Umbau Darmstadt-Kranichstein für vernüftigen zweiten Bahnsteig und Verknüfung zur Straßenbahn

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Beschreibung des Vorschlags

Der Bahnsteig an Gleis 2 in Darmstadt Kranichstein (Halt für Reisezüge Richtung Darmstadt Hbf) ist äußerst schmal und nur durch Überqueren von Gleis 1 zu erreichen. Betrieblich bedeutet das zweierlei:
1.: Begegnungsverbot. Solange an Gleis 2 ein Reisezug steht, dürfen über Gleis 1 keine Fahrten stattfinden.
2.: niedrige Geschwindigkeit. Die dadurch realisiert wird, dass das Ausfahrsignal in Richtung Darmstadt Nord (und weiter zum Hbf) so lange Halt zeigt, bis der Zug zum Stehen gekommen ist.

DB Netz ist sich der Problematik bewusst und strebt eine pragmatische Lösung an: Wenn von vorne eh nix kommen darf und wenn eh nur langsam gefahren werden kann, lassen wir doch einfach alles an Gleis 1 halten und bauen den Bahnsteig an Gleis 2 komplett zurück.
Wenn man die Situation beobachtet, stellt man fest: verschlechtern tut sich dadurch in der Tat nichts. Planmäßige Begegnungen finden rund um Kranichstein auch in der HVZ nicht statt, und der Güterverkehr fährt ohnehin außen dran vorbei. Allerdings: Die DB-Lösung zementiert die Situation, statt sie signifikant zu verbessern. Und das kann und soll man kritisieren – und vorschlagen, wie man es besser machen kann. Was hiermit geschehen soll.

 

Dieser Vorschlag hier kostet natürlich mehr als zwei Weichen und ein Asig (was für die DB-Lösung nötig wäre), schlägt dafür, aber, der Schneider kann einpacken, gleich 8 Fliegen auf einen Streich statt… eigentlich gar keiner.

Erhöhung der Fahrplanstabilität durch weiterhin zwei vollwertig nutzbare Gleise und Wegfall des Begegnungsverbotes,
kürzere Fahrzeit für Züge Richtung Darmstadt Hbf durch Wegfall der Geschwindigkeitseinschränkungen,
kürzere Schließzeiten durch Errichtung der Bahnsteige jeweils hinter dem BÜ,
möglicher Reisezughalt in Kranichstein auch im Umleitungsfalle (FD <–> FDK über Gütergleis, das kommt gar nicht mal selten vor),
Barrierefreiheit ohne platzintensive Rampen oder teure Fahrstühle durch Nutzung des BÜ als Bahnsteigzugang
– deutlich kürzerer Fußweg zur Endhaltestelle der Straßenbahn.
Und nebenbei fällt für die Güterzüge auch noch was ab:
– in beide Fahrtrichtungen 2 Verbindungen zur Aschaffenburger Strecke, dadurch trotz Höhengleichheit flexibler Betrieb,
je Fahrtrichtung 3 nicht durchgehende Hauptgleise (die, die ich auch nicht durchgehend gezeichnet habe) zum Zwischenabstellen statt bisher 2 (Gleis 3, 4 und 5 sowie 8, 9 und 10, bisher 3 und 4 bzw. 7 und 8).

Und so wird’s gemacht:

– Die Güterbahn aus Weiterstadt wird in der Einfahrt um ein Gleis nach Norden verschoben. Der Platz ist vorhanden, z.Zt.  befindet sich dort ein Stumpfgleis. Durchgehende Hauptgleise der Güterbahn werden in dem Zuge Gleis 6 und 7 statt bisher 5 und 6. Siehe Gleisplan.
– Der gewonnene Platz wird genutzt für: einen Bahnsteig westlich des Bahnübergangs (nutzbar auch vom Südgleis der Güterbahn aus) und mindestens ein anderes Stumpfgleis als Ersatz für das durch die Neutrassierung weggefallene (eingezeichnet hab ich komfortable drei davon, was platztechnisch machbar ist)
Bahnsteig 1 wandert vom alten EG nach Westen und wird östlich vom BÜ neu errichtet.
– Einige Weichenverbindungen werden verschoben bzw. z.T. neu errichtet.

Alles in allem kein einfaches Unterfangen, doch mit jeder Menge Vorteilen verbunden. Ich denke, man sollte das angehen.

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4 Kommentare zu “Umbau Darmstadt-Kranichstein für vernüftigen zweiten Bahnsteig und Verknüfung zur Straßenbahn

  1. Insgesamt eine sehr charmante Idee, die ich voll unterstütze, schöne Ausarbeitung zudem, also Daumen hoch dafür.

    Eine Sache, die vielleicht nicht ganz so optimal ist, habe ich allerdings doch gefunden. Das wegfallende Stumpfgleis ist das Ausziehgleis, des Güterbahnhofs kein einfaches Abstellgleis, sprich: Um ein paar Wagen zwischen den Gleisen des Gbf zu verschieben, kann man aktuell in dieses Ausziehgleis rein und wieder raus und zwar ohne die Streckengleise zu nutzen oder zu queren. Dies würde bei dir so nicht mehr möglich sein. Keine Ahnung inwiefern das relevant ist, ich kenne das Güterverkehrsaufkommen in Kranichstein nicht so, zudem sollte die Strecke ja auch nicht so sehr stark ausgelastet sein, wenn man hier einen „eingleisigen“ Abschnitt für den PV plant. Und falls doch, sollte es auch kein unlösbares Problem sein, hier noch ein weiteres Gleis und eine Verschiebung der Würzburger Straße durchzuführen.

    1. Ich hab dort immer nur Loks abgestellt gesehen. Kann gut sein, dass es mal als Ausziehgleis gedient hatte, Zugbildung ist in FDK aber schon lange kein Thema mehr und der Bw-Bereich ist ein Museum.

      Durchgehender Güterverkehr ist stark, die Main-Weser-Bahn gehört sogar zu den zu mehr als 110% ausgelasteten Schienenwegen. Etwa fahren alle Gefahrgutzüge aus und in Richtung Kinzigtal dort entlang, weil Frankfurt Süd für derlei Fracht gesperrt ist. Das geht jedoch alles an den Bahnsteigen vorbei und ist daher von der DB-Lösung nicht betroffen.
      Der planmäßige Reiseverkehr besteht aus der RB75, die in der HVZ im Halbstundentakt verkehrt und in Darmstadt Hbf sowie hinter Messel ihrem Gegenverkehr begegnet. Kranichstein liegt da mittendrin, weshalb der DB-Gedanke durchaus nachvollziehbar ist.

      1. Okay, dann braucht man ein solches Ausziehgleis wohl tatsächlich nicht mehr bzw. muss im seltenen Bedarfsfall halt auf das Hauptgleis rangieren.

        Du meinst die Rhein-Main-Bahn, nicht die Main-Weser-Bahn, oder? Ansonsten aber wie gesagt: Gerne diese Lösung! Kapazitätseinschränkungen sollten grundsätzlich auf deutschen Hauptbahnen nicht mehr vorkommen, man sieht ja heute schon vielerorts wie schwierig und teuer es ist, einen einmal durchgeführten Rückbau von Anlagen wieder rückgängig zu machen, auch wenn es vor 20 Jahren sinnvoll erschien.

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