aber auch gerne in die vollen gehen und diesen Takt bis Halle fahren – denn Halle-Schkeuditz ist, soweit ich weiß, nahezu ebenso stark überlastet wie der südliche Streckenteil.

      Die Situation in Gohlis ist tatsächlich der Knackpunkt an diesem Vorschlag, um ein zweites Gleis wird man aber einfach nicht herumkommen, wenn der Takt verdichtet werden soll. Bahnsteig 3 habe ich vor allem wegen dem Halt Coppiplatz Süd versetzt, weil diese sonst doch etwas dicht beieinander liegen würden. In dem Bereich müsste also vermutlich größer in den Bestand eingegriffen werden. Das sich auch auf beengtem Platz ein zweites Gleis einrichten lässt, sieht man auf der Strecke Coswig-DD Neustadt ganz gut – dort wurde der Oberbau auch so erweitert, das man im Bestand bleiben konnte. Deshalb denke ich, dass das auch hier möglich sein kann.

      Der Freiladebahnhof wird in den nächsten 5-8 Jahren (je nach Umsetzungsgeschwindigkeit, die Erdarbeiten haben, inklusive Rausschmiss der ansässigen Kultureinrichtungen, bereits begonnen) zu einem komplett neuen Stadtviertel entwickelt, das u.a. 3 Hochhäuser, 2 mehrzügige Schulen, Kitas mit 330 Plätzen und Platz für ~3000 Wohnungen umfasst. Dieses ist auch vom Start weg als autoarmes Quartier geplant, bisher ist aber nur eine einzelne Buslinie für die Anbindung im Gespräch – was bei den Ausmaßen nicht reichen wird, um das Ziel der KfZ-Reduktion zu erreichen. Daher würde der Halt zwar jetzt noch ab vom Schuss liegen, aber beizeiten ein neues, großes Viertel an die S-Bahn anschließen. Ergänzend oder alternativ würde auch die an anderer Stelle vorgeschlagene Linie 17 der Straßenbahn das Viertel durchqueren, je nach Haltestellenlage hätte man dann hier einen Übergangspunkt zwischen diesen beiden Systemen.

      1. Sowie ich Halle(S) – Schkeuditz bei meinen gelegentlichen Fahrten wahrnehme, rührt die Überlastung des Abschnitts hauptsächlich von den HVZ-Zügen her, die man lächerlicherweise mit einem einzelnen Dreiteiler fahren lässt. Ansonsten ist die Auslastung OK. Aber die Region soll ja wachsen, und wenn sich bald der 15-Minuten-Takt zwischen Halle(S) und Schkeuditz rentiert – warum auch nicht. Nur würde ich dann überlegen, ob es die Halte der S5 zwischen Halle(S) und Gröbers braucht. Die Linie liegt als Express z. B. für die Übereckanschlüsse Leipzig Halle(S) Merseburg ganz gut.

        Die Pläne zum Freiladebahnhof kannte ich noch gar nicht, das ist sehr interessant. Da die Idee eines Bahnhofs an der Stelle sowieso erst in der Zukunft käme, kann dieser bestimmt sehr sinnvoll sein.

        1. Die S5 könnte auch nur auf jeder zweiten Fahrt die Hallenser Unterwegshalte mitnehmen, die Weiche vor Dieskau dient aber generell der Entflechtung, sodass man Fern- und Nahverkehr parallel laufen lassen kann. Außer an der Hallenser Messe könnte man also die Unterwegshalte auch auslassen, sofern sie sich nicht gut eintakten lassen.

          Neben dem Freiladebahnhof gibt es mit dem Alten Zoll, dem Bayerischen Bahnhof und dem Krystallpalast-Areal noch mindestens 3 weitere Projekte in einer teils ähnlichen Größenordnung, die allesamt in der Planung weit fortgeschritten sind und entweder begonnen wurden (Krystallpalast) oder relativ kurz davor stehen (Alter Zoll und Bayerischer Bahnhof). Da alle im Einzugsbereich der S3 liegen, wird auch hier mit mehr Fahrgästen zu rechnen sein, die Ziele zwischen Halle und Schkeuditz ansteuern wollen (u.a. DHL und das sich entwicklende Gewerbegebiet Schkeuditz-West) – daraus resultiert dann auch die Idee einer Verstärkerlinie auf diesem Ast.

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