[SH] Straßenbahn Tornesch–Uetersen

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Beschreibung des Vorschlags

Uetersen ist neben Geesthacht und Glinde eine der größeren Städte im Hamburger Umland ohne Bahnanbindung. Genau wie in Geesthacht und Glinde scheitert es übrigens nicht daran, dass keine Gleise lägen.

Seit Jahren wird darüber diskutiert, ob und in welcher Form die Uetersener Eisenbahn, die Uetersen an den nächstgelegenen Bahnhof in Tornesch anbindet, reaktiviert werden soll. Häufig wird dabei vorgeschlagen, S-Bahnen und Regionalzüge aus Hamburg nach Uetersen durchzubinden.

Solange die Strecke Hamburg–Elmshorn ein zweigleisiger Flaschenhals ist, durch den sich sämtlicher Nah-, Fern- und Güterverkehr in Richtung Itzehoe–Heide–Husum, Neumünster–Kiel und Neumünster–Flensburg–Dänemark pressen muss, halte ich durchgehende Züge Hamburg–Uetersen nicht für vernünftig. Die Strecke ist bereits jetzt hoffnungslos überlastet und noch mehr Züge täten ihr nicht gut.

Stattdessen plädiere ich für eine Insellösung: ein Betrieb nach EBO mit niederflurigen Straßenbahnfahrzeugen zwischen Tornesch und Uetersen, die am Tornescher Bahnhof einen bahnsteiggleichen Übergang in Richtung Hamburg ermöglicht.
Auf dieser kurzen Strecke kann eine Straßenbahn ihre Vorteile (hohe Haltestellendichte, gute Beschleunigung bei niedriger Höchstgeschwindigkeit, einfach herzustellende Barrierefreiheit mit Niederflurfahrzeugen, geringe Baukosten) voll ausspielen.

Bis auf den Bahnübergang am Ostbahnhof sind keine größeren Baumaßnahmen an der Strecke nötig. Die Strecke darf eingleisig bleiben mit einer Ausweichhaltestelle an der Hebbelstraße. Mit zwei Fahrzeugen sollte sich unter der Woche mit Leichtigkeit ein Viertelstundentakt realisieren lassen. Diese können auf dem KViP-Betriebshof am Ostbahnhof gewartet werden. Durch den dichten Takt können die Umstiegszeiten in Tornesch kurz gehalten werden – falls die RB aus Hamburg Verspätung hat, nimmt man halt die nächste Tram nach Uetersen.

Durch die neue Tram ergeben sich nur geringfügige Änderungen im Busverkehr: einzig die Linie 6661 ist betroffen. Mögliche Anpassungen wären ein Umstieg auf Kleinbusbetrieb oder eine Verkürzung zum Geschwister-Scholl-Haus.

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3 Kommentare zu “[SH] Straßenbahn Tornesch–Uetersen

  1. Es handelt sich um eine Eisenbahnstrecke, die meines Wissens im Güterverkehr noch befahren wird. Diese EBO-Strecke willst du also auf BOStrab umstellen? Wie wirkt sich das auf den Güterverkehr aus? Ist das überhaupt nötig? Wie moderne Zweisystemwagen zeigen, können auch EBO-taugliche Wagen niederflurig sein. Eine hohe Haltestellendichte und schnelle Beschleunigungen sind bei Eisenbahnen genauso technisch möglich, wie bei Straßenbahnen.

    Prinzipiell finde ich deinen Vorschlag gut, aber das geht doch auch als Eisenbahn.

    1. Guter Hinweis, das nehm ich in die Beschreibung mit auf.

      Bei „Straßenbahn“ dachte ich weniger an „nach BOStrab betriebenes Verkehrsmittel“ als an „niederflurige schnell beschleunigende kurze Züge“, so wie sie etwa im Raum Kassel auch auf EBO-Strecken verkehren.

      1. Straßenbahnen fahren immer nach BOStrab, sonst sind es keine Straßenbahnen. Im Raum Kassel fahren Zweisystembahnen, dafür haben wir eine andere Signatur, aber die meinst du ja auch nicht, wenn deine Bahnen nirgends nach BOStrab fahren sollen. In diesem Falle wären es eben reine Eisenbahnen, die man wahlweise als S-Bahn oder Regionalbahn bezeichnen könnte. Das würde ich vom Takt abhängig machen. Eine S-Bahn sollte mindestens alle 30 min fahren, sonst ist es keine. (Wenn seltener fahrende Linien als S-Bahn bezeichnet werden ist das ein Etikettenschwindel zu Werbezwecken, dem man auf Linie Plus bitte nicht folgen sollte.)

        Dass Niederflurzüge angedacht sind, kann ja gerne in der Beschreibung erwähnt werden.

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