Nürnberg-Würzburg Kantenfahrzeit 30min + (Güterzug-)Tunnel Nürnberg

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Beschreibung des Vorschlags

Im Konzept des Deutschlandtaktes kommt es zu einem systematischen Anschlussbruch, da die Fahrzeit Nürnberg-Würzburg mit 45min angesetzt ist. Um dies zu vermeiden ist eine Kantenfahrzeit Nürnberg-Würzburg von 30min erforderlich. Sowie eine Kantenfahrzeit Nürnberg-Erfurt von 60min.

Beide Kantenfahrzeiten erfordern eine deutlich beschleunigte einfahrt in den Bahnhof Nürnberg Hbf. Der Vorschlag sieht entsprechend geringer Kurvenradien in der Westausfahrt des Bahnhofs Nürnberg vor, von wo aus die Schnellfahrstrecke in einen Tunnel übergeht, der in Richtung Fürth und Erlangen verzweigt. Dieser Tunnel ist auch für den Güterverkehr in Richtung Nürnberg Rangierbahnhof angebunden.

Die S-Bahn einschliesslich der Station Nürnberg Steinbühl muss entsprechend nach Norden verlagert werden.

Westlich von Fürth schliesst sich eine Schnellfahrstrecke bis Neustadt (Aisch) an. Die Strecke aus Zirndorf wird niveaufrei in die S-Bahn eingeführt um einen Trassenkonflikt mit der HGV-Strecke zu vermeiden. Von Neustadt (Aisch) bis Iphofen wird die bereits für 200km/h ausgebaute Strecke genutzt. Ab Iphofen schliesst sich eine weitere Schnellfahrstrecke an, welche in Trassenbündelung mit den bestehenden Höchstspannungsleitungen bis südlich von Rottendorf verläuft, wo sie mit den Bestandsstrecken aus Rottendorf zusammenläuft. Von dort wird sie als begradigte vierspurige Strecke bis Würzburg Hbf geführt. Die Begradigung ist bei für die erforderliche Fahrzeit erfoderlich und erfordert u.a. einen Tunnel.

Die Strecke wird etwa 95km Lang sein, was bei einer Kantenfahrzeit von 30min etwa eine Reisegeschwindigkeit von 200km/h erfordert. Angesichts der Höchstgeschwindigkeit eines ICE4 von 265km/h erfordert dies die Führung der HGV-Strecke bis an die Endbahnhöfe. Im Vergleich zu einer Trasse entlang der A3 ist diese Strecke erheblich kürzer, wodurch die Höchstgeschwindigkeit niedriger angesetzt werden kann.

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11 Kommentare zu “Nürnberg-Würzburg Kantenfahrzeit 30min + (Güterzug-)Tunnel Nürnberg

  1. Ich finde den Deutschlandtakt mit den Kantenzeiten 45 bzw. 75 Minuten von Würzburg bzw. Erfurt nach Nürnberg deutlich sympatischer und auch viel einfacher realisierbar – und mit den bestehenden Fahrzeugen auch bei 200km/h fahrbar.

    Im Deutschlandtakt ist ja auch genau dies vorgesehen, und bringt auch keine großartigen Anschlussbrüche mit sich, da ja die FV-Linien dann sowieso flächendeckend alle 30min verkehren und dadurch ein 00/30-Knoten einem 15/45-Knoten ebenbürtig wird.

    Diskussionen dazu findest du vor allem in diesem Vorschlag – das Fass muss man nicht mehr aufmachen 😉

    PS: Damals wurde in den Vorschlägen vorgerechnet, dass man mit einer NBS und Tempo 300 km/h gerade so 28min als Kantenzeit erreicht, dementsprechend bezweifel ich auch, dass man hier mit der teilweisen Integration der Bestandsstrecke und max. 260km/h genauso schnell sein sollte ^^

    1. Ein Umstieg, der laut D-Takt auf jeden Fall gebrochen wird, ist der von der Linie 25 auf die Linie 91, da erstere den längeren Weiterverlauf hinter Würzburg (bis Hamburg), zweitere den längeren Weiterverlauf aber auf der anderen Seite hinter Nürnberg (bis Wien) hat, und die FV-Linien eben nicht alle 30 Minuten fahren sollen. Dadurch verlängert sich laut D-Takt die Fahrzeit von Hamburg/Fulda und allem was dazwischen liegt nach Regensburg/Wien und allem was dazwischen liegt in beide Richtungen um ca. 45 Minuten. Inakzeptabel!

