Schnell von A(msterdam) nach B(erlin)

Dieser Beitrag fasst eine Reihe von Vorschlägen zusammen. Es geht darum, wie man möglichst schnell von Amsterdam nach Berlin kommt, ohne die Verbindung zu Erdboden zu verlieren. Gleichzeitig möchte ich die größten Ballungsräume der Niederlande an diese Relation und damit ganz Nordeuropa auf dem Landweg anschließen.

Aktuell gibt es die zweistündlich bediente IC-Linie 77 mit in der Regel folgenden Halten:

Amsterdam Centraal – Hilversum – Amersfoot – Apeldoorn – Deventer – Almelo – Hengelo – Bad Bentheim – Rheine – Osnabrück Hbf – Bad Oeynhausen –Minden (Westf) – Hannover Hbf – Wolfsburg Hbf – Stendal – Berlin-Spandau – Berlin Hbf – Berlin Ostbf

Die Linie benötigt aktuell etwa 6 Stunden und 34 Minuten. Mein Ziel ist es, diese Fahrzeit um mehr als zwei Stunden zu verkürzen. Warum?

Von Berlin nach München wurde ein unglaublicher Aufwand betrieben, um den – Luftlinie – halben Megameter in vier Stunden Fahrzeit zu schaffen. Nach Amsterdam ist es Luftlinie nur etwa 75 Kilometer weiter; jedoch benötigt man für die Fahrt zweieinhalb Stunden mehr – obwohl sie durch ausschließlich flaches Land führt, was man von Berlin–München nun nicht behaupten kann.

Da ich diese Tatsache sehr schade finde und der Meinung bin, man sollte die Schließung der Flughäfen Tempelhof und Tegel nicht mit größeren Flughäfen, sondern mit Bahnverbindungen kompensieren, schlage ich nun eine Reihe Schnellfahrstrecken vor:

Die Fahrzeiten in Minuten ergeben sich dann für die in den Vorschlägen erwähnten Züge folgendermaßen. Für jeden Halt sind zwei Minuten Haltzeit einberechnet, bei Hannover und Berlin Hbf vier und bei Stendal nur eine.

  • zweistündlich ICE Amsterdam C –24– Utrecht C –19– Arnheim –28– Hengelo –6– Enschede –27– Osnabrück Hbf –25–18– Hannover Hbf –88– Berlin-Spandau –7– Berlin Hbf (tief) | Gesamtfahrzeit: 255 Minuten = 4 Stunden + 16 Minuten
  • vierstündlich ICE Rotterdam C –18– Gouda –18– Utrecht C –20– Arnheim C –28– Hengelo –6– Enschede –27– Osnabrück Hbf –15– Bünde –12– Minden –18– Hannover Hbf –27– Wolfsburg Hbf –27– Stendal –35– Berlin-Spandau –14– Berlin Hbf –8– Berlin Ostbf | Gesamtfahrzeit: 300 Minuten = 5 Stunden
  • vierstündlich ICE Den Haag C –18– Gouda –18– Utrecht C –20– Arnheim C –28– Hengelo –6– Enschede –27– Osnabrück Hbf –19– Bad Oeynhausen –9– Minden –18– Hannover Hbf –27– Wolfsburg Hbf –27– Stendal –35– Berlin-Spandau –14– Berlin Hbf –8– Berlin Ostbf | Gesamtfahrzeit: 301 Minuten = 5 Stunden + 1 Minuten

Es verkürzt sich damit auch entsprechend die Fahrzeit u.a. nach Bremen, Hamburg, Braunschweig, Magdeburg, Halle, Leipzig und Dresden um – je nach Anschluss – mindestens 60 Minuten.

Nachteile der neuen Führung im Vergleich zur aktuellen:

  • Umsteigezwang von Hilversum, Apeldoorn, Deventer, Amersfoot und Bad Bentheim und Rheine nach Hannover, Wolfsburg, Stendal und Berlin
  • Kosten im Milliardenbereich

Vorteile der neuen Führung im Vergleich zur aktuellen:

  • Fahrzeitverkürzung um ein Drittel zwischen der niederländischen und der deutschen Hauptstadt
  • Neuanschluss von Utrecht und Arnheim (mit Ballungsräumen mehr Einwohner als die „abgehängten“ Orte)
  • Neuanschluss von Enschede
  • HGV-Bündelung mit Amsterdam–Rhein/Ruhr
  • Bessere Verbindung nach Rotterdam und Den Haag möglich

3 Kommentare zu “Schnell von A(msterdam) nach B(erlin)

  1. Auch hier möchte ich nochmal darauf aufmerksam machen, dass es neben der aktuellen Linienführung über Deventer eine schnellere Verbindung über Zwolle – Lelystad – Almere existiert. Diese dauert heute zwar 10 min länger als der direkte IC über Deventer, beinhaltet aber insgesamt 13 min Umstiegszeit und 6-7 Halte, die entfallen können. Wären wir als bei einer Fahrzeitverkürzung von ca. 15-20 min gegenüber heute (Vmax 200 vorausgesetzt). Dies entspricht dann ziemlich genau der Fahrzeit, die du durch deine SFS erreichst.

    Im Gegenzug profitieren bei dir natürlich auch noch die Verbindungen nach Rhein/Ruhr und außerdem müssen die ICs, die dann nicht mehr über Deventer verkehren natürlich irgendwie kompensiert werden, wenn man die Stadt nicht vom IC-Verkehr abhängen will.

    1. Zwolle ist auch eine nette Idee, aber mir geht es halt um Arnhem, Utrecht, Rotterdam und Den Haag. Guck dir da mal die Einwohnerzahlen der Agglomerationen an, da kommt die aktuelle Route nicht mit und auch Zwolle ist nicht so riesig.

      Wie du den Vorschlägen entnehmen kannst, soll der IC zwischen Amsterdam und Rheine bestehen bleiben und in Hengelo Anschluss bieten. Damit wird nichts abgehängt, fahrzeitentechnisch verbessert es sich sogar auch für diese Orte, wenn auch mit Umstieg.

      ICs sind in den Niederlanden generell was anderes als in Deutschland. Wenn die DB ihn nicht betreiben wie aktuell würde, würde es die NS zumindest im niederländischen Teil selbst machen, wenn auch mit anderem Rollmaterial.

      1. Ich glaube, du hast nicht so ganz richtig verstanden, worauf ich hinaus will. Die Route über Zwolle ermöglicht schon heute genau die gleichen Reisezeiten Amsterdam – Hengelo, die du dann über deine SFS erst nach dem Ausbau erreichen wirst. Daraus resultiert, dass von deiner SFS die Verbindung von Amsterdam nach Berlin nicht profitiert, sondern „nur“ die Verbindung nach Rhein/Ruhr und die angebundenen Städte Utrecht und Arnhem – dem man Zwolle und Lelystadt natürlich noch gegenüberstellen muss. Damit will ich ausdrücklich nicht sagen, dass deine SFS Quatsch ist, sondern nur den Fakt aufzeigen, dass man auf der Strecke nach Amsterdam auch ohne SFS die gleiche Fahrzeit erreicht, jedoch aufgrund der fehlenden Bündelung ein paar Nachteile in Kauf nehmen muss.

        Und je nachdem wie man die Züge dann führt, ist auch klar, dass alle dann jeweils nicht mehr im IC-Verkehr bedienten Städte durch eine andere, neue Linie kompensiert werden müssen bzw. bei aus den geänderten Laufwegen resultierende Liniendoppelungen auch eingekürzt werden muss.

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