Wasserbus Rhein-Herne-Kanal

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Beschreibung des Vorschlags

Guten Morgen,

entlang des Rhein-Herne-Kanals finden sich so einige interessante Ziele, z. B. das Mercator-Center in Duisburg-Meiderich, der Kaisergarten in Oberhausen, das Niederrhein-Stadion in Oberhausen, der Gasometer Oberhausen oder auch die Marina Oberhausen, sowie der Gehölzgarten Ripshorst. Dann führt der Rhein-Herne-Kanal durch Bottrop-Ebel, sowie den Essener und den Gelsenkirchener Hafen. Doch bevor er den Gelsenkirchener Hafen erreicht, führt er durch den Gelsenkirchener Emscherpark und Nordsternpark. Im Osten Gelsenkirchens liegen eine Marina und der Gelsenkirchener Zoo (ZOOM Erlebniswelt) direkt am Rhein-Herne-Kanal. Schließlich wird Herne erreicht und dort liegen am Rhein-Herne-Kanal das Schloß Grimberg, die alljährlich stattfindende Cranger Kirmes und auch in einer gewissen Distanz zum Wasser das Schloss Strünkede.

Ich denke mir mal, das sind eine Menge Ziele, die man gut mit einer Linie verbinden kann und da sie alle entlang einer Bundeswasserstraße liegen, böte sich hier ein Wasserbus an – eingezeichnet habe ich ihn passenderweise als Fähre, denn eine Fähre fährt ja immer auf dem Wasser. Wasserbusse gibt es schon in Kopenhagen oder Venedig und sind eigentlich ein sehr praktisches Verkehrsmittel und ich denke hier im nördlichen Ruhrgebiet würde er sich entlang des Rhein-Herne-Kanals gut anbieten.

Der Wasserbus beginnt in Duisburg-Kaßlerfeld, um noch einigermaßen einen guten Anschluss an den Duisburger ÖPNV zu bieten. An der Karl-Lehr-Brücke lässt sich gut in die Linie 901 nach Duisburg-Stadtmitte umsteigen. Dann folgt er dem Rhein-Herne-Kanal bis nach Herne-Baukau, wo er nördlich des Wasserschlosses Strünkede endet.

Vorteile:

  • Zügig kann man alle 15 Minuten von Ost nach West durchs nördliche Ruhrgebiet fahren.
  • Viele Freizeitziele im Ruhrgebiet können direkter angesteuert werden, als mit anderen Verkehrsmitteln

Nachteile:

  • Wasser bremst gerne aus, sodass die Wasserfahrzeuge schon einen starken Antrieb benötigen. Auf dem Rhein-Herne-Kanal dürfen die Schiffe nicht schneller als 6,5 kn (12 km/h) fahren. Die Linienlänge meiner Wasserbuslinie beträgt etwas länger als 20 sm. Wenn der Wasserbus im Durchschnitt 6 kn fährt, bräuchte er 3:20 h von Duisburg-Kaßlerfeld bis Herne-Baukau. Addiert man den Aufenthalt in den drei Schleusen Oberhausen, Gelsenkirchen und Wanne-Eickel, darf man pro Schleusenfahrt 15-20 min addieren und braucht dann also für die Schleusen 0:45 h bis 1:00 h, also insgesamt 4:20 h. Addiert man 3 min Aufenthalt in den 17 Zwischenstationen hinzu, dann benötigt der Wasserbus insgesamt 5:11 h von einem Ende zum anderen. Der RE3 braucht von Duisburg Hbf nach Herne Bahnhof weniger als ein Zehntel dieser Zeit.
  • Beim Linienverlauf muss man sich an den Verlauf der Wasserstraße halten. Daher sind eigentlich nur am Bahnhof Meiderich-Ost, am Kaisergarten Oberhausen und im Hafengebiet Schalke Nord Verknüpfungen mit dem Eisenbahnverkehr möglich. Mit Straßenbahnen oder Stadtbahnen sind auch Verknüpfungen an der Karl-Lehr-Brücke, an der ÖPNV-Trasse Oberhausen, der Marina Altenessen, dem Hafengebiet Schalke Nord, sowie in Erle an der ZOOM Erlebniswelt möglich. Für eine Verknüpfung mit den Linien U35, U79 und 903 müssten aber teure Tunnelverlängerungen bzw. teuere Tunnelbahnhöfe in Wassernähe gebaut werden.
  • Verlängerungen sind nur über Flüsse oder bestehende Wasserstraßen möglich, es sein denn man fordert neue zu bauen. Da ich nicht weiß, ob die Emscher zwischen Herne und Dortmund gut beschiffbar ist, wäre eine Verlängerung des Wasserbusses nur über den Dortmund-Ems-Kanal möglich. Leider führt das zu einem großen Umweg gegenüber der Eisenbahnverbindung.

Anmerkung: Wundert euch nicht, dass ich die Entfernungen in sm (Seemeilen) und die Geschwindigkeit in kn (Knoten) angebe. Das ist in der Schifffahrt bzw. bei Verkehrsmitteln auf dem Wasser so üblich.

