Oberharzseilbahn (erschließende Variante)

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Beschreibung des Vorschlags

Heute mal ein deutlich innovativerer Vorschlag: Eine Seilbahn von Clausthal-Zellerfeld nach Drei Annen Hohne!

Da Seilbahnen nicht nur viel billiger in Bau und Wartung sind und von Umwelteinflüssen deutlich weniger beeinträchtigt werden können, sondern auch die Flora und Fauna darunter naturgemäß deutlich weniger stören als eine Straße oder Eisenbahn, wäre dieser Vorschlag schonmal deutlich einfacher durchzusetzen als zum Beispiel eine entsprechende Bahnstrecke oder eine Verlängerung der Harzer Schmalspurbahn quer durch den Nationalpark. (Das soll nicht heißen, dass ich die Umsetzung solcher Vorschläge nicht auch begrüßen würde!) Da die Kabinen in einem kurzen Takt fahren können, erreicht das System vom Takt her eine Attraktivität, die einer großstädtischen U-Bahn gleicht. Weiterhin wäre man mit der Seilbahn schneller, als man es mit einer guten Buslinie jemals sein könnte.

Zur technischen Ausführung: Nach aktuellem technischem Stand macht dieser Vorschlag wenig Sinn. Um Kurven zu ermöglichen, muss es eine kuppelbare Seilbahn sein; die Gondeln werden in den Kurven entsprechend ausgehängt und in ein anderes Seil wieder eingehängt. Daher bieten sich vor allem an den Kurven Stationen an. Das Seil einer kuppelbaren Seilbahn hat aber (Stand: 2017) eine Höchstgeschwingkeit von 25 Stundenkilometern. Damit wäre sie trotz der direkteren Streckenführung nicht konkurrenzfähig zur Straße. Das könnte aber der Fall sein, wenn sich die Geschwindigkeit der Seile verdoppelt! Um trotzdem noch eine halbwegs sanfte, gefahrlose Bremsung in den Stationen zu ermöglichen, müssen diese deutlich verlängert werden. Auch sonst gibt es noch einige Faktoren zu beachten. Forscher und Firmen wie Doppelmayr sorgen aber regelmäßig für Innovationen im Bereich Seilbahnen, sodass ich diese Strecke von technischer Seite als langfristig realisierbar ansehe. Mit sehr leichten Kabinen, die auf zwei bis drei Personen ausgelegt sind, kann man möglicherweise größere Pfeilerabstände realisieren. Da die Kabinen in einem kurzen Takt fahren können, wären wenig Personen pro Kabine akzeptabel.

Zur Streckenführung: Bei dieser Variante haben ich versucht, die wichtigen Orte am besten zu erschließen. Der Endpunkt soll in Drei Annen Hohne liegen, wo man problemlos an Harzquer- und Brockenbahn sowie, möglicherweise auch nachträglich, mit etwas mehr Aufwand auch an die Rübelandbahn anschließen kann.

Metadaten zu diesem Vorschlag

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7 Kommentare zu “Oberharzseilbahn (erschließende Variante)

  1. Deine Aussage, dass „Seilbahnen … von Umwelteinflüssen deutlich weniger beeinträchtigt werden können, … als eine Straße oder Eisenbahn“ ist falsch. Schon bei Sturm oder Gewitter muss der Betrieb aus Sicherheitsgründen eingestellt werden.

    Ob Doppelmayr an Möglichkeiten zur Erhöhung der Geschwindigkeit arbeitet, weiß ich nicht, aber ich kann mir das nicht vorstellen. Woher nimmst du die Information, dass das der fall wäre? Ist das vielleicht nur eine Vermutung? Umlaufseilbahnen hängen an einem ständig in gleichmäßiger Geschwindigkeit laufenden Seil und werden davon in den Stationen gelöst. Dort werden sie sofort von einer Kette ergriffen, die wesentlich langsamer läuft, so langsam, das man während der Fahrt in und Aussteigen kann. Dadurch, dass die Gondeln beweglich daran befestigt sind, kann man sie auch für einen Moment am Boden festhalten, während ihre Aufhängung langsam weiter geführt wird. Der Geschwindigkeitsunterschied zwischen dem Seil und der Kette wird erträglich, weil die Gondeln in Fahrtrichtung schwingen können, wodurch starke Rucke vermieden werden. Bei einer Verdoppelung der Geschwindigkeit, wäre diese Differenz aber erheblich höher, sodass der plötzliche Geschwindigkeitsunterschied nicht nur zu starkem Verschleiß am Material führen würde, sondern auch kaum mehr mögliche Schwingungen verursachen, bzw. erhebliche Beschleunigungen bzw. Verzögerungen mit sich brächte.

