[SH] RB61/62/71 Itzehoe–Wrist/–Heide

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Beschreibung des Vorschlags

Zur Verbesserung der ÖPNV-Situation in den Kreisen Steinburg und Dithmarschen schlage ich vor, die Bahnstrecke Itzehoe–Wrist wieder zu errichten sowie diese Strecke und die Marschbahn mindestens bis Heide zu elektrifizieren. Ebenfalls neu zu bauen wären Haltepunkte in Hemmingstedt und Vaale (Marschbahn) sowie Itzehoe-Sude, Itzehoe-Edendorf, Schlotfeld, Hohenlockstedt, Mühlenbarbek und Kellinghusen.

Allein der Bahnhof Itzehoe-Sude erschlösse ca. 3000 Arbeitsplätze am Klinikum Itzehoe sowie bei der Itzehoer Versicherung an den SPNV. Die Bahnhöfe Hemmingstedt, Hohenlockstedt und Kellinghusen brächten ca. 15.000 Personen einen Schienenanschluss. Die Bahnhöfe Schlotfeld und Vaale sind vor allem für Großveranstaltungen am Flugplatz Hungriger Wolf und auf dem Wacken-Open-Air-Gelände relevant und können außerhalb dieser Ereignisse als Bedarfshalt bedient werden. Durch die Elektrifizierung der Marschbahn, die wegfallende Umsteigezeit in Itzehoe und den Einsatz der spurtstärkeren Flirt-Züge sollten sich die Halte in Hemmingstedt und Vaale problemlos realisieren lassen.

Zurzeit werden die Strecken wie folgt bedient:

  • ab Hamburg Hbf stündlich RB61 mit Doppeltraktion Flirt bis Itzehoe
  • ab Hamburg-Altona stündlich RB71 mit Einfachtraktion Flirt bis Wrist
  • ab Itzehoe stündlich RB62 mit Lint 54 bis Heide
  • ab Itzehoe ca. stündlich Bus 15 bis Wrist

Mein Vorschlag sieht vor, die Doppeltraktion auf der RB61 beizubehalten und in Itzehoe zu flügeln, wobei ein Zugteil weiter nach Heide fährt und der andere über die reaktivierte Bahnstrecke nach Wrist. Von Wrist aus fährt der aus Itzehoe kommende Zug weiter nach Hamburg-Altona und umgekehrt, sodass sich de facto eine lange, schlaufige RB-Linie Hamburg Hbf–Elmshorn–Itzehoe–Hohenlockstedt–Wrist–Elmshorn–Hamburg-Altona ergibt. Um mögliche Verwirrungen klein zu halten, schlage ich vor, in Hohenlockstedt einen Linientausch vorzunehmen, sodass die Liniennummern RB61 (Hamburg Hbf–Itzehoe–Hohenlockstedt) und RB71 (Hamburg-Altona–Wrist–Hohenlockstedt) beibehalten werden. Die Buslinie 15 würde auf den Abschnitt Itzehoe–Ösau–Hohenlockstedt reduziert werden und in Hohenlockstedt zusätzliche Erschließungsfunktionen wahrnehmen.

Die Strecke Itzehoe–Wrist (ca. 20 km) ist so auszubauen, dass sie innerhalb von 17 Minuten befahren werden kann – so ließen sich die Bestandsfahrpläne beibehalten (Ankunft RB61 in Itzehoe zur Minute 06, Abfahrt RB71 in Wrist zur Minute 23). Dann genügt es auch, die Strecke eingleisig auszubauen, da der westwärts fahrende Zug zwischen den Minuten 34 und 54 unterwegs wäre, der ostwärts fahrende von Minute 06 bis 23. Sollte es eines Tages einen Halbstundentakt auf der Strecke geben, könnte man vorausschauend schon einen Kreuzungsbahnhof in Hohenlockstedt einrichten.

Dadurch, dass die Strecke nun schon fast dreißig Jahre abgebaut ist, werden einige Kunstbauten nötig: das Bahngelände in Kellinghusen und Hohenlockstedt ist mittlerweile teilweise überbaut und müsste ggf. untertunnelt werden. In Kellinghusen kommt dazu erschwerend die Nähe zur tidebeeinflussten Stör hinzu, hier müssten gegebenenfalls zusätzliche Hochwasserschutzmaßnahmen getroffen werden, damit der Tunnel nicht absäuft. In Kellinghusen muss eine Störbrücke neu gebaut werden und in Itzehoe müssen die alten Brücken und Tunnel der jetzt als Radweg genutzten Altstrecke auf ihre Bahntauglichkeit geprüft werden.

Ich bin mir dessen bewusst, dass das Projekt zum Scheitern verurteilt ist: die Neubaustrecke müsste mindestens auf eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h ausgebaut werden, um die engen Fahrpläne möglich zu machen. Fahrzeitreserven sind nur in minimalem Umfang vorhanden, Anwohner werden auf die Barrikaden gehen und das Kosten-Nutzen-Verhältnis wird auch nicht rosig aussehen. Außerdem ergeben sich in Wrist keine guten Eckanschlüsse auf der Verbindung Itzehoe–Neumünster–Kiel/–Flensburg. Ich wollte den Vorschlag trotzdem gern mit euch teilen.

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3 Kommentare zu “[SH] RB61/62/71 Itzehoe–Wrist/–Heide

  1. Also die Reaktivierung Wrist – Kellinghusen ist ja auch von offizieller Seite geplant, dagegen wurde der Restabschnitt bis Itzehoe aus dem Trassensicherungsvertrag genommen und demenstsprechend überbaut. Der Nutzen ist auch eher gering, da nur wenig weitere Bevölkerung angebunden wird und die Hauptrichtung von Kellinghusen und Itzhoe jeweils nach Hamburg liegt.

    Die Elektrifizierung der Bahnstrecke und Verlängerung der RB bis Heide finde ich dagegen sehr unterstützenswert.

    1. Wie oft noch? Die Strecke sieht zwar auf der Karte umwegig aus, eine teure Neutrassierung bringt jedoch gerade mal wenige Minuten und hängt dafür Orte ab. Das lohnt sich bei der Strecke nicht.

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