      Was Fahrzeiten in Bezug auf Geschwindigkeiten betrifft hast du aber natürlich Recht.

      Oh Gott, jetzt hab ich einen Kommentar zu so einem Vorschlag geschrieben … ich weiß schon was gleich kommt.

  2. Ah, dieses Thema ist ja auch wieder da!

    Neueste Erkenntnis meinerseits: Die Strecke ist vor allem deswegen überlastet, weil es ausgerechnet im Schnellfahrabschnitt auf 27km Länge (Neustadt-Einersheim) keine einzige Ausweichmöglichkeit gibt! Weiterhin kannst du bei Fahrtrichtung Würzburg in Siegelsdorf und Mainbernheim und bei Fahrtrichtung Nürnberg in Emskirchen nur links raus, also unter Kreuzung der Gegenrichtung. Was keiner macht und was auch nochmal Fahrstrecken um die 25km bedeutet.
    Und die können ganz schön lang werden, wenn du mit vmax 100 unterwegs bist und dir der ICE im Nacken klebt…

    30 Minuten Kantenzeit wird mit ein paar Seitengleisen natürlich erst recht keiner hinbekommen, aber es wurde ja schon festgehalten dass das Ziel selbst bei bei atemberaubendster Neu-SFS auf ganzer Länge kaum bis gar nicht zu erreichen ist.
    Für 45 Minuten wird man aber auch was machen müssen, kleinste Reisezeit sind derzeit 50.

  3. Wie schon angemerkt gibt es bereits topographisch besser geplante Vorschläge. Eine neue Strecke ist aber dringend nötig. In einer Studie, die vom BMVI in Auftrag gegeben wurde, spricht man von Zielfahrzeiten von 40min mit einer Neubaustrecke. Das Projekt findet man öfters, aber es wurde noch nie angegangen. Bei einer Entfernung von etwa 100km, wird eine Kantenzeit von 30min (was 25min Fahrzeit sind) schwierig. Da müsste man schon durchgehend 300km/h fahren können.

    Der Abzweig im Güterzugtunnel (der in diesem Fall unter der Pegnitz gebaut werden müsste) ist meiner Meinung nach nicht nötig. Die Minuten bekommt man noch im Abschnitt Erlangen-Ebensfeld und im Knoten Bamberg raus.

    In Würzburg willst du mitten durch einen Supermarkt durch. Ich denke, dass es Möglichkeiten gibt das zu vermeiden.

  4. Die 40 Minuten aus dem Entwurf zum Deutschlandtakt sind gerade der Punkt der nicht passt. Hier brechen Anschlüsse und dadurch entstehen sehr lange Reisezeiten.

    Die bereits geplanten Ausbauten im Bereich Erlangen-Ebensfeld und im Knoten Bamberg reichen laut BMVI nicht aus um die nun geplanten 60 Minuten Kantenzeit zu erreichen: „Für die Erreichung der Zielfahrzeit von unter 60 Minuten zwischen Nürnberg und Erfurt erfolgt eine Gesamtbetrachtung der Strecke. Hierbei liegt der Schwerpunkt auf Bereichen, die noch nicht im Rahmen der VDE 8.1 geplant bzw. realisiert werden. Das sind u. a. die Strecke zwischen Fürth–Eltersdorf über Vach und die Einbindung in den Knoten Nürnberg.“ ( http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/075/1907577.pdf )

    In Würzburg lässt sich die Ostausfahrt signifikant begradigen, wenn dieser Supermarkt mitsamt dem großen Parkplatz entfällt. Ich bin mir sicher, dass ein solcher Supermarkt keinen hohen Raumwiderstand darstellt.

    Entscheidend ist der Fakt, dass man in kurzen Abschnitten mit sehr niedriger Geschwindigkeit sehr viel mehr Fahrzeit verliert, als durch eine 10% geringere Höchstgeschwindigkeit in dem Bereichen wo der Zug ohnehin nur kurze Zeit verbringt.

    Daher setzt dieser Vorschlag direkt an der jeweiligen Bahnhofsausfahrt an. Entsprechend auch der verzweigende Tunnel, damit beide Relationen direkt von der beschleunigten Bahnhofsausfahrt profitieren. Idealerweise gestaltet man die Weichenverbindungen im Tunnel so, dass eine gleichzeitige schnelle Ausfahrt aus Nürnberg in Richtung Fürth und Erfurt über beide Richtungsgleise möglich ist und umgekehrt.

    1. „Die 40 Minuten aus dem Entwurf zum Deutschlandtakt sind gerade der Punkt der nicht passt. Hier brechen Anschlüsse und dadurch entstehen sehr lange Reisezeiten.“
      Wenn man die Nahverkehre mit anpasst (was man ja im D-Takt auch macht), sollten die gleichen fahrplanerischen Möglichkeiten bestehen, als wenn man einen 00/30-Knoten hat.

      „Für die Erreichung der Zielfahrzeit von unter 60 Minuten zwischen Nürnberg und Erfurt erfolgt eine Gesamtbetrachtung der Strecke.“
      Nonstop sollte es gehen, aber wenn man Bamberg oder Erlangen mitnimmt und dabei nur 250 km/h schafft, werden es eher 65-70 Minuten, was ziemlich gut zu dem 15/45-Knoten in Nürnberg passt.

      Daher find ich die Idee ziemlich teuer und rein auf Fahrzeit optimiert (wobei das ja nicht mal hinhaut), die Kapazität könnte man viel einfacher erhöhen und auch unter 45min N-WÜ käme man deutlich günstiger.

    2. Wenn man sich die Studie so ansieht, passen die 45min ganz gut. Nürnberg-Erfurt ist auch mit 1:15 geplant. Man muss auch bedenken, dass der Deutschlandtakt ein vollvermaschtes Netz bedeutet. Er wird oft darauf reduziert, dass man sich jetzt Abfahrtszeiten besser merken kann.
      In Würzburg reden wir über 30m. Zu dem Zeitpunkt hat gerade der ICE die letzten Weichen verlassen. 120km/h reichen da mehr als aus.

      1. Das entspricht nicht mehr dem aktuellen Stand. Im Rahmen der Neubewertung der Projekte im Bundesverkehrswegplan kamen die Tunnelröhren Nürnberg Hbf-Erlangen für den ICE-Verkehr hinzu, um die Kantenfahrzeit von 60 Minuten auf der Relation Nürnberg-Erfurt zu erreichen.

        Dies wurde bereits im Vorgriff auf den Deutschlandtakt in den Vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans aufgenommen. Die finale Version des Deutschlandtaktes wird ja erst Ende diesenJahres vorliegen.

        1. Also kommt man auch ohne den komplizierten Abzweig im Tunnel Fürth(Pegnitztunnel) aus?
          Ich hab mir die „Bewertung der Schienenwegeausbauvorhaben des Potenziellen Bedarfs“ mehrmals durchgelesen. Die zusätzlichen Tunnelröhren Nürnberg-Erlangen sind der Tunnel Burgberg, um den Güterverkehr vom ICE-Verkehr zu trennen.

        2. Jo die 60min schaffen nur die Nonstop-Sprinter mit Tempo 300 km/h. Daraus resultiert aber auch eine 43/17-Takt ab Nürnberg in Richtung Norden, der erst ab Erfurt ein glatter 30min-Takt wird – find ich jetzt auch nicht so optimal für eine ITF 😉

          Die Einfädelung in die NBS in Nürnberg macht vor allem kapazitiv Sinn, da nun die Entmischung von der Erfurter und Würzburger Achse ggf. schon im Hauptbahnhof Nürnberg erfolgt und nicht in Fürth (bis wohin sich die Züge drei Gleise teilen).

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