Stadtbahn zur Erschließung von Bonn Buschdorf, Graurheindorf und Sportpark Nord

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Beschreibung des Vorschlags

Grundgedanke des Vorschlags: Möglichst kostengünstige Realisierung (d.h. möglichst wenige Sonderbauwerke, keine/wenige Tunnel) einer schnellen und leistungsfähigen Bahnverbindung (daher Stadtbahn und nicht Straßenbahn).
Genutzt wird die bestehende Stadtbahnverbindung Bonn – Köln:

– Bau eines Abzweigs von der bestehenden Strecke hinter der Haltestelle Bonn Buschdorf und Anschluss an das bestehende (Güterverkehrs)Gleis; Ausbau auf eine zweigleisige Streckenführung. Einrichtung einer Haltestelle Bonn Buschdorf Mitte.
– An der Schlesienstraße biegt ein Abzweig Richtung Rhein ab und führt auf eigenem Bahnkörper über die Schlesienstraße an der Bebauung von Auerberg entlang in Richtung Graurheindorf (Nutzung der unbebauten Flächen). Einrichtung eines Haltepunktes in der Nähe der Kölnstraße und der Endhaltstelle in Graurheindorf (Eventuell reicht für dieses Teilstück eine eingleisige Streckenführung aus).
– Der andere Streckenabschnitt folgt dem bestehenden (Güterverkehrs)Gleis bis zur Straße „Am Josephinum“. Auch hier müsste eigentlich genug Platz für zwei Gleise auf eigenem Bahnkörper sein, zumindest zwischen Gewerbegebiet und Friedhof; auf der Friedrich-Wöhler-Straße muss man den freien Platz entsprechend nutzen und die Straßen etwas schmaler gestalten. Auf diesem Stück ebenfalls zwei Haltstellen.
– Von der Straße „Am Josephinum“ wird die Strecke entlang der Autobahn geführt, evtl. aus Platzgründen nur eingleisig. Vorteil: eigener Bahnkörper möglich, keine Straßengebundene Streckenführung oder Tunnel. Im Rahmen des Bahnbaus könnte man sicher auch noch was für den Schallschutz tun.
– An der Brücke der Kölnstraße über die A 565 biegt die Trasse auf die Kölnstraße Richtung Sportpark Nord ab; Haltstelle auf der Brücke.
– Anschließend wird die Strecke eingleisig auf eigenem Bahnkörper zur Endhaltestelle Sportpark Nord geführt, was eine ensprechende Umgestaltung der Kölnstraße erfordert. Der Platz hierfür wäre aber m. E. vorhanden. Am Sportpark sollte genug Platz für eine Haltestelle sein.

Vorteil des Vorschlags: kostengünstige Anbindung von Buschdorf, Sportpark Nord und Graurheindorf mit der Stadtbahn; teilweise Nutzung einer bestehenden Trasse möglich; keine kostenintensiven Sonderbauwerke erforderlich.
Eine weitere attraktive Anbindung könnte im Weiteren durch die Anbindung des Sportparks mit der Straßenbahn über die Kölnstraße erfolgen (Anschluss an die Linie 61) mit Umsteigemöglichkeit zwischen Stadtbahn/Straßenbahn.

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5 Kommentare zu “Stadtbahn zur Erschließung von Bonn Buschdorf, Graurheindorf und Sportpark Nord

  1. Herzlich Willkommen auf Linie Plus!

    Ich verstehe deinen Gedanken, mit der Stadtbahn einen möglichst schnellen Anschluss der nördlichen Stadtviertel Bonns zu schaffen. Gut gefällt mir das Bestreben, auf teure Tunnel zu verzichten.

    Bedenke allerdings: die Mehrheit will schnell zu den Umsteigepunkten im Zentrum, und durch die sehr umwegige Streckenführung über Buschdorf verpufft der Zeitvorteil, den die Stadtbahn eventuell hätte. So schlecht ist die Tram nach Auerberg ja auch nicht ausgebaut. Zugegeben: von Norden her wäre der Anschluss sehr gut.

    Ich denke, es dürfte trotzdem zielstrebiger sein mit der Tram die Lücke zur 16 zu schließen, über die Kölnstraße kommt man ja schnell zur Gütertrasse in Buschdorf und kann dann entweder in Hersel einen Umsteigebahnhof schaffen oder einen neuen Halt an der Buschdorfer Straße errichten. Graurheindorf ließe sich schnell und kostengünstig mit einem neuem Abzweig am Heinrick-Hertz-Kolleg erschließen, die Buslinie 600 könnte man dann nördlich der Werftstraße streichen.

    Alternativgedanke, wenn es wirklich die Stadtbahn sein soll: Wäre baulich ein Abzweig in Propsthof Nord entlang der Autobahn möglich?

  2. Hallo zeruplal,
    vielen Dank für Deine Kommentierung.

    Deinen Punkt mit dem wegfallenden Zeitvorteil durch die Streckenführung für Fahrgäste v.a. aus der Kölnstraße weg vom Zentrum kann ich nachvollziehen. Ich hatte im Text aber auch vorgeschlagen, eine Straßenbahnlinie von der bestehenden Strecke auf der Kölnstraße (Linie 61) bis zum Sportpark Nord zu verlängern, dort hätte man dann eine Umsteigemöglichkeit.

    Schnell kann die Stadtbahn sowieso nur auf eigener Trasse fahren, daher auch diese nicht sehr direkte Linienführung. Anders ist es ohne aufwändige Bauwerke nur schwer machbar. Ich finde die Stadtbahn auch deshalb attraktiv, weil sie leistungsfähiger ist und mehr Menschen transportieren kann.

    Heute fährt die Stadtbahn von Bonn Hbf. bis Buschdorf in 9 Minuten. Die Verlängerung nach Graurheindorf einerseits und bis zur Haltestelle Friedrich-Wöhler-Straße andererseits würde nur wenige Minuten kosten und wäre bis dahin für die Betroffenen attraktiv. Außerdem könnten so potenzielle neue Baugebiete gut erschlossen werden. Das Problem könnte die Verlängerung zum Sportpark Nord sein.

    Da wäre eine Straßenbahn auf eigener Trasse alternativ natürlich ebenfalls sinnvoll. So könnte man eine Straßenbahn auf eigener Trasse anschließend an die bestehende Strecke der Linie 61 über die Kölnstraße vorbei am Sportpark Nord verlängern und auf der Straße Am Josephinum führen, dann wäre der Umstieg zur Stadtbahn an der Haltestelle Friedrich-Wöhler-Straße.

    Deine Idee mit dem Abzweig am Propsthof sehe ich kritisch. Da müsste man vermutlich aufwändig bauen, an der Autobahn entlang ist wenig Platz. Außerdem: erreicht man die Menschen, die mit der Bahn fahren sollen? Zusätzlich wird in den kommenden Jahren die Autobahn 565 auf dem Abschnitt des sogenannten Tausendüßlers für viele Mio. € saniert. Wenn man da parallel eine Bahnlinie ranbauen will, müsste man jetzt in die Planung rein und das notwenige Geld bereitstellen. Das wird eher schwierig.

    Mein Grundgedanke war, die bestehenden Möglichkeiten so gut wie möglich zu nutzen und da erschien mir der Anschluss an die Stadtbahn mit Weiterführung über bestehende Gleise bzw. nicht bebaute Flächen als gute Lösung. Aber: eine Straßenbahn würde vermutlich auch gut gehen (s.o.).

    Gruß
    Bahndamm

  3. Hallo,

    ersteinmal möchte ich den Ansatz begrüßen, dass mal was kostengünstiger gebaut wird. Bonn ist ja nicht immer so gut bei Kasse.

    Es gibt aber auch ein paar Punkte die mir noch gefallen, aber auch missfallen.

    Buschdorf:

    Buschdorf würde ja ganz klar davon profitieren und noch besser in die Innenstadt gelangen. Bisher muss man ja immer zur Stadtbahnhaltestelle oder lange mit der 604 fahren. Zudem ist die Gütertrasse auch gut nutzbar und lange fester Bestandteil der Planungen.

    Zeit:

    Ich erkläre es jetzt mal am Beispiel für Graurheindorf. Von Graurheindorf kommt man mehr oder weniger gut weg. 600 und die leicht entfernte 61 sind relativ schnell, die 605 fährt etwas länger. Deine Linie fährt dafür erst in die Gegenrichtung bis Buschdorf und dann zurück. Das ist eher semi. Da könnte man eher der 61 optional Abzweige oder so geben (Option über die Kölnstr. , Abzweig nach Graurheindorf, usw).

    Kompatibilität :

    Da du ja lieber Hochflur verwendest, gibst du damit der Linie 61 sehr starke Einschränkungen mit, die gewissermaßen den Streckenast an der Kopenhagener Str. beenden. Denn in Bonn vertragen sich die beiden Systeme eher weniger. Zudem müsstest du für deinen Vorschlag noch noch extra Platz für 30/60 m Bahnsteige schaffen. Die kannst du bei der Strab wohl besser mit der Straße vereinbaren. Auch ist die Strab auf der Straße was flexibler nutzbar und benötigt nicht zwingend getrennte Gleiskörper.

    Gleisradien:

    Sind auch ein paar engere Gleisradien verbaut (z. B. Hersel), welche bei einer Stadtbahn einen enormen Krach und Geschwindigkeitsverlust mit sich bringen (merkt man schon am Adenauer-Platz, rund um die Station Uni/Markt, usw. )

    Linie und Fahrzeuge:

    Zudem ist auch die Frage, welche Linie du an die beiden Äste anbinden willst. Denn die Linie 63 ist gewissermaßen eh bald in ihrer Form vorbei und Fahrzeuge sind auch mal Mangelware bei der SWB.

    Grüße

  4. Hallo Lama aus den Alpen!

    Danke für die positive Wertung. Kurz zu Deinen Punkten:

    Zeit/Graurheindorf:

    Trotz zunächst falscher Richtung und Umweg über Buschdorf ist man meiner Meinung nach trotzdem mit der Linienführung von Graurheindorf aus schneller am Hauptbahnhof. Die 600 braucht laut Fahrplan von Graurheindorf zum Hbf. 20 Minuten, die 16 von Buschdorf nach Hbf. 8 Minuten. Wenn ich jetzt 5 Minuten bis Graurheindorf mit der Bahn drauflege bin ich zügiger im Zentrum und binde Buschdorf besser an.

    Kompatibilität:

    Ich will hier nicht grundsätzlich die Straba abwürgen oder die Stadtbahn bevorzugen. In dem beschriebenen Kontext passt meiner Meinung nach aber die Stadtbahn besser, weil der Anschluss über Buschdorf einfacher zu realisieren ist. Es passen auch mehr Leute in die Stadtbahn, die auch schneller fahren kann als die Staba in engen Straßen zusammen mit den Autos. Das ist gerade im Berufsverkehr, wenn viele Menschen ein zuverlässiges Verkehrsmittel nutzen wollen, ein wichtiger Faktor. Eine Verlängerung der 61 in Kopenhagen halte ich für schwierig, da es ein reines Wohngebiet mit engen Straßen ist. Wenn Verlängerung würde ich die anders machen (das wäre aber dann ein neuer Vorschlag). Die längeren Bahnsteige müsste man in der Tat unterbringen, ich glaube aber das das in Buschdorf und Graurheindorf noch gehen würde. Der andere Ast Richtung Sportpark Nord wäre hier viel schwieriger. Dort könnte ich mir auch eine Straba-Lösung gut vorstellen, die ich dann aber über die Kölnstraße anschließen würde. Das wäre dann aber ein neuer Vorschlag. Getrennte Gleiskörper sollte es eigentlich immer geben, zur Not auf Kosten von Platz für die Straße, nur in Ausnahmen sollten Gleis und Straße zusammen geführt werden.

    Gleisradien:

    Das ist sicher ein Punkt, vielleicht lassen sich da im Einzelfall vertretbare Lösungen finden oder die Bahn muss halt etwas langsamer fahren.

    Linie und Fahrzeuge:

    Da bin ich nicht im Bilde. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass die 63 mangels Material einfach eingestellt wird. Da wird es schon Ersatz geben. Und wenn das Angebot erweitert und auch gut genutzt wird, dann kann man sicher auch zusätzliches Material beschaffen.

    Grüße

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