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6 Kommentare zu “Wasserbus Rhein-Herne-Kanal

  1. Oh, Mann! Von Schifffahrt hast du wohl nicht sehr viel Ahnung. In einer Stunde willst du die Strecke befahren? Unterwegs befinden sich vier Schleusen (Meiderich, Oberhausen, Gelsenkirchen und Wanne-Eickel)! Bist du schonmal mit einem Schiff durch eine Schleuse gefahren? Das dauert alleine schon eine Weile. Die eine Stunde wirst du vermutlich in Schleusen verbringen. Ferner sind für den Verkehr nur 12 km/h zugelassen. Höhere Geschwindigkeiten würden durch die Wellen nämlich die Ufer beschädigen. Die vielen Stationen kosten auch Zeit. Also rechne nochmal neu.

     

    1. Hallo Ulrich,

      Ich habe nach deinen Angaben über die Höchstgeschwindigkeit von 6,5 kn (12 km/h) nochmal nachgerechnet. Also wenn das Schiff im Schnitt 6 kn fährt (auf dem Wasser misst man Geschwindigkeiten in Knoten und nicht in km/h, wobei 1 kn = 1 sm/h [Seemeile/Stunde] ist) wäre die reine Fahrzeit 3:20 h auf dem Wasser. Zuzüglich 20 min Aufenthalt in den Schleusen kam ich auf 4:40 h Fahrzeit auf dem Rhein-Herne-Kanal. Ich habe ein paar Stationen übrigens entfernt, weil sie doch sehr nah beieander lagen, so hält die Schiffslinie nur noch einmal im Bereich Gasometer Oberhausen/Marina Oberhausen oder nur noch einmal zwischen den Kanalbrücken Dellwig und Bottrop-Ebel.
      Wie viel Zeit soll ich an den Zwischenstationen einrechnen? Etwa 2 min oder 3 min. Bei 3 Minuten/Halt im Wasser müsste ich dann bei 18 Zwischenhalten 54 min. drauf rechnen. Puh, dann wäre man damit ja gut 5:30 h unterwegs und damit 11-mal-langsamer als mit dem Schienenverkehr.

      1. Also je nachdem was für ein Modell du vorsiehst, kann ein Halt vom Vertäuen bis zum Leinen los machen auch gerne mal 5 min dauern. Das ist sehr abhängig vom Fahrgastwechsel, im Gegensatz zum restlichen ÖPNV gibt es hier ja meist nur einen EIn-/Ausgang in Form einer Brücke, sodass dieser deutlich länger dauert. Also bei einem kleinen Boot, wo eh nur 50 Leute raufpassen, hat man geschätzt 10 Ein-/Aussteiger pro Station, sodass man mit 3 min Haltezeit hinkommt, bei einem richtigen Schiff mit 200 Personen können aber auch 50 Leute ein- und aussteigen, sodass 5 min eher realistisch sind.
        Aber an dem Fazit ändert das wenig: Für eine Verbindung in Ost-West-Richtung taugt eine solche Fährverbindung kaum, Tourismus wäre wohl die Haupteinnahmequelle und evt. wäre es für einige praktisch, die den Kanal überqueren wollen, die nächste Brücke aber zu weit weg ist.

        1. Schiffe müssen an Unterwegshalten nicht unbedingt angeleint werden, sie können auch mittels Elektromagneten am Steg befestigt werden, wenn entsprechende Infrastruktur vorhanden ist. Das geht dann deutlich schneller, ändert aber nichts daran, dass dieser Vorschlag überhaupt keinen Zeitvorteil gegenüber anderen Verkehrsmitteln bringen kann. Eine solche Schiffslinie könnte ausschließlich für den Ausflugsverkehr interessant sein, doch das ist nicht Thema von Linie Plus.

    2. Hi Ulrich,

      Darf ich dich bezüglich der Schleusen einmal korrigieren? Meine Schiffslinie benutzt auf den westlichsten Seemeilen die Ruhr und fährt dann über den Verbindungskanal in den Rhein-Herne-Kanal. Daher fährt sie nicht durch die Meidericher Schleuse. Also habe ich nur drei Schleusen auf der Linie.

      Aber bezüglich der Fahrzeit sind diese dann 20 Minuten Gewinn dann auch nicht viel. Ich gebe gerne zu, dass das die erste Wassergebundene Linie ist, die ich vorschlug und ich glaube vielleicht bleibt es auch die einzigste. Jetzt, wo ich weiß, dass die Schifffahrt zumindest die Binnenschifffahrt für den ÖPNV eher ungeeignet ist.

      Ich habe übrigens schon selbst mal ein Sportboot durch die Wellen gelenkt. Das war 2012 im Urlaub. Mit so etwas kann man echt schnell durch das Meer düsen. Darüber hinaus bin ich schon auf Binnenschiffen mitgefahren, z. B. mit der Weißen Flotte von Mülheim nach Kettwig oder auch von Bremen nach Bremerhaven und auch bei euch in Berlin über die Spree. Aber immer waren die Schiffe sehr gemütlich unterwegs.

      LG Tramfreund94

      Korrigiert
      ~Intertrain

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