    Wie willst du dieses Problem lösen?

    Ich gehe davon aus, dass auch in Zukunft die Seilbahnen kaum wesentlich schneller werden können. Außerdem wäre eine solche Seilbahn wegen der wechselnden Witterungen im Gebirge durchaus höchst unzuverlässig. Im Ausflugsverkehr stört das nicht, weil bei Sturm oder Gewitter ohnehin kaum Wanderer unterwegs sind, aber für einen allgemeinen Verkehr wäre sie nicht geeignet.

    1. Stimmt. Aber wenn dann ein Baum umgefallen ist, kann die Seilbahn nach dem Sturm im Gegensatz zu Landfahrzeugen einfach drüber hinwegfahren. Aber in Zeiten des Klimawandels hast du schon Recht.

      Das mit Doppelmayr war etwas unklar formuliert. Es bezog sich auf Innovationen allgemein, womit ich eigentlich nur darlegen wollte, dass die heutigen Gesetze nicht unbedingt dauerhaft sein müssen.

      Vielleicht, indem die Kabinen beim Aushängen möglichst ihr Tempo behalten und dann sanft auf einer langen Strecke abgebremst werden.

      Ich glaube schon, dass noch einige Innovationen folgen werden. Vor 100 Jahren haben schließlich auch nur die wenigsten damit gerechnet, dass Eisenbahnen jemals 300 Stundenkilometer fahren werden und dass auch noch im Regelbetrieb!

      1. Heute ist in Köln ein Seilbahn-Fahrgestell an einem Mast hängen geblieben. Die Bahn kam abruppt zum Stehen, und die Fahrgäste mussten von der Feuerwehr heraus geholt werden. Das kam vorhin in der Tagesschau. Was wäre wohl bei höherer Geschwindigkeit passiert? Vermutlich wäre entweder das Fahrgestell dermaßen zerbrochen, dass die Gondel abstürzt, oder das Seil wäre gerissen, wodurch viele Gondeln abstürzen. Gut, dass nichts schlimmeres passiert ist.

  2. Grundsätzlich fände ich ja mehr Seilbahnen vor allem für den Harz gut, doch hier stellt sich mir die Frage nach dem Sinn. Wer soll denn da mitfahren? Die Seilbahn ist ja wirklich nur für Übernachtungsgäste aus den Dörfern attraktiv. Also wenn schon eine Seilbahn im Harz, könnte man glaube ich nur ein Streckenverlauf zwischen bedeutenden Zielen rechtfertigen. Goslar / Bad Harzburg – Brocken zum Beispiel.

    Und auch wenn Seilbahnen vlt. kostengünstiger als Schienenbahnen sind, eine gute Auslastung wäre schon nicht schlecht 😉

    1. Naja, die alte Südharzeisenbahn reichte gerade mal bis Braunlage und Walkenried, die westlicheren, teilweise bedeutsameren Oberharzorte bleiben unerschlossen. Aber selbst dafür haben wir auch Linie Plus Extern schon Lösungen entwickelt:

      Das Problem ist, dass sich Clausthal-Zellerfeld und Altenau ohne Berührung des Nationalarks nicht erreichen lassen. Eine Seilbahn hat da deutlich mehr Chancen auf Realisierung, da sie die Natur unter ihr deutlich weniger stark zerschneidet. Abgesehen davon kostet sie auch weniger und außerdem habe ich Seilbahnen als Teil des ÖPNV zwischen Orten bisher noch nirgends gesehen. Es wäre also auch eine nette Abwechslung. Abgesehen davon: Der letzte der beiden oben verlinkten Vorschläge kann parallel trotzdem verwirktlicht werden, da er den Nationalark gar nicht berührt